
Bitpanda-Gebühren im Klartext: Wie hoch der Spread wirklich ist und wo versteckte Kosten lauern
Bitpanda verlangt in der App keine Ordergebühr, sondern einen Aufschlag im Kurs: 0,99 Prozent je Richtung bei Bitcoin, mehr bei anderen Coins. Wir rechnen die Kosten durch, zeigen, wie du den Spread selbst misst, und wann sich Fusion, Sparplan und Auszahlung lohnen.
Die Bitpanda-Gebühren stecken beim Krypto-Kauf in der App fast vollständig im Spread, genauer: in einem Aufschlag auf den Marktpreis, den Bitpanda Premium nennt. Eine eigene Ordergebühr siehst du nicht. Laut Bitpandas eigener Hilfeseite beträgt dieser Aufschlag für Bitcoin 0,99 Prozent beim Kauf und ebenso beim Verkauf, und er ist bereits im angezeigten Preis enthalten. Für andere Coins liegt er nach Angaben von Testportalen höher, bei 1,49 Prozent, für kleine Coins mit geringer Marktkapitalisierung bei 2,49 Prozent. Wer einmal kauft und wieder verkauft, zahlt den Aufschlag also zweimal: Bei Bitcoin gehen auf dem Hin- und Rückweg rund 2 Prozent verloren, bei kleineren Coins bis knapp 5 Prozent. Günstiger wird es über Bitpanda Fusion, die Orderbuch-Oberfläche, wo laut Testportalen eine sichtbare Gebühr ab 0,25 Prozent statt eines Aufschlags gilt.
Dieser Ratgeber erklärt, warum im Netz so unterschiedliche Zahlen kursieren, rechnet die Kosten mit konkreten Beträgen durch und zeigt dir, wie du den tatsächlichen Aufschlag bei deinem eigenen Kauf in zwei Minuten selbst nachmisst. Dazu kommen der Sparplan, die Auszahlung auf eine eigene Wallet und die Frage, wann sich der Wechsel von der App zu Fusion lohnt. Wir nennen Zahlen nur, wo eine Quelle sie belegt, und sagen dazu, ob sie von Bitpanda selbst oder von einem Testportal stammen. Stand aller Angaben: Oktober 2026. Gebühren ändern sich, prüfe sie vor einer größeren Order im Kostendokument von Bitpanda.
Bitpanda-Kosten auf einen Blick
- Gebührenmodell in der App
- Aufschlag (Premium) im Kurs, keine separate Ordergebühr
- Bitcoin
- 0,99 Prozent je Kauf und je Verkauf laut Bitpanda-Hilfeseite
- Andere Kryptowerte
- 1,49 Prozent laut Testportalen
- Kleine Coins (unter 100 Mio. Euro Marktkapitalisierung)
- 2,49 Prozent laut Testportalen
- Krypto-Indizes
- 1,99 Prozent je Kauf oder Verkauf laut Kostendokument
- Bitpanda Fusion
- Ab 0,25 Prozent Maker- und Taker-Gebühr, sinkt mit dem 30-Tage-Volumen
- Preisgarantie in der App
- Angebotspreis gilt bei den meisten Werten etwa 20 Sekunden
- Euro-Auszahlung per SEPA
- Laut mehreren Quellen kostenlos
- Krypto-Auszahlung an eigene Wallet
- Netzwerkgebühr der Blockchain; Höhe je Coin unterschiedlich
- Hin und zurück bei Bitcoin
- Rund 2 Prozent des Betrags
Spread, Aufschlag, Gebühr: Was Bitpanda eigentlich berechnet
Drei Begriffe werden in Testberichten oft durcheinandergeworfen, und daraus entsteht ein Großteil der Verwirrung. Eine Gebühr im engeren Sinn ist ein Betrag, der getrennt vom Kurs auf der Abrechnung steht, etwa 1 Euro pro Order oder 0,25 Prozent des Volumens. Ein Spread ist der Abstand zwischen dem Kaufkurs und dem Verkaufskurs, den dir eine Plattform im selben Moment anbietet. Ein Aufschlag oder Premium ist der Teil dieses Abstands, den der Anbieter selbst auf den Marktpreis legt. Bei Bitpanda in der normalen App gibt es keine separate Gebühr. Du bekommst einen Kaufpreis, der über dem Marktpreis liegt, und einen Verkaufspreis, der darunter liegt. Die Differenz zwischen den beiden ist der Spread, den du als Kunde siehst, und er besteht im Wesentlichen aus zweimal dem Premium.
Bitpanda arbeitet in der App als Broker, nicht als Börse. Du handelst nicht mit anderen Kunden über ein offenes Orderbuch, sondern direkt mit Bitpanda zu einem festen Angebotspreis. Für dich hat das einen Vorteil: Du weißt vor dem Klick genau, wie viel Bitcoin du für deinen Betrag bekommst, und es gibt keine Teilausführungen oder Slippage während der Order. Der Nachteil ist, dass die Kosten nicht als Posten auf der Abrechnung erscheinen. Auf der Kaufbestätigung steht kein Feld, das dir sagt, wie viel Euro dich dieser Kauf gekostet hat. Du siehst nur einen Kurs, und um zu wissen, wie weit er vom Markt entfernt ist, brauchst du einen Vergleichswert.
Hinzu kommt der Marktspread, der unabhängig von Bitpanda existiert. Auch an einer großen Börse liegen das beste Kaufangebot und das beste Verkaufsangebot nie exakt auf demselben Preis. Bei Bitcoin ist dieser Abstand an liquiden Börsen sehr klein, bei kleinen Coins kann er deutlich größer sein, und in hektischen Marktphasen weitet er sich bei allen Werten aus. Testportale weisen darauf hin, dass der Spread bei Bitpanda mit der Marktphase und der Liquidität schwankt und bei wenig gehandelten Coins höher ausfällt. Für dich heißt das: Das Premium ist die Untergrenze dessen, was du zahlst. In ruhigen Phasen bei Bitcoin liegt der tatsächliche Abstand zum Markt nahe an diesem Wert, bei exotischen Coins oder an Tagen mit starken Kursbewegungen kann er darüber liegen.
Was Bitpanda selbst zu den Kosten sagt
Die verlässlichste Quelle ist Bitpanda selbst, und zwar an zwei Stellen. Erstens die Hilfeseite zu Gebühren und Premiums. Dort nennt Bitpanda ein Premium von 0,99 Prozent für den Kauf und den Verkauf von Bitcoin und schreibt, dass alle Premiums für Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte bereits im angebotenen Preis enthalten sind. Das Konto zu eröffnen und zu führen kostet nach derselben Seite nichts. Außerdem erklärt die Seite, dass der endgültige Preis inklusive aller Kosten erst in der Zusammenfassung erscheint, also nachdem du Kaufen oder Verkaufen gewählt und auf Zur Zusammenfassung getippt hast. Dieser Preis ist bei den meisten Werten etwa 20 Sekunden gültig.
Zweitens das Dokument zur Kostentransparenz für Krypto, das Bitpanda als PDF in seinen Vertragsunterlagen veröffentlicht und in Versionen fortschreibt. Es ist die Grundlage für die Einstufung der einzelnen Werte. Nach Angaben von Testportalen, die sich auf dieses Dokument beziehen, unterscheidet Bitpanda drei Stufen: 0,99 Prozent für Bitcoin und Stablecoins, 1,49 Prozent für die meisten anderen Kryptowerte und 2,49 Prozent für Werte mit einer Marktkapitalisierung unter 100 Millionen Euro. Für die Krypto-Indizes, also fertige Körbe aus mehreren Coins, nennt das Dokument 1,99 Prozent je Kauf oder Verkauf. Einzelne Coins können nach Testportalen abweichend eingestuft sein.
Ein Detail, das du in der App leicht übersiehst: Der Chart zeigt nicht deinen Kaufpreis, sondern den ungefilterten Marktpreis. Wenn du den Kurs im Chart mit dem Preis in der Zusammenfassung vergleichst, siehst du deshalb einen Unterschied. Genau dieser Unterschied ist der Aufschlag, und er ist der einfachste Weg, die Kosten vor dem Kauf zu prüfen. Der Abschnitt zur Selbstmessung weiter unten macht daraus ein Verfahren, das du bei jedem Coin anwenden kannst.
| Aufschlag je Kauf | Aufschlag je Verkauf | Quelle | |
|---|---|---|---|
| Bitcoin | 0,99 Prozent | 0,99 Prozent | Bitpanda-Hilfeseite |
| Stablecoins | 0,99 Prozent | 0,99 Prozent | Testportale mit Verweis auf Kostendokument |
| Andere Kryptowerte | 1,49 Prozent | 1,49 Prozent | Testportale mit Verweis auf Kostendokument |
| Coins unter 100 Mio. Euro Marktkapitalisierung | 2,49 Prozent | 2,49 Prozent | Testportale mit Verweis auf Kostendokument |
| Krypto-Indizes | 1,99 Prozent | 1,99 Prozent | Kostendokument laut Testportalen |
| Gold | 0,5 Prozent | 1 Prozent | Bitpanda-Hilfeseite |
| Silber | 2,5 Prozent | 2 Prozent | Bitpanda-Hilfeseite |
| Fusion (Orderbuch) | Ab 0,25 Prozent Gebühr, kein Aufschlag | Ab 0,25 Prozent Gebühr, kein Aufschlag | Testportale, Bitpanda-Support |
Warum im Netz 0,99 und 1,49 Prozent zugleich stehen
Wer nach den Bitpanda-Gebühren sucht, findet auf den ersten Ergebnisseiten Angaben von 0,99 Prozent, 1,49 Prozent, 1,5 Prozent, 2,49 Prozent und in älteren Berichten sogar 3 bis 8 Prozent. Diese Zahlen widersprechen sich weniger, als es scheint. Sie beschreiben meist unterschiedliche Dinge. Die 0,99 Prozent gelten für Bitcoin und Stablecoins. Die 1,49 Prozent gelten für die meisten anderen Coins, und manche Testportale nennen diesen Wert als allgemeine Standardgebühr, weil die Mehrzahl der angebotenen Coins in diese Stufe fällt. Die 2,49 Prozent betreffen kleine Werte. Wer also Ethereum mit Bitcoin vergleicht, bekommt zwei verschiedene Antworten, die beide stimmen.
Die zweite Quelle der Verwirrung ist die Richtung. Manche Artikel nennen den Aufschlag pro Transaktion, andere die Kosten für einen vollständigen Kauf und Verkauf. Ein Wert um 2 Prozent für Bitcoin kann deshalb dieselbe Gebührenstruktur beschreiben wie ein Wert von 0,99 Prozent. Die dritte Quelle sind ältere Testberichte aus den Jahren, in denen Bitpanda die Aufschläge noch nicht als feste Stufen veröffentlicht hat und Tester Spreads von mehreren Prozent gemessen haben. Diese Seiten werden weiterhin gut gefunden, beschreiben aber einen alten Stand. Und viertens sind einige Ratgeberseiten als Anzeige gekennzeichnet oder verdienen an Kontoeröffnungen; das macht ihre Zahlen nicht falsch, aber es lohnt sich, das Datum und die Quelle der Zahl zu prüfen.
Eine weitere Zahl taucht in Berichten über die Studie des Frankfurt School Blockchain Center auf, die im März 2026 die Gesamtkosten für einen Kauf und anschließenden Verkauf bei neun Krypto-Apps gemessen hat. Für Bitpanda wird in Presseberichten ein Wert von knapp 5 Prozent genannt, deutlich mehr als das Doppelte des Premiums für Bitcoin. Die Studie hat ihre Messungen über die Standardoberfläche der Apps vorgenommen und nicht nur Bitcoin betrachtet; welche Coins, welche Beträge und welche Uhrzeiten in den Wert eingeflossen sind, ist aus den Presseberichten allein nicht nachvollziehbar. Die Zahl zeigt aber, dass der veröffentlichte Aufschlag und die tatsächlich gemessenen Kosten auseinanderliegen können. Unseren Vergleich, wie sich das auf Bitcoin-Sparpläne bei verschiedenen Anbietern auswirkt, findest du in unserem Ratgeber zum Bitcoin-Sparplan-Gebührenvergleich; die Zahlen werden hier nicht wiederholt.
Rechenbeispiele: Was 1.000 Euro bei Bitpanda kosten
Weil das Premium im Preis steckt, wirkt es etwas anders als eine Gebühr, die man vom Betrag abzieht. Wenn du für 1.000 Euro Bitcoin kaufst und der Kaufpreis 0,99 Prozent über dem Marktpreis liegt, bekommst du Bitcoin im Marktwert von 1.000 Euro geteilt durch 1,0099, also rund 990,20 Euro. Der Kauf hat dich damit rund 9,80 Euro gekostet. Verkaufst du diese Bitcoin sofort wieder, liegt der Verkaufspreis 0,99 Prozent unter dem Markt, und du erhältst rund 980,40 Euro zurück. Bei unverändertem Markt fehlen also knapp 19,60 Euro, das sind rund 1,96 Prozent deines ursprünglichen Betrags. Die Rechnung setzt voraus, dass sich der Marktpreis zwischen Kauf und Verkauf nicht bewegt und der tatsächliche Spread exakt dem Premium entspricht; sie zeigt die Mindestkosten.
| Marktwert nach Kauf | Erlös nach Verkauf | Kosten gesamt | |
|---|---|---|---|
| Bitcoin, 0,99 Prozent je Richtung | rund 990,20 Euro | rund 980,40 Euro | rund 19,60 Euro |
| Anderer Coin, 1,49 Prozent je Richtung | rund 985,30 Euro | rund 970,60 Euro | rund 29,40 Euro |
| Kleiner Coin, 2,49 Prozent je Richtung | rund 975,70 Euro | rund 951,40 Euro | rund 48,60 Euro |
| Krypto-Index, 1,99 Prozent je Richtung | rund 980,50 Euro | rund 961,00 Euro | rund 39,00 Euro |
| Gold, 0,5 Prozent Kauf und 1 Prozent Verkauf | rund 995,00 Euro | rund 985,10 Euro | rund 14,90 Euro |
| Fusion, 0,25 Prozent Gebühr je Richtung | rund 997,50 Euro | rund 995,00 Euro | rund 5,00 Euro plus Orderbuch-Spread |
Die Tabelle macht zwei Dinge sichtbar. Erstens verdoppeln sich die Kosten, sobald du nicht nur kaufst, sondern auch verkaufst, und wer häufig umschichtet, zahlt den Aufschlag bei jeder Bewegung neu. Ein Wechsel von Bitcoin in einen anderen Coin und zurück ist in der App zwei Verkäufe und zwei Käufe, also bis zu viermal das Premium. Zweitens ist der Unterschied zwischen der App und Fusion bei Bitcoin rund der Faktor vier. Bei 1.000 Euro sind das etwa 15 Euro, bei 10.000 Euro etwa 150 Euro. Für eine einmalige Anlage von 100 Euro ist das ein paar Cent und kaum der Rede wert, für jemanden, der regelmäßig größere Beträge bewegt, ist es der wichtigste Kostenhebel überhaupt.
Für Langfristanleger relativiert sich die Rechnung. Wer Bitcoin für 1.000 Euro kauft und zehn Jahre hält, zahlt den Kaufaufschlag einmal und den Verkaufsaufschlag einmal, egal wie sich der Kurs entwickelt. Der Verkaufsaufschlag wird dann allerdings auf den höheren oder niedrigeren Endwert fällig. Ist der Bestand bis dahin auf 3.000 Euro gestiegen, eine reine Annahme für die Rechnung, kosten 0,99 Prozent beim Verkauf rund 29,40 Euro. Wer nicht verkauft, sondern die Coins auf eine eigene Wallet auszahlt, spart sich den Verkaufsaufschlag und zahlt stattdessen die Netzwerkgebühr.
So misst du den Spread bei Bitpanda selbst
Da Bitpanda dir das Premium nicht als Eurobetrag ausweist, lohnt es sich, den Aufschlag einmal selbst nachzurechnen, vor allem bei Coins außerhalb von Bitcoin. Du brauchst dafür kein Geld zu investieren: Die Zusammenfassung vor dem Kauf zeigt den verbindlichen Preis, und du kannst den Vorgang danach abbrechen. Als Referenz dient der Kurs desselben Coins an einer großen Börse mit offenem Orderbuch, idealerweise in Euro. Nimm beide Werte innerhalb weniger Sekunden auf, sonst misst du Kursbewegung statt Aufschlag.
Aufschlag in fünf Schritten messen
- Öffne in der Bitpanda-App den Coin, gib einen Betrag ein, zum Beispiel 100 Euro, wähle Kaufen und tippe auf Zur Zusammenfassung. Notiere den angezeigten Preis pro Coin.
- Brich den Vorgang ab, wähle Verkaufen, gib denselben Betrag ein und öffne wieder die Zusammenfassung. Notiere den Verkaufspreis pro Coin. Du brauchst dafür einen kleinen Bestand des Coins; hast du keinen, reicht für die Schätzung der Kaufpreis.
- Notiere im selben Moment den Kurs des Coins in Euro an einer großen Börse mit Orderbuch. Nimm den Mittelwert zwischen bestem Kauf- und Verkaufsangebot.
- Rechne den Kaufaufschlag: Bitpanda-Kaufpreis geteilt durch Referenzkurs, minus 1, mal 100. Ergibt das 1,0, zahlst du 1 Prozent über dem Markt.
- Rechne den gesamten Spread: Kaufpreis minus Verkaufspreis, geteilt durch den Mittelwert der beiden, mal 100. Dieser Wert entspricht deinen Kosten für einen vollständigen Kauf und Verkauf.
Ein Beispiel mit runden Zahlen: Die Zusammenfassung zeigt einen Kaufpreis von 101.000 Euro pro Bitcoin und einen Verkaufspreis von 99.000 Euro. Der Mittelwert liegt bei 100.000 Euro, der Spread also bei 2.000 Euro oder 2 Prozent, das entspricht etwa 1 Prozent pro Richtung und damit ziemlich genau dem veröffentlichten Premium. Liegt der Referenzkurs an der Börse zur selben Zeit bei 100.050 Euro, ist der Kaufaufschlag mit 0,95 Prozent etwas kleiner und der Verkaufsabschlag etwas größer; solche Abweichungen in der Größenordnung von Hundertstelprozenten sind normal. Die Kurse in diesem Beispiel sind frei gewählt und keine Marktdaten.
Wiederhole die Messung zu unterschiedlichen Zeiten, etwa an einem ruhigen Werktagvormittag und an einem Abend mit starken Kursbewegungen, und bei verschiedenen Coins. Du wirst sehen, ob dein Coin in der Stufe liegt, die Testportale nennen, und ob der Spread in hektischen Phasen wächst. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme, keine Laborgenauigkeit, aber es ist die einzige Zahl, die wirklich deinen Kauf beschreibt. Notiere dir bei einem tatsächlichen Kauf auch den Preis aus der Bestätigung; mit diesen Werten kannst du später nachvollziehen, was dich deine Käufe insgesamt gekostet haben.
Bitpanda Fusion: Orderbuch statt Aufschlag
Fusion ist Bitpandas Oberfläche für aktive Händler. Statt eines festen Angebotspreises von Bitpanda handelst du dort über ein Orderbuch, also mit Kauf- und Verkaufsaufträgen anderer Marktteilnehmer, und zahlst eine sichtbare Gebühr auf das Volumen. Nach Angaben von Testportalen liegt sie im Standard bei 0,25 Prozent für Maker und Taker gleichermaßen und sinkt mit steigendem Handelsvolumen der letzten 30 Tage in mehreren Stufen, bis auf Werte im Bereich von wenigen Hundertstelprozent für sehr große Volumen. Die genauen Schwellen werden von verschiedenen Portalen unterschiedlich angegeben. Bitpandas Support-Seite zu Fusion nennt außerdem keine Gebühren für Ein- und Auszahlungen und niedrigere Gebühren für Kunden, die einen VIP-Status bei einer anderen Börse nachweisen.
Fusion ist kein eigenes Konto, sondern läuft mit demselben Bitpanda-Zugang und demselben Guthaben. Der Unterschied liegt in der Bedienung: Du wählst zwischen Market-Order, die sofort zum besten verfügbaren Preis ausgeführt wird, und Limit-Order, bei der du deinen Preis festlegst und wartest, bis jemand darauf eingeht. Eine Limit-Order, die im Orderbuch liegen bleibt, macht dich zum Maker, eine Market-Order zum Taker. Bei Fusion zahlst du außerdem den Abstand zwischen bestem Kauf- und Verkaufsangebot im Orderbuch, der bei Bitcoin in der Regel klein ist, bei kleinen Coins aber spürbar sein kann. Für Einsteiger ist das eine zusätzliche Hürde: Wer eine Market-Order in einem dünnen Markt aufgibt, kann trotz niedriger Gebühr mehr bezahlen als in der App.
Den Namen Bitpanda Pro findest du noch in vielen älteren Testberichten. Das war die frühere Börse von Bitpanda mit eigenem Orderbuch und eigenem Konto. Sie wurde nach unserem Kenntnisstand ausgegliedert und unter anderem Namen weitergeführt; die Orderbuch-Funktion für Bitpanda-Kunden heißt heute Fusion. Wenn ein Ratgeber Gebühren für Bitpanda Pro nennt, beschreibt er also ein Produkt, das es in dieser Form nicht mehr gibt.
Wann lohnt sich Fusion? Als Faustregel: Wenn du einmal im Jahr einen kleinen Betrag kaufst, ist der Unterschied in Euro gering, und die App ist einfacher. Wenn du mehrere hundert Euro oder mehr auf einmal kaufst oder verkaufst, vor allem bei Bitcoin, spart Fusion bei gleichem Ergebnis rund drei Viertel der Kosten. Wenn du kleine Coins handelst, prüfe vor der Order das Orderbuch: Ist es dünn, kann eine Limit-Order knapp über dem besten Gebot günstiger sein als jede Market-Order. Fusion ist in der Bitpanda-App und im Web erreichbar; wo genau, ändert sich mit den App-Versionen.
Der Bitpanda-Sparplan: Was eine Ausführung kostet
Bitpanda nennt den Sparplan auf seiner Produktseite Bitpanda Savings und wirbt dort mit 0 Euro für die Einrichtung und 0 Euro Gebühr für Einzahlungen per SEPA. Was die Seite in dieser Form nicht sagt: Das Premium im Kurs fällt bei jeder Ausführung an, denn der Sparplan kauft zum selben Angebotspreis wie ein normaler Kauf in der App. Testportale geben für den Bitcoin-Sparplan deshalb ebenfalls 0,99 Prozent je Ausführung an. Für Sparpläne auf Krypto-Indizes kommt nach Bitpandas eigener Darstellung eine Gebühr für das regelmäßige Umschichten des Korbs hinzu, die mit 1,99 Prozent angegeben wird. Die Angaben zur Mindestrate widersprechen sich: Ein Portal nennt 1 Euro, ein anderes 10 Euro.
Für einen Sparplan über 50 Euro im Monat auf Bitcoin heißt das: Jede Ausführung kostet rund 49 Cent, über ein Jahr mit 600 Euro Einsatz rund 5,90 Euro. Das ist im Vergleich zu manchen Konkurrenten eher im Mittelfeld; der Vergleich mit anderen Anbietern steht in unserem Sparplan-Ratgeber. Wichtiger als die Rate ist die Wahl des Coins: Ein Sparplan auf einen Coin aus der 1,49-Prozent-Stufe kostet die Hälfte mehr, einer auf einen Index doppelt so viel wie einer auf Bitcoin. Die Ausführung erfolgt zu einem Zeitpunkt, den du nicht minutengenau steuerst; der Aufschlag gilt dann zum Kurs dieses Moments.
Ein Sparplan über Fusion zum Gebührensatz des Orderbuchs ist nach unserem Kenntnisstand nicht vorgesehen. Wer die niedrigere Gebühr nutzen will, muss selbst regelmäßig kaufen, etwa monatlich per Limit-Order. Für kleine Raten lohnt sich der Aufwand selten, für Raten ab einigen hundert Euro kann er sich rechnen. Achte bei der Einzahlung auf den Weg: Bitpanda wirbt beim Sparplan mit kostenloser SEPA-Einzahlung, andere Einzahlungswege können Gebühren kosten. Welche, steht im Kostendokument.
Auszahlung: Euro aufs Konto, Coins auf die eigene Wallet
Euro auf dein eigenes Bankkonto auszuzahlen, kostet bei Bitpanda nach mehreren Quellen nichts. Ein Verbraucherportal nennt einen Mindestbetrag von 10 Euro. Deine eigene Bank kann in Einzelfällen eine Gebühr für den Eingang verlangen, das hat mit Bitpanda nichts zu tun. Bei Krypto-Auszahlungen auf eine Wallet außerhalb von Bitpanda fällt die Netzwerkgebühr der jeweiligen Blockchain an. Bitpanda schreibt auf seiner Hilfeseite, dass diese Gebühren dynamisch sind und nicht von Bitpanda bestimmt werden. Ein Testportal nennt für eine Bitcoin-Auszahlung einen Betrag von 2,91 Euro je Vorgang. Diese Zahl ist eine Momentaufnahme; die Netzwerkgebühr bei Bitcoin richtet sich nach der Auslastung des Netzes und der Datengröße der Transaktion, nicht nach dem Betrag.
Für die Kostenrechnung bedeutet das: Eine Auszahlung von 50 Euro mit einer Gebühr von rund 3 Euro kostet 6 Prozent, eine Auszahlung von 2.000 Euro mit derselben Gebühr 0,15 Prozent. Sammle deshalb Bestände, bevor du sie auszahlst, statt jede Sparplan-Rate einzeln zu überweisen. Die App zeigt dir die Gebühr vor der Bestätigung an; prüfe sie dort. Bevor du zum ersten Mal an eine neue Adresse auszahlst, sende einen kleinen Testbetrag und prüfe das Netzwerk. Bei Auszahlungen an eine eigene Wallet kann Bitpanda wegen der europäischen Travel Rule einen Nachweis verlangen, dass die Adresse dir gehört; das betrifft nach den Regeln Beträge über 1.000 Euro. Einen ausführlichen Ablauf für die Übertragung auf eine Hardware-Wallet findest du in unserem eigenen Ratgeber dazu.
Bitpanda veröffentlicht außerdem Limits für Auszahlungen, die vom Verifizierungsstatus abhängen. Die Werte stehen auf einer eigenen Limit-Seite von Bitpanda. Wer größere Bestände auf einmal bewegen will, sollte dort vorher nachsehen, ob die Auszahlung in einem Schritt möglich ist.
Weitere Kosten außerhalb von Krypto
Bitpanda ist längst nicht mehr nur eine Krypto-App. Für Aktien, ETFs und ETCs nennt Bitpandas Kostendokument für Wertpapiere eine feste Gebühr pro Order von 1 Euro bei Werten in Euro, bei Sparplänen können Käufe gebührenfrei sein. Testportale beschreiben das teilweise anders und sprechen von einem Spread ohne Ordergebühr; hier ist das offizielle Dokument maßgeblich. Bei Edelmetallen nennt Bitpanda auf der Hilfeseite ein Premium von 0,5 Prozent beim Kauf und 1 Prozent beim Verkauf von Gold, für Silber 2,5 Prozent beim Kauf und 2 Prozent beim Verkauf. Für das Halten und die Lagerung der physischen Metalle berechnet Bitpanda nach eigener Angabe nichts.
Für Krypto gilt Ähnliches: Bitpanda erhebt keine laufende Verwahrgebühr. Das unterscheidet echte Coins in der App von Krypto-ETPs, die eine jährliche Verwaltungsgebühr im Kurs einpreisen. Wenn du also lange hältst und nur selten handelst, fallen bei Bitpanda praktisch nur die Aufschläge beim Kauf und Verkauf an, plus gegebenenfalls eine Netzwerkgebühr bei der Auszahlung.
Sechs Wege, bei Bitpanda weniger zu zahlen
Erstens: Kaufe größere Beträge über Fusion statt über den Sofortkauf in der App. Bei Bitcoin sparst du damit rund drei Viertel der Kosten. Nutze eine Limit-Order, wenn du es nicht eilig hast. Zweitens: Wähle Coins mit Blick auf die Stufe. Wenn zwei Coins für dich gleichwertig sind, kostet der aus der niedrigeren Stufe weniger. Bei Indizes zahlst du für die Bequemlichkeit des fertigen Korbs den doppelten Bitcoin-Satz. Drittens: Handle seltener. Jeder Wechsel zwischen zwei Coins kostet in der App zweimal das Premium, und wer jede Woche umschichtet, zahlt im Jahr schnell zweistellige Prozentsätze auf den Bestand.
Viertens: Kaufe nicht in hektischen Minuten. Wenn der Markt stark schwankt, wird der Spread breiter, und das feste Angebot in der App spiegelt das wider. Ein Blick in die Zusammenfassung zeigt dir, ob der Preis ungewöhnlich weit vom Chart entfernt liegt. Fünftens: Zahle per SEPA ein. Andere Einzahlungswege können Gebühren haben, die jede Ersparnis beim Aufschlag zunichtemachen. Sechstens: Zahle Coins gesammelt aus. Eine Netzwerkgebühr auf eine kleine Rate ist prozentual teurer als jeder Aufschlag.
Steuer: Der Aufschlag zählt zu den Anschaffungskosten
Für Anleger in Deutschland gilt bei echten Coins die Regel für private Veräußerungsgeschäfte nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz: Verkaufst du Coins, die du länger als ein Jahr gehalten hast, ist der Gewinn nach heutiger Rechtslage steuerfrei; innerhalb eines Jahres ist er steuerpflichtig, wenn deine Gewinne aus solchen Geschäften im Jahr zusammen 1.000 Euro oder mehr betragen. Das Premium ist in diesem Zusammenhang kein Problem, sondern Teil des Kaufpreises: Bei der Gewinnberechnung setzt du den Preis an, den du tatsächlich bezahlt hast, und beim Verkauf den Erlös, den du tatsächlich bekommen hast. Die Aufschläge mindern also automatisch den steuerpflichtigen Gewinn, ohne dass du sie getrennt ausweisen musst.
Bitpanda führt für deutsche Kunden keine Steuer auf Kryptogewinne ab; du musst sie selbst in der Anlage SO erklären. Bitpanda stellt dafür Transaktionsübersichten bereit, die du exportieren kannst. Wie die Anlage SO Zeile für Zeile ausgefüllt wird, erklärt unser eigener Ratgeber zur Anlage SO. Für Kunden in Österreich gelten andere Regeln, dort ist Bitpanda als inländischer Anbieter in den Steuerabzug eingebunden. Dieser Text ist eine allgemeine Information und keine Steuer- oder Anlageberatung; bei konkreten Fragen zu deiner Situation hilft eine Steuerberaterin oder ein Lohnsteuerhilfeverein.
Häufige Fragen zu Bitpanda-Gebühren und Spread
Wie hoch ist der Spread bei Bitpanda für Bitcoin?
Bitpanda nennt auf seiner Hilfeseite ein Premium von 0,99 Prozent beim Kauf und 0,99 Prozent beim Verkauf von Bitcoin. Der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufspreis liegt damit bei rund 2 Prozent. In ruhigen Marktphasen entspricht der gemessene Spread meist ziemlich genau diesem Wert, in hektischen Phasen kann er etwas größer sein.
Gibt es bei Bitpanda eine Ordergebühr zusätzlich zum Spread?
Beim Krypto-Kauf in der App nicht. Die Kosten stecken vollständig im Angebotspreis. Bei Fusion zahlst du dagegen eine sichtbare Gebühr auf das Volumen, laut Testportalen ab 0,25 Prozent, und keinen Aufschlag. Bei Aktien und ETFs nennt Bitpandas Kostendokument eine feste Gebühr von 1 Euro pro Order.
Warum zeigt der Chart einen anderen Preis als die Zusammenfassung?
Der Chart zeigt den Marktpreis ohne Aufschlag. Der Preis in der Zusammenfassung ist dein tatsächlicher Kauf- oder Verkaufspreis inklusive Premium. Der Unterschied zwischen beiden ist genau das, was dich der Kauf kostet.
Sind die Gebühren bei Ethereum und anderen Coins höher?
Laut Testportalen, die sich auf Bitpandas Kostendokument beziehen, ja: 1,49 Prozent für die meisten anderen Kryptowerte und 2,49 Prozent für Coins mit einer Marktkapitalisierung unter 100 Millionen Euro. Welche Stufe für deinen Coin gilt, steht im Kostendokument; messen kannst du es über die Zusammenfassung.
Was kostet der Bitpanda-Sparplan?
Die Einrichtung und die SEPA-Einzahlung kosten laut Bitpanda nichts. Bei jeder Ausführung fällt aber das normale Premium an, bei Bitcoin also 0,99 Prozent. Bei Index-Sparplänen kommt eine Gebühr für das Umschichten hinzu. Die Mindestrate wird von Portalen mit 1 oder 10 Euro angegeben.
Lohnt sich Bitpanda Fusion für mich?
Ab Beträgen von einigen hundert Euro pro Kauf meist ja, vor allem bei Bitcoin. Du sparst gegenüber der App rund drei Viertel der Kosten. Dafür musst du mit Market- und Limit-Orders umgehen und bei kleinen Coins auf die Tiefe des Orderbuchs achten.
Was kostet eine Auszahlung auf meine eigene Wallet?
Du zahlst die Netzwerkgebühr der jeweiligen Blockchain, die Bitpanda nach eigener Aussage nicht selbst bestimmt. Ein Testportal nennt für Bitcoin 2,91 Euro je Vorgang, der Wert schwankt aber mit der Auslastung des Netzes. Die App zeigt die aktuelle Gebühr vor der Bestätigung.
Ist die Euro-Auszahlung kostenlos?
Nach mehreren Quellen ja, per SEPA auf ein eigenes Konto. Ein Portal nennt einen Mindestbetrag von 10 Euro. Deine Bank kann in Ausnahmefällen eine eigene Gebühr verlangen.
Wie messe ich den Aufschlag selbst?
Öffne die Kauf-Zusammenfassung, notiere den Preis, und vergleiche ihn im selben Moment mit dem Kurs an einer großen Börse mit Orderbuch. Kaufpreis geteilt durch Referenzkurs, minus 1, mal 100 ergibt den Aufschlag in Prozent. Den gesamten Spread erhältst du, wenn du zusätzlich den Verkaufspreis in der Zusammenfassung abliest.
Muss ich die Gebühren in der Steuererklärung getrennt angeben?
Nein. Weil das Premium im Preis steckt, rechnest du mit dem tatsächlich bezahlten Kaufpreis und dem tatsächlich erhaltenen Verkaufserlös. Damit sind die Kosten bereits berücksichtigt. Eine separat ausgewiesene Gebühr, etwa bei Fusion, kannst du als Teil der Anschaffungs- oder Veräußerungskosten ansetzen.
Unterm Strich ist Bitpanda in der App bequem und transparent im Ablauf, aber nicht billig, sobald du häufiger handelst oder andere Coins als Bitcoin kaufst. Das Premium ist kein verstecktes Geheimnis, es steht auf der Hilfeseite und im Kostendokument, nur eben nicht auf der Abrechnung. Wer einmal den Preis in der Zusammenfassung mit dem Markt vergleicht, weiß, was ein Kauf kostet. Und wer größere Beträge bewegt, sollte den Weg über Fusion kennen, bevor er auf Kaufen tippt.
Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.
Quellen
- Bitpanda Hilfe: What fees and premiums can I expect to pay on Bitpanda?
- Bitpanda Hilfe: Bitpanda's fees and premiums explained
- Bitpanda: Kostentransparenz Krypto (aktuelle Fassung, PDF)
- Bitpanda Hilfe: Bitpanda Fusion
- Bitpanda: Sparplan (Bitpanda Savings)
- Bitpanda: Limits
- CryptoTicker: Bitpanda-Gebühren von 0,99 bis 2,49 Prozent – was dahintersteckt
- Capitalo: Bitpanda Erfahrungen und Gebühren Krypto
- Rankia: Bitpanda Auszahlung 2026
- Frankfurt School: Studie zu Gesamtkosten im Krypto-Handel (März 2026)


