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Bitcoin-Sparplan Gebühren-Vergleich 2026: Was Broker, Börsen und Banken wirklich kosten
Ratgeber

Bitcoin-Sparplan Gebühren-Vergleich 2026: Was Broker, Börsen und Banken wirklich kosten

Beim Bitcoin-Sparplan entscheidet meist der Spread über die Kosten, nicht die Ordergebühr. Der Vergleich zeigt neun Anbieter von Trade Republic bis Relai, rechnet 50 Euro im Monat über zehn Jahre durch und erklärt, wie du den Aufschlag deines Sparplans selbst nachmisst.

Ein Bitcoin-Sparplan kostet selten das, was auf der Werbeseite steht. Im Gebühren-Vergleich verlangen viele Anbieter keine oder nur eine kleine Ordergebühr für die Sparplan-Ausführung, verdienen aber über den Spread, also einen Aufschlag auf den Kurs, zu dem du kaufst. Andere nennen eine klare Prozentgebühr und dafür keinen versteckten Aufschlag. Bei 50 Euro im Monat machen ein Prozent Unterschied über zehn Jahre schnell 60 Euro aus, ohne Verkauf gerechnet. Dazu kommt eine Frage, die mit Gebühren nichts zu tun hat und trotzdem über die Kosten entscheidet: Kaufst du echte Bitcoin, die du auf eine eigene Wallet auszahlen kannst, oder ein Wertpapier, das den Kurs abbildet?

Dieser Vergleich stellt die in Deutschland verbreiteten Anbieter nebeneinander: Trade Republic, Scalable Capital, Bitpanda, Bison, Coinbase, Relai, 21bitcoin, Pocket Bitcoin und Kraken. Wir nennen Gebühren nur dort, wo eine Quelle sie belegt, und kennzeichnen, ob die Zahl vom Anbieter selbst stammt oder von einem Testportal. Außerdem zeigen wir, wie du den tatsächlichen Aufschlag bei deinem eigenen Sparplan selbst nachmessen kannst, denn genau dieser Teil fehlt auf den meisten Preisseiten. Stand aller Angaben: Oktober 2026.

Kurz und knapp

Wichtigster Kostenpunkt
Meist der Spread oder Aufschlag, nicht die Ordergebühr
Ordergebühr im Sparplan
Bei Trade Republic, Scalable und Bison laut Anbieter oder Testportalen 0 Euro
Ausgewiesene Prozentgebühr
Bei Relai, Pocket, 21bitcoin, Bitpanda und Coinbase grob zwischen 0 und 1,5 Prozent laut Testportalen
Gemessene Gesamtkosten
Frankfurt School, März 2026: Kauf und Verkauf zwischen 0,53 und 6,45 Prozent je nach App
Echte Coins
Bei Scalable kaufst du ein ETP, keinen Bitcoin; die übrigen Anbieter liefern echte Coins
Direkt in die eigene Wallet
Relai und Pocket Bitcoin liefern laut Testportalen direkt an deine Wallet
Rechenbeispiel
50 Euro im Monat, 10 Jahre: 6.000 Euro Einsatz; jedes Prozent Kaufkosten sind 60 Euro
Steuer
Echte Coins nach einem Jahr steuerfrei (Paragraf 23 EStG); ETP-Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer

Ordergebühr, Spread, Aufschlag: Woraus die Kosten bestehen

Bei Aktien- und ETF-Sparplänen hast du dich vielleicht daran gewöhnt, nur auf die Ordergebühr zu schauen. Bei Krypto reicht das nicht. Die meisten Apps, die Bitcoin an Privatanleger verkaufen, sind keine Börsen mit offenem Orderbuch, sondern Broker. Sie stellen dir einen Kaufkurs und einen Verkaufskurs. Der Abstand zwischen beiden ist der Spread. Ein Teil davon ist der Marktspread, den es an jeder Börse gibt, der größere Teil ist bei vielen Apps ein Aufschlag, mit dem der Anbieter verdient. Er taucht in keiner Gebührenzeile auf, sondern steckt im Preis.

Daraus ergeben sich drei Gebührenmodelle. Erstens: keine Ordergebühr, dafür ein Spread, den der Anbieter nicht oder nur als Durchschnitt angibt. Zweitens: eine ausgewiesene Prozentgebühr, die alles enthält und bei der der Anbieter meist zusichert, keinen weiteren Aufschlag zu nehmen. Drittens: eine feste Gebühr pro Ausführung, etwa ein Euro, plus Spread. Das dritte Modell ist für kleine Sparraten am teuersten, weil ein Euro bei 25 Euro Sparrate allein schon 4 Prozent ausmacht.

Hinzu kommen bei manchen Produkten laufende Kosten. Ein Krypto-ETP, also ein börsengehandeltes Wertpapier, das den Bitcoin-Kurs abbildet, berechnet eine jährliche Verwaltungsgebühr, die sich im Kurs des Wertpapiers niederschlägt. Bei echten Coins gibt es diese laufenden Kosten in der Regel nicht, dafür eventuell eine Auszahlungsgebühr, wenn du sie auf deine eigene Wallet holst. Und am Ende zahlst du beim Verkauf noch einmal den Spread. Wer Kosten ehrlich vergleichen will, rechnet deshalb immer den ganzen Weg: Kauf, Halten, Auszahlung oder Verkauf.

Der Vergleich: Was Bitcoin-Sparpläne bei neun Anbietern kosten

Die Tabelle fasst zusammen, was Anbieter und Testportale im Jahr 2026 angeben. Wo die Zahl nicht vom Anbieter stammt oder sich Quellen widersprechen, steht das in der Zelle. Gebühren ändern sich häufig, teilweise im Monatsrhythmus, und manche Anbieter fahren befristete Aktionen. Prüfe den Wert vor dem Abschluss auf der Preisseite des Anbieters. Nicht in der Tabelle sind Gebühren für Einzahlungen per Kreditkarte, die bei einigen Anbietern deutlich höher sind als per Überweisung.

Bitcoin-Sparplan: Kosten und Eigenschaften, Stand Oktober 2026
Ordergebühr SparplanSpread oder AufschlagMindestrateEchte Coins, Auszahlung
Trade Republic0 Euro laut TestportalenNicht veröffentlicht; Testportale nennen etwa 0,5 bis 1,5 Prozent je Coin1 Euro laut TestportalenJa, Auszahlung an eigene Wallet seit November 2025
Scalable Capital0 Euro laut CryptoTicker0,99 Prozent Aufschlag im Tarif FREE, 0,69 Prozent in PRIME+ laut CryptoTicker, plus ETP-Kosten1 Euro laut CryptoTickerNein, ETP-Wertpapier, keine Auszahlung
BitpandaIm Preis enthalten0,99 Prozent für Bitcoin laut Testportalen10 Euro laut mehreren Testportalen, unbestätigtJa
Bison0 Euro laut AnbieterDurchschnittlich 1,25 Prozent für Bitcoin laut Anbieter0,01 Euro laut Testportal, unbestätigtJa, Krypto-Auszahlung laut Anbieter kostenlos
CoinbaseProzentgebühr, Höhe unbestätigtTestportale nennen 1,20 bis 1,49 Prozent; Frankfurt School maß hohe Gesamtkosten1 Euro laut Testportal, unbestätigtJa
RelaiLaut Capitalo bis 100 Euro im Monat gebührenfrei; andere Quellen widersprechen1,00 Prozent All-in laut Capitalo10 bis 25 Euro je nach Quelle, unbestätigtJa, direkt in eigene Wallet
21bitcoinLaut Ankündigung gebührenfrei; ältere Quellen 0,99 bzw. 0,79 ProzentNicht separat ausgewiesen10 Euro laut Capitalo, unbestätigtJa, nur Bitcoin
Pocket BitcoinPauschal 1,50 Prozent laut CapitaloIn der Pauschale enthaltenNicht bestätigtJa, direkt in eigene Wallet
Kraken1 Prozent plus Spread für wiederkehrende Käufe laut einem TestportalSpread zusätzlich, Höhe unbestätigtNicht bestätigtJa; Verfügbarkeit des Sparplans in Deutschland widersprüchlich

Zu Trade Republic: Für die Sparplan-Ausführung fällt nach Angaben mehrerer Testportale keine Ordergebühr an, bei Einzelkäufen eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro. Trade Republic veröffentlicht keinen festen Spread. Die Schätzungen der Testportale liegen zwischen etwa 0,5 Prozent für Bitcoin und bis zu 1,5 Prozent für kleinere Coins. Die Frankfurt School hat in ihrer Studie vom März 2026 für Trade Republic durchschnittliche Gesamtkosten für Kauf und Rückverkauf von 2,77 Prozent gemessen. Das ist kein Widerspruch zu den Testportalen: Die Studie misst den ganzen Weg hin und zurück und vergleicht mit einem Referenzkurs, die Testportale schätzen meist nur eine Richtung.

Zu Scalable Capital: Hier kaufst du keinen Bitcoin, sondern ein Krypto-ETP. Laut CryptoTicker sind Sparplanausführungen in allen Tarifen ab 1 Euro gebührenfrei, der Krypto-Aufschlag von 0,99 Prozent im kostenlosen Tarif und 0,69 Prozent im Abo-Tarif PRIME+ bleibt aber bestehen. Dazu kommen die laufenden Produktkosten des jeweiligen ETPs und der Spread an der Börse, an der das ETP gehandelt wird. Der Vorteil: Das ETP liegt im normalen Depot, die Bank führt die Abgeltungsteuer automatisch ab. Der Nachteil: Es gibt keine einjährige Haltefrist, Gewinne sind immer steuerpflichtig, und du kannst den Bitcoin nie selbst verwahren.

Zu Bison: Die Krypto-App der Börse Stuttgart nennt auf ihrer Gebührenseite einen durchschnittlichen Spread von 1,25 Prozent für Bitcoin und Ethereum und 1,75 Prozent für alle weiteren Coins. Eine separate Ordergebühr gibt es nicht, Sparplan-Ausführungen sind zusätzlich kostenlos. Bei 1.000 Euro Bitcoin entspricht das nach Rechnung des Anbieters durchschnittlich 12,50 Euro. Bison ist damit einer der wenigen Anbieter, die den Spread überhaupt beziffern, wenn auch nur als Durchschnitt.

Zu Relai, Pocket Bitcoin und 21bitcoin: Diese drei sind reine Bitcoin-Anbieter und richten sich an Sparer, die selbst verwahren wollen. Relai und Pocket liefern die gekauften Bitcoin laut Testportalen direkt an eine Wallet, deren Schlüssel du hältst. Die Gebühr ist als Prozentsatz ausgewiesen, laut Capitalo 1,00 Prozent All-in bei Relai und pauschal 1,50 Prozent bei Pocket. Bei Relai widersprechen sich die Quellen, ob der gebührenfreie Betrag bis 100 Euro im Monat für den Sparplan oder nur für manuelle Käufe gilt. 21bitcoin hat laut einem Bericht von Trending Topics gebührenfreie Sparpläne eingeführt und die Mindestgebühr plattformweit abgeschafft; das Unternehmen sagt selbst, dass nur etwa 10 Prozent seines Volumens über Sparpläne laufen. Ältere Vergleiche nennen 0,99 Prozent beziehungsweise 0,79 Prozent mit Empfehlungscode.

Zu Bitpanda, Coinbase und Kraken: Bitpanda nimmt laut Testportalen für Bitcoin 0,99 Prozent je Ausführung, eingerechnet in den Preis. Coinbase bietet wiederkehrende Käufe ab 1 Euro an, die Angaben zur Gebühr reichen in Testberichten von 1,20 bis 1,49 Prozent. In der Frankfurt-School-Studie lag Coinbase mit durchschnittlich 6,45 Prozent für Kauf und Rückverkauf am teuersten, mit einem nennenswerten Rabatt erst bei größeren Orders. Bei Kraken widersprechen sich die Quellen, ob ein klassischer Sparplan in Deutschland angeboten wird; ein Testportal nennt für wiederkehrende Käufe 1 Prozent plus Spread. Wer bei Kraken regelmäßig über die Pro-Oberfläche mit Limit-Orders kauft, zahlt deutlich weniger, muss das aber selbst organisieren.

Was die Frankfurt-School-Studie gemessen hat

Die einzige uns bekannte unabhängige Messung, die die tatsächlichen Gesamtkosten deutscher Krypto-Apps vergleicht, stammt vom Frankfurt School Blockchain Center. Die im März 2026 vorgestellte Studie untersuchte neun Anbieter: Bison, Bitpanda, Bitvavo, Coinbase, flatex, justTRADE, Kraken, N26 und Trade Republic. Gemessen wurde, wie viel ein Kauf mit sofortigem Rückverkauf im Vergleich zu einem Referenzkurs kostet. Am günstigsten war Bitvavo mit durchschnittlich 0,53 Prozent, am teuersten Coinbase mit 6,45 Prozent. Für Trade Republic nennen Berichte über die Studie 2,77 Prozent, für Kraken 4,92 Prozent und für Bitpanda 4,99 Prozent.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Studie hat einzelne Käufe über die Standardoberfläche der Apps gemessen, nicht speziell Sparpläne. Und sie misst Hin- und Rückweg zusammen; für einen Sparplan, den du jahrelang hältst, fällt der Rückweg erst am Ende an. Dennoch zeigt sie, was die Preisseiten verschweigen: Ein großer Teil der Kosten lässt sich laut Frankfurt School nicht durch den Marktspread erklären, sondern ist Aufschlag des Anbieters. Eine Ordergebühr von null sagt also wenig über die tatsächlichen Kosten.

So misst du den Spread deines Sparplans selbst

Weil fast kein Anbieter den Aufschlag pro Ausführung offenlegt, lohnt es sich, ihn einmal selbst nachzurechnen. Du brauchst dafür nur die Abrechnung deiner Sparplan-Ausführung und einen Referenzkurs zum selben Zeitpunkt. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme, keine Laborgenauigkeit, aber es zeigt dir, in welcher Größenordnung du liegst.

Den tatsächlichen Aufschlag nachmessen

  1. Öffne die Abrechnung oder Transaktionsdetails deiner letzten Sparplan-Ausführung und notiere Datum, Uhrzeit, investierten Eurobetrag und die erhaltene Menge Bitcoin.
  2. Teile den Eurobetrag durch die Bitcoin-Menge. Das ist dein tatsächlicher Kaufkurs pro Bitcoin, inklusive aller Gebühren und Aufschläge.
  3. Suche den Bitcoin-Euro-Kurs einer großen Börse mit Orderbuch zur selben Minute, etwa über einen historischen Kursverlauf. Nimm den Mittelwert zwischen Geld- und Briefkurs, wenn verfügbar.
  4. Rechne die Differenz: tatsächlicher Kaufkurs geteilt durch Referenzkurs, minus 1, mal 100. Das Ergebnis ist dein Aufschlag in Prozent für diese Ausführung.
  5. Wiederhole das für drei bis fünf Ausführungen, weil Spreads je nach Tageszeit und Marktlage schwanken, und bilde den Durchschnitt.
  6. Vergleiche den Durchschnitt mit dem, was ein anderer Anbieter ausweist. Für den Rückweg kannst du den angezeigten Verkaufskurs der App mit dem Kaufkurs zur selben Zeit vergleichen.

Ein Beispiel mit runden Zahlen: Du investierst 50 Euro und erhältst eine Menge Bitcoin, die einem Kaufkurs von 101.000 Euro pro Bitcoin entspricht. Der Referenzkurs an einer großen Börse lag zur selben Minute bei 100.000 Euro. Dein Aufschlag beträgt dann 1 Prozent, also 50 Cent auf diese Ausführung. Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Rechnung. Wichtig ist der Weg: Erst die Menge, dann der Kurs, dann der Vergleich.

Rechenbeispiel: 50 Euro im Monat über zehn Jahre

Bei einem Sparplan über 50 Euro im Monat zahlst du in zehn Jahren 120 Raten ein, zusammen 6.000 Euro. Die Kaufkosten verhalten sich linear: Jedes Prozent Aufschlag oder Gebühr auf jede Rate kostet dich über die Laufzeit 60 Euro. Die folgende Tabelle rechnet das für typische Kostenstufen aus den Quellen durch. Sie betrachtet nur die Kaufseite. Nicht enthalten sind Kursentwicklung, entgangene Rendite auf die gezahlten Gebühren, laufende ETP-Kosten, Auszahlungsgebühren und der Spread beim späteren Verkauf.

Kaufkosten bei 50 Euro monatlich, 120 Raten, 6.000 Euro Einsatz
Kosten je RateKosten in 10 JahrenAnteil am Einsatz
0,5 Prozent Aufschlag0,25 Euro30 Euro0,5 Prozent
0,99 Prozent Gebühr oder Aufschlagrund 0,50 Euro59,40 Euro0,99 Prozent
1,25 Prozent Spread0,63 Euro75 Euro1,25 Prozent
1,5 Prozent Pauschale0,75 Euro90 Euro1,5 Prozent
1 Euro fix pro Ausführung plus 0,5 Prozent1,25 Euro150 Euro2,5 Prozent
3 Prozent Gesamtkosten1,50 Euro180 Euro3 Prozent

Die Zeile mit der festen Gebühr zeigt, warum Sparpläne fast immer günstiger sind als regelmäßige Einzelkäufe von Hand. Kaufst du bei einem Anbieter mit 1 Euro Pauschale je Order jeden Monat manuell für 50 Euro, zahlst du allein dafür 2 Prozent pro Kauf, über zehn Jahre 120 Euro, noch vor dem Spread. Im Sparplan entfällt die Pauschale bei mehreren Anbietern. Bei kleineren Raten wird der Effekt stärker: Bei 25 Euro Sparrate wäre ein Euro fix bereits 4 Prozent.

Der Rückweg kommt am Ende hinzu. Angenommen, dein Bestand ist nach zehn Jahren 10.000 Euro wert, eine reine Annahme für die Rechnung. Ein Verkaufsspread von 1 Prozent kostet dann 100 Euro, ein Spread von 1,5 Prozent 150 Euro. Wer die Coins nicht verkauft, sondern auf eine eigene Wallet auszahlt und hält, zahlt stattdessen einmal die Netzwerkgebühr. Bei Anbietern wie Relai und Pocket, die direkt in die eigene Wallet liefern, gibt es keinen späteren Auszahlungsschritt, dafür trägst du die Netzwerkkosten beim späteren Verkauf aus der Wallet selbst.

Die Auszahlung gehört in die Rechnung

Wer seine Bitcoin am Ende selbst verwahren will, muss zu den Kaufkosten die Auszahlung addieren. Bei Bitcoin richtet sich die Netzwerkgebühr nicht nach dem Betrag, sondern nach der Datengröße der Transaktion und der Auslastung des Netzes. Manche Anbieter geben diese Netzwerkgebühr nur weiter, andere verlangen eine feste Pauschale in BTC, die über der tatsächlichen Netzwerkgebühr liegen kann. Bison bezeichnet die Krypto-Auszahlung auf seiner Gebührenseite als kostenlos, bei Trade Republic zahlst du laut Testportalen nur die Netzwerkgebühr. Welche Modelle die übrigen Börsen nutzen und welche Beträge belegt sind, vergleicht unser Ratgeber zur Übertragung von Bitcoin auf die Hardware-Wallet ausführlich; wir wiederholen die Zahlen hier nicht.

Für den Sparplan zählt vor allem der Rhythmus. Angenommen, eine Auszahlung kostet umgerechnet 2 Euro, eine Annahme für die Rechnung. Zahlst du jede Monatsrate von 50 Euro einzeln aus, sind das 4 Prozent zusätzlich, über zehn Jahre 240 Euro, mehr als jeder Spread in der Tabelle oben. Zahlst du einmal im Quartal 150 Euro aus, sinkt der Anteil auf rund 1,3 Prozent, bei einer jährlichen Auszahlung von 600 Euro auf rund 0,3 Prozent. Der Kompromiss: Zwischen zwei Auszahlungen liegt ein Teil deines Bestands beim Anbieter. Lege dir deshalb eine feste Schwelle fest, etwa einen Betrag, dessen Verlust dich ärgern würde, und zahle aus, sobald sie erreicht ist. Bei Anbietern, die direkt in die eigene Wallet liefern, entfällt diese Überlegung, dafür erzeugt jede Ausführung einen eigenen kleinen Coin-Baustein in deiner Wallet, der später beim Versenden etwas mehr Gebühr kosten kann.

Echte Coins oder ETP: Was das für die Kosten bedeutet

Ob du echte Bitcoin kaufst oder ein ETP, ist mehr als eine technische Frage. Bei echten Coins gilt in Deutschland nach heutiger Rechtslage die einjährige Haltefrist nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz: Verkaufst du Bitcoin, die du länger als ein Jahr gehalten hast, ist der Gewinn steuerfrei. Innerhalb eines Jahres sind Gewinne bis zu einer Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr steuerfrei, darüber voll steuerpflichtig mit deinem persönlichen Steuersatz. Bei einem ETP gilt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, ohne Haltefrist, nach Abzug des Sparerpauschbetrags.

Für einen langfristigen Sparplan kann dieser Unterschied die Gebühren um ein Vielfaches übertreffen. Wer nach zehn Jahren 4.000 Euro Gewinn mitnimmt, zahlt beim ETP bei voller Steuerpflicht rund 1.000 Euro Abgeltungsteuer plus Zuschläge, sofern der Sparerpauschbetrag schon ausgeschöpft ist, bei echten Coins mit über einem Jahr Haltedauer nach heutigem Recht nichts. Dafür nimmt dir das ETP die Steuererklärung ab, weil die Bank die Steuer abführt. Die Bundesregierung hat 2026 einen Entwurf diskutiert, die Haltefrist für künftig angeschaffte Kryptowerte abzuschaffen. Ende Oktober 2026 war darüber nicht entschieden. Wie ETPs funktionieren und warum es in Europa keinen Bitcoin-ETF im engeren Sinne gibt, erklärt unser eigener Ratgeber zu ETP und ETF.

Mindestrate, Intervall und Ausführungszeitpunkt

Die meisten Anbieter erlauben heute sehr kleine Raten, teils ab 1 Euro oder darunter. Kleine Raten sind kein Problem, solange keine feste Gebühr pro Ausführung anfällt. Wichtiger als die Mindestrate ist bei kleinen Beträgen, ob du später auszahlen willst. Wer jede Woche 10 Euro anspart und den Bestand auf eine eigene Wallet holen möchte, sollte gesammelt auszahlen, weil die Netzwerkgebühr pro Transaktion gleich hoch ist, egal ob 10 oder 1.000 Euro gesendet werden.

Beim Intervall bieten die meisten Anbieter wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich an, Bison zusätzlich quartalsweise. Statistisch ist es für die Kosten egal, ob du einmal 50 Euro oder viermal 12,50 Euro investierst, solange nur prozentuale Kosten anfallen. Ein häufigeres Intervall glättet den Einstiegskurs etwas stärker. Achte darauf, wann der Anbieter ausführt. Manche Apps führen Sparpläne zu festen Zeiten aus. In ruhigen Marktphasen ist der Spread meist enger als in hektischen, beeinflussen kannst du das als Sparer aber kaum.

Welcher Sparplan zu wem passt

Wenn du ohnehin ein Depot bei Trade Republic oder Scalable hast, ist der Sparplan dort bequem. Bei Trade Republic bekommst du echte Coins, die du inzwischen auch auszahlen kannst; bei Scalable bekommst du ein ETP mit automatischer Steuer und ohne Haltefrist. Willst du die Kosten möglichst transparent haben, sind Anbieter mit ausgewiesener Prozentgebühr oder bezifferten Spreads im Vorteil, weil du weißt, was du zahlst. Willst du von Anfang an selbst verwahren, sind Relai und Pocket gebaut für genau diesen Zweck, bei 21bitcoin kannst du ebenfalls auszahlen.

Wenn du größere Beträge regelmäßig investierst, lohnt der Blick auf Börsen mit Orderbuch. Dort zahlst du eine kleine Maker- oder Taker-Gebühr statt eines Aufschlags. Der Preis ist, dass du keinen klassischen Sparplan hast, sondern selbst kaufen oder eine Funktion für wiederkehrende Käufe nutzen musst, die bei manchen Börsen teurer ist als der manuelle Kauf über die Profi-Oberfläche. Für 50 Euro im Monat ist der Unterschied in Euro klein, für 1.000 Euro im Monat nicht mehr.

Typische Fehler beim Vergleich von Sparplänen

Erstens: Man vergleicht nur die Ordergebühr und übersieht den Spread. Eine kostenlose Ausführung kann teurer sein als eine Prozentgebühr ohne Aufschlag. Zweitens: Man vergleicht eine Richtung mit zwei Richtungen. Testportale nennen oft den Spread für den Kauf, Studien die Kosten für Kauf und Rückverkauf zusammen. Drittens: Man übersieht, dass man ein ETP und keinen Bitcoin kauft, und stellt erst beim Versuch der Auszahlung oder bei der Steuer fest, dass es einen Unterschied macht.

Viertens: Man lässt sich von befristeten Aktionen leiten. Gebührenfreie Phasen, Verlosungen und Startboni enden, die normalen Konditionen bleiben. Fünftens: Man zahlt per Kreditkarte ein und zahlt dafür einen Aufschlag, der jede Gebührenersparnis auffrisst. Sechstens: Man zahlt jede kleine Ausführung einzeln auf die Hardware-Wallet aus. Siebtens: Man wechselt wegen 0,2 Prozent Unterschied den Anbieter und verkauft dafür Coins, die noch kein Jahr gehalten wurden, sodass Steuer anfällt. Ein Anbieterwechsel ist meist günstiger, wenn du den alten Sparplan stoppst, den Bestand behältst oder per Wallet-Transfer umziehst und beim neuen Anbieter neu startest.

Häufige Fragen zu Gebühren beim Bitcoin-Sparplan

Welcher Bitcoin-Sparplan ist am günstigsten?

Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil die meisten Anbieter ihren Spread nicht veröffentlichen und sich Konditionen oft ändern. Vergleiche die gesamten Kosten pro Ausführung, nicht nur die Ordergebühr, und miss bei deinem eigenen Sparplan den Aufschlag einmal nach. Laut Ankündigung bietet 21bitcoin inzwischen gebührenfreie Sparpläne an; Bison nennt einen durchschnittlichen Spread von 1,25 Prozent.

Ist ein Sparplan ohne Ordergebühr wirklich kostenlos?

Nein. Auch ohne Ordergebühr zahlst du in der Regel einen Spread oder Aufschlag auf den Kurs. Der steckt im Preis und taucht nicht als eigene Zeile auf.

Was kostet ein Sparplan über 50 Euro im Monat in zehn Jahren?

Du zahlst 6.000 Euro ein. Jedes Prozent Kaufkosten kostet über die Laufzeit 60 Euro. Bei 1,25 Prozent wären es 75 Euro, bei 1,5 Prozent 90 Euro. Dazu kommen der Spread beim Verkauf oder die Netzwerkgebühr bei einer Auszahlung.

Bekomme ich bei Scalable Capital echte Bitcoin?

Nein. Bei Scalable Capital kaufst du nach übereinstimmenden Angaben ein Krypto-ETP, ein Wertpapier, das den Kurs abbildet. Du kannst es nicht auf eine Wallet auszahlen, Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer und es gibt keine Haltefrist.

Kann ich den Bitcoin aus dem Sparplan auf meine Hardware-Wallet holen?

Bei Anbietern, die echte Coins liefern, ja, etwa bei Trade Republic seit November 2025, Bitpanda, Bison, Coinbase, Kraken und 21bitcoin. Relai und Pocket Bitcoin liefern direkt an deine eigene Wallet. Zahle gesammelt aus, weil die Netzwerkgebühr pro Transaktion gleich bleibt.

Was ist der Unterschied zwischen Spread und Gebühr?

Die Gebühr wird separat ausgewiesen. Der Spread ist der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs und steckt im Preis. Ein Teil davon ist der normale Marktspread, der Rest ist der Aufschlag des Anbieters.

Lohnt sich ein wöchentlicher statt monatlicher Sparplan?

Bei rein prozentualen Kosten kostet es gleich viel. Ein kürzeres Intervall glättet den Durchschnittskurs etwas stärker. Fällt eine feste Gebühr pro Ausführung an, ist das längere Intervall günstiger.

Muss ich Gewinne aus dem Bitcoin-Sparplan versteuern?

Bei echten Coins sind Gewinne nach heutiger Rechtslage nach mehr als einem Jahr Haltedauer steuerfrei, innerhalb eines Jahres bis zu einer Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr. Bei ETPs gilt die Abgeltungsteuer ohne Haltefrist. Eine geplante Reform war Ende Oktober 2026 nicht beschlossen.

Unterm Strich entscheidet beim Bitcoin-Sparplan weniger die Ordergebühr als der Aufschlag im Kurs und die Frage, ob du echte Coins bekommst. Wer einmal nachrechnet, was eine Ausführung wirklich kostet, und den Bestand gelegentlich gesammelt auszahlt, spart über die Jahre mehr als mit jeder Aktion. Dieser Vergleich ist keine Anlage- oder Steuerberatung; Bitcoin schwankt stark, investiere nur Geld, auf das du lange verzichten kannst.

Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.

Quellen

  1. Frankfurt School: Neue Studie zeigt große Unterschiede bei den Gesamtkosten im Krypto-Handel (März 2026)
  2. Business Punk: Krypto-Trading, warum derselbe Trade bis zu 12-mal teurer sein kann
  3. BISON: Gebühren und Kosten
  4. CryptoTicker: 100 Euro Krypto bei Scalable Capital kosten 1,98 Euro
  5. Trending Topics: 21bitcoin führt kostenlose Sparpläne ein
  6. Capitalo: Relai im Test
  7. Capitalo: 21Bitcoin im Test 2026
  8. Rankia: Krypto-Sparplan Vergleich 2026
  9. Rankia: Trade Republic Krypto 2026
  10. Gesetze im Internet: § 23 EStG

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