
Bitcoin in der Säule 3a: Welche Schweizer Anbieter Krypto-ETPs erlauben und mit welchem Limit
Bitcoin lässt sich in der Schweizer Säule 3a nur indirekt halten, über Fonds oder ETPs und meist mit höchstens 5 Prozent des Guthabens. Wir zeigen, welche Anbieter das erlauben, was es kostet, wie die Steuer bei Einzahlung und Bezug funktioniert und für wen es sich lohnt.
Bitcoin in der Säule 3a ist möglich, aber nur in engen Grenzen. Du kannst bei einigen Schweizer Vorsorgeanbietern einen kleinen Teil deines 3a-Guthabens in ein Bitcoin-Produkt stecken, bei finpension, VIAC und Descartes nach den vorliegenden Angaben bis etwa 5 Prozent. Echte Coins auf einer eigenen Wallet sind in der gebundenen Vorsorge dagegen nicht vorgesehen: Das Geld liegt bei einer Vorsorgestiftung, und die kauft für dich Anteile an einem Fonds oder einem börsengehandelten Produkt, das den Bitcoin-Kurs abbildet. Die Frage ist deshalb weniger, ob es geht, sondern ob es sich lohnt. Denn die Säule 3a macht aus einem Kapitalgewinn, der im Privatvermögen für die meisten Anleger steuerfrei wäre, eine Auszahlung, die beim Bezug besteuert wird. Dafür sparst du beim Einzahlen Einkommenssteuer.
Hier steht, welche Anbieter Bitcoin in der Säule 3a anbieten und mit welchem Höchstanteil, wie viel du 2026 einzahlen darfst, welche Kosten zusätzlich anfallen, wie Einzahlung und Bezug besteuert werden und wann sich die Kombination rechnet. Alle Angaben haben den Stand Ende Oktober 2026. Die Konditionen der Anbieter ändern sich regelmäßig, und viele Zahlen stammen aus Testberichten statt aus offiziellen Preisblättern. Wo das so ist, steht es dabei. Dieser Beitrag ist keine Steuer- oder Anlageberatung; für deine persönliche Situation fragst du am besten deine kantonale Steuerverwaltung oder eine Fachperson.
Bitcoin in der Säule 3a in Kürze (Stand: 31. Oktober 2026)
- Direkter Besitz von Bitcoin in der 3a
- Nicht vorgesehen; nur über Fonds oder ETPs der Vorsorgestiftung
- Typischer Höchstanteil Krypto
- Rund 5 Prozent des 3a-Guthabens (finpension, VIAC, Descartes laut Testberichten)
- Maximalbetrag 2026 mit Pensionskasse
- CHF 7'258 pro Jahr
- Maximalbetrag 2026 ohne Pensionskasse
- 20 Prozent des Erwerbseinkommens, höchstens CHF 36'288
- Maximalbetrag ab 2027
- CHF 7'373 mit Pensionskasse, CHF 36'864 ohne (laut Medienberichten)
- Nachzahlung
- Seit 2026 möglich, nur für Beitragslücken ab 2025
- Steuer bei Einzahlung
- Beiträge sind vom steuerbaren Einkommen abziehbar
- Steuer bei Bezug
- Separat vom übrigen Einkommen zu reduziertem Satz; beim Bund ein Fünftel des Tarifs
- Frühester ordentlicher Bezug
- Fünf Jahre vor dem AHV-Referenzalter
- Bitcoin im Privatvermögen
- Private Kapitalgewinne in der Regel steuerfrei, aber vermögenssteuerpflichtig
Darf Bitcoin überhaupt in die Säule 3a?
Die Säule 3a ist die gebundene Selbstvorsorge. Dein Geld liegt entweder auf einem 3a-Konto bei einer Bank oder einer Versicherung oder in einem Wertschriftendepot einer Vorsorgestiftung. Wie die Stiftung das Geld anlegen darf, regelt die Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen, kurz BVV 3. Sie verweist für die Anlage im Wesentlichen auf die Regeln, die auch für Pensionskassen gelten. Diese Regeln kennen Obergrenzen für Aktien, Fremdwährungen, Immobilien und sogenannte alternative Anlagen. Bitcoin fällt nicht unter Aktien oder Obligationen, sondern gilt als alternative Anlage.
Daraus folgt zweierlei. Erstens kann eine Vorsorgestiftung keine Bitcoin für dich auf einer Wallet verwahren, die du selbst kontrollierst. Sie kauft ein Finanzprodukt, das Bitcoin abbildet: einen Fonds, ein an der SIX gehandeltes ETP oder, bei manchen Anbietern, einen US-amerikanischen Spot-ETF. Zweitens setzen die Anbieter eigene Höchstquoten fest. Die gängige Grenze liegt bei 5 Prozent des persönlichen 3a-Guthabens. Diese Zahl taucht in Testberichten zu finpension, VIAC und Descartes übereinstimmend auf. Ob es sich um eine Vorgabe der Aufsicht oder um eine freiwillige Grenze der Stiftungen handelt, geht aus den Quellen nicht eindeutig hervor; einige Blogs sprechen von einer gesetzlichen Grenze, belegen das aber nicht.
Wie ein Bitcoin-ETP funktioniert, warum es rechtlich eine Schuldverschreibung ist und welches Emittentenrisiko daran hängt, haben wir in unserem Ratgeber zum Unterschied zwischen Bitcoin-ETP und ETF erklärt. Für die Säule 3a ist vor allem wichtig: Du besitzt nicht das Produkt selbst, sondern einen Anteil am Vorsorgevermögen, das die Stiftung für dich hält. Die Stiftung entscheidet, welches Bitcoin-Produkt sie einsetzt. Du wählst nur, ob und wie viel davon in deine Strategie kommt.
Welche Anbieter Bitcoin in der Säule 3a anbieten
Wir haben die bekannten digitalen 3a-Anbieter geprüft. Ein Bitcoin-Baustein ist nach den verfügbaren Quellen bei drei Anbietern vorhanden: finpension, VIAC und Descartes. Bei frankly, der App der Zürcher Kantonalbank, ist Bitcoin laut einem Testbericht nicht wählbar. Zu True Wealth, Swissquote, PostFinance und Yuh haben wir keinen Hinweis auf einen Bitcoin-Baustein in der 3a gefunden. Das heißt nicht, dass es dort sicher keinen gibt, aber wir konnten keinen belegen. Die klassischen 3a-Konten der Banken und Versicherungen enthalten ohnehin keine Krypto-Anlagen.
| Bitcoin-Baustein | Höchstanteil Krypto | Laufende Gebühr der Lösung | Seit wann | |
|---|---|---|---|---|
| finpension | Crypto Market Index Fund; zusätzlich ein Bitcoin-Produkt von iShares | 5 Prozent des 3a-Guthabens | 0,39 Prozent plus MWST laut Testbericht, zuzüglich Produktkosten | Krypto-Fonds seit 2021, Bitcoin-Baustein seit 2024 |
| VIAC | Bitcoin-ETF im Anlageuniversum (laut Forenbeispielen iShares Bitcoin Trust) | 5 Prozent laut Simplemoney-Test | Nicht belastbar ermittelt | 2024 |
| Descartes | Bitcoin-ETPs an der SIX in den Modellportfolios, Modell Minimum Risk BTC | 1 bis 5 Prozent je nach Risikostufe | 0,64 bis 0,74 Prozent all-in | 2026 laut Finanzdepot |
| frankly (ZKB) | Kein Bitcoin laut Testbericht | Entfällt | Entfällt | Entfällt |
| True Wealth, Swissquote, PostFinance, Yuh | Kein Bitcoin-Baustein gefunden | Nicht belegt | Nicht belegt | Nicht belegt |
finpension war der erste 3a-Anbieter mit Krypto. Seit 2021 kannst du dort einen Teil deines Guthabens in den Crypto Market Index Fund legen, einen Fonds, der mehrere Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung abbildet und damit überwiegend aus Bitcoin besteht. Der Anteil ist auf 5 Prozent deines persönlichen 3a-Guthabens begrenzt. Das Finanzportal finews nannte bei der Einführung eine erwartete Gesamtkostenquote von 2,1 Prozent für diesen Fonds, deutlich mehr als bei den übrigen Indexfonds im Angebot. Seit 2024 bietet finpension zusätzlich einen reinen Bitcoin-Baustein von iShares an. Die Quellen sind sich nicht einig, welches Produkt das genau ist: Ein Testbericht spricht vom US-amerikanischen iShares Bitcoin Trust mit 0,25 Prozent Gebühr, ein anderer vom europäischen iShares Bitcoin ETP mit 0,15 Prozent. Für das europäische ETP nennt BlackRock 0,15 Prozent bis Ende 2026 und 0,25 Prozent ab dem 1. Januar 2027. Die Vermögensverwaltungsgebühr von finpension liegt laut Testberichten bei 0,39 Prozent pro Jahr plus Mehrwertsteuer, Produktkosten kommen dazu.
VIAC hat sein Anlageuniversum 2024 um einen Bitcoin-ETF erweitert. Der Testbericht von Simplemoney nennt eine Begrenzung des Bitcoin-Anteils auf 5 Prozent. Beispielportfolios in Foren zeigen eine Position im iShares Bitcoin Trust. VIAC selbst konnten wir für die Quote nicht als Quelle heranziehen, und einige Blogs sprechen widersprüchlich von bis zu 100 Prozent Bitcoin. Das halten wir für unwahrscheinlich, weil die allgemeinen Anlagegrenzen der gebundenen Vorsorge dagegen sprechen, aber prüf die Angabe in der App, bevor du deine Strategie anpasst.
Descartes, ein Vermögensverwalter aus der Westschweiz, geht einen anderen Weg. Er baut Bitcoin nach Angaben des Blogs Finanzdepot seit 2026 systematisch in seine Modellportfolios für die Säule 3a und für Freizügigkeitsdepots ein. Je nach Risikostufe liegt der Anteil bei 1 bis 5 Prozent, umgesetzt über regulierte Bitcoin-ETPs, die an der SIX kotiert sind. Das Modell heißt Minimum Risk BTC und soll ab 10 Franken nutzbar sein. Die All-in-Gebühren werden mit 0,64 bis 0,74 Prozent pro Jahr angegeben, abhängig von der Aktienquote. Der Unterschied zu finpension und VIAC: Du stellst die Bitcoin-Quote nicht selbst ein, sondern wählst ein fertiges Modell, in dem Bitcoin ein fester Baustein ist.
Wie viel du 2026 einzahlen darfst
Der Höchstbetrag für die Säule 3a wird vom Bund regelmäßig an die AHV-Renten angepasst. Für 2026 gilt: Bist du einer Pensionskasse angeschlossen, wie die meisten Angestellten, darfst du bis zu 7'258 Franken einzahlen. Ohne Pensionskasse, etwa als Selbstständige oder Selbstständiger, sind es bis zu 20 Prozent deines Erwerbseinkommens, höchstens 36'288 Franken. Laut Medienberichten steigen die Werte ab dem 1. Januar 2027 auf 7'373 Franken mit Pensionskasse und 36'864 Franken ohne Pensionskasse. Einzahlen darfst du nur, wenn du AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen hast.
Neu ist seit 2026 die Möglichkeit, Beitragslücken nachzuzahlen. Hast du in einem Jahr nicht den vollen Betrag eingezahlt, kannst du die Lücke später schließen, allerdings nur für Lücken, die ab 2025 entstanden sind, und höchstens zehn Jahre rückwirkend. Pro Jahr darfst du neben dem ordentlichen Beitrag zusätzlich höchstens den kleinen Maximalbetrag einkaufen, für 2026 also 7'258 Franken. Für jede Jahreslücke ist nur ein einziger Einkauf möglich, und du darfst noch keine Altersleistungen aus der Säule 3a bezogen haben. Lücken, die durch einen Vorbezug entstanden sind, lassen sich nicht schließen. Für die Bitcoin-Frage heißt das: Der Topf, aus dem 5 Prozent in Bitcoin fließen dürfen, wächst langsam, aber planbar.
Was die 5-Prozent-Grenze in Franken bedeutet
Eine Quote von 5 Prozent klingt nach wenig, und das ist sie auch. Ein Beispiel: Du bist angestellt, zahlst seit zehn Jahren den Maximalbetrag ein und hast ein 3a-Guthaben von 70'000 Franken. Bei 5 Prozent dürfen 3'500 Franken in Bitcoin liegen. Zahlst du 2026 die vollen 7'258 Franken ein und teilst sie im gleichen Verhältnis auf, fließen davon rund 363 Franken in den Bitcoin-Baustein. Selbst wenn sich der Bitcoin-Kurs verdoppelt, wächst dein Gesamtguthaben dadurch nur um etwa 5 Prozent. Umgekehrt kostet dich ein Kurssturz von 50 Prozent rund 2,5 Prozent deines Guthabens. Bitcoin ist in der Säule 3a also eine Beimischung, kein Hauptbaustein.
Wichtig ist, was passiert, wenn der Bitcoin-Anteil durch Kursgewinne über die Grenze wächst. Steigt Bitcoin im Beispiel von 3'500 auf 7'000 Franken, während der Rest unverändert bleibt, liegt der Anteil bei rund 9,5 Prozent. Digitale 3a-Anbieter gleichen ihre Portfolios in der Regel regelmäßig auf die gewählte Zielaufteilung aus. Das bedeutet, dass sie Bitcoin-Anteile verkaufen und den Erlös in die anderen Bausteine umschichten. Innerhalb der Säule 3a kostet dich das keine Steuer, weil Umschichtungen im Vorsorgevermögen steuerneutral sind. Es bedeutet aber auch, dass du Gewinne nicht laufen lassen kannst. Wie genau und wie oft dein Anbieter ausgleicht, steht in seinen Anlagebedingungen.
Was Bitcoin in der Säule 3a kostet
Die Kosten setzen sich aus zwei Ebenen zusammen. Auf der ersten Ebene zahlst du die Gebühr des 3a-Anbieters, oft als Prozentsatz deines Vermögens pro Jahr. Auf der zweiten Ebene kommen die Kosten des Produkts dazu, in das die Stiftung investiert, also die Gesamtkostenquote des Fonds oder ETPs. Bei finpension sind laut Testberichten Transaktions-, Depot- und Fondskosten in der Pauschale von 0,39 Prozent enthalten, Produktkosten aber nicht vollständig. Bei Descartes werden 0,64 bis 0,74 Prozent als All-in-Gebühr genannt.
Beim Bitcoin-Baustein selbst ist die Spanne groß. Ein breit gestreuter Kryptofonds wie der Crypto Market Index Fund wurde mit einer erwarteten Gesamtkostenquote von 2,1 Prozent eingeführt. Ein reines Bitcoin-ETP der großen Emittenten kostet dagegen 0,15 bis 0,25 Prozent pro Jahr. Auf einen Bitcoin-Anteil von 3'500 Franken sind das im ersten Fall rund 73 Franken pro Jahr, im zweiten 5 bis 9 Franken. Dazu kommt bei Produkten in US-Dollar eine Währungsumrechnung, die in der Pauschale enthalten sein kann oder nicht. Ein Blick in die Kostenaufstellung deines Anbieters lohnt sich, bevor du dich für einen Baustein entscheidest.
| Gesamtkostenquote | Kosten pro Jahr | Kosten über 20 Jahre bei gleichem Wert | |
|---|---|---|---|
| Kryptofonds mit 2,1 Prozent | 2,10 Prozent | rund CHF 73.50 | rund CHF 1'470 |
| Bitcoin-ETP mit 0,25 Prozent | 0,25 Prozent | rund CHF 8.75 | rund CHF 175 |
| Bitcoin-ETP mit 0,15 Prozent | 0,15 Prozent | rund CHF 5.25 | rund CHF 105 |
Steuern: Was du beim Einzahlen sparst und beim Bezug zahlst
Die Säule 3a ist vor allem ein Steuerinstrument. Deine Einzahlungen sind bis zum Höchstbetrag vom steuerbaren Einkommen abziehbar, bei der direkten Bundessteuer genauso wie bei den Kantons- und Gemeindesteuern. Solange das Geld in der Säule 3a liegt, zahlst du darauf keine Vermögenssteuer, und Erträge sowie Kursgewinne bleiben steuerfrei. Erst beim Bezug wird abgerechnet: Die Kapitalleistung wird getrennt von deinem übrigen Einkommen besteuert, und zwar zu einem reduzierten Satz. Beim Bund beträgt die Steuer nach Artikel 38 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer ein Fünftel des ordentlichen Tarifs. Die Kantone regeln den Bezug unterschiedlich, die Unterschiede zwischen den Kantonen sind groß.
Für Bitcoin hat diese Logik einen Haken. In der Schweiz sind private Kapitalgewinne für Privatanleger grundsätzlich steuerfrei, solange die Steuerverwaltung dich nicht als gewerbsmäßigen Händler einstuft. Hältst du Bitcoin im Privatvermögen, zahlst du auf den Wertzuwachs also keine Einkommenssteuer, sondern nur jährlich Vermögenssteuer auf den Bestand. In der Säule 3a dagegen wird beim Bezug das gesamte Kapital besteuert, inklusive des Bitcoin-Gewinns. Du tauschst also eine sichere Steuerersparnis heute gegen eine Steuer auf einen möglicherweise hohen Gewinn später. Wie die Rechnung ausgeht, hängt von deinem Grenzsteuersatz beim Einzahlen, deinem Wohnkanton beim Bezug und von der Kursentwicklung ab.
Ein vereinfachtes Beispiel mit angenommenen Steuersätzen zeigt den Mechanismus. Nimm an, dein Grenzsteuersatz auf das Einkommen liegt bei 30 Prozent. Eine Einzahlung von 7'258 Franken spart dir dann rund 2'177 Franken Steuern im Jahr der Einzahlung. Fließen davon 5 Prozent in Bitcoin, also 363 Franken, und verfünffacht sich der Wert bis zum Bezug, werden daraus 1'815 Franken. Bei einem angenommenen Satz von 8 Prozent auf die Kapitalleistung zahlst du darauf beim Bezug rund 145 Franken. Im Privatvermögen hättest du die 363 Franken aus versteuertem Einkommen investiert, den Gewinn aber steuerfrei behalten. Bei einer kleinen Bitcoin-Quote überwiegt meist der Abzug beim Einzahlen. Je größer der Bitcoin-Gewinn im Verhältnis zur Einzahlung, desto mehr spricht für das Privatvermögen. Die Steuersätze in diesem Beispiel sind Annahmen; deine tatsächlichen Sätze erfährst du mit dem Steuerrechner deines Kantons.
Eine politische Unsicherheit ist inzwischen vom Tisch. Der Bundesrat hatte im Entlastungspaket 2027 vorgeschlagen, Kapitalbezüge aus der zweiten und dritten Säule stärker zu besteuern. Nach Berichten der Beratungsgesellschaft BDO und des Portals Moneycab hat das Parlament diese Maßnahme abgelehnt, die steuerlichen Vorteile von Einzahlungen in die Säule 3a bleiben damit bestehen. Wer viel in der Säule 3a hat, sollte trotzdem die Progression im Blick behalten: Beziehst du im gleichen Jahr Geld aus der Pensionskasse und aus mehreren 3a-Konten, werden die Beträge in der Regel zusammengerechnet, und der Satz steigt. Deshalb empfehlen viele Banken, das 3a-Guthaben auf mehrere Konten oder Depots zu verteilen und in verschiedenen Jahren zu beziehen.
Wann du an das Geld kommst
Das Geld in der Säule 3a ist gebunden. Der ordentliche Bezug ist frühestens fünf Jahre vor dem AHV-Referenzalter möglich. Arbeitest du über das Referenzalter hinaus, kannst du den Bezug aufschieben. Vorzeitig kommst du nur in gesetzlich geregelten Fällen an dein Guthaben, etwa für selbstgenutztes Wohneigentum, für den Schritt in die Selbstständigkeit oder wenn du die Schweiz endgültig verlässt. Für Bitcoin ist diese Bindung ein zweischneidiges Schwert. Sie schützt dich davor, in einer Panikphase zu verkaufen. Sie verhindert aber auch, dass du einen Kurssturz abwarten kannst, wenn dein Bezugstermin ansteht und du das Geld dann brauchst.
Hier hilft die Aufteilung auf mehrere 3a-Depots. Viele digitale Anbieter erlauben mehrere Portfolios nebeneinander. Du könntest den Bitcoin-Baustein zum Beispiel in den Depots einsetzen, die du am spätesten beziehen willst, und die Depots für die ersten Bezugsjahre konservativer anlegen. Fünf Jahre vor deinem geplanten Bezug kannst du die Bitcoin-Quote schrittweise reduzieren. Weil Umschichtungen innerhalb der Säule 3a steuerfrei sind, kostet dich das nur die Handelsgebühren des Anbieters.
Die Risiken von Bitcoin in der Vorsorge
Das offensichtliche Risiko ist der Kurs. Bitcoin hat in der Vergangenheit mehrfach mehr als die Hälfte seines Werts verloren und sich danach wieder erholt. Mit einer Quote von 5 Prozent bleibt der Schaden für dein Gesamtguthaben begrenzt, aber er ist nicht null. Das zweite Risiko liegt im Produkt. Ein ETP ist eine Schuldverschreibung des Emittenten, besichert durch hinterlegte Bitcoin; ein US-Spot-ETF ist ein Fonds nach amerikanischem Recht. Beide sind etablierte Strukturen, aber sie hängen von Verwahrern, Treuhändern und Emittenten ab. Das dritte Risiko ist die Währung: Bitcoin wird in US-Dollar gehandelt, deine Vorsorge rechnet in Franken. Ein schwacher Dollar kann einen Teil des Bitcoin-Gewinns auffressen.
Dazu kommen regulatorische Risiken. Die Anlagevorschriften für Vorsorgestiftungen können sich ändern, und ein Anbieter kann einen Bitcoin-Baustein wieder aus dem Angebot nehmen. Dann würde die Stiftung die Anteile verkaufen und dir einen anderen Baustein anbieten. Steuerlich wäre das neutral, aber du hättest keinen Einfluss auf den Zeitpunkt. Schließlich gibt es ein Verhaltensrisiko: Wer täglich in der App sieht, wie der Bitcoin-Anteil schwankt, neigt eher dazu, an der Gesamtstrategie herumzuschrauben. Für eine Vorsorge, die über Jahrzehnte laufen soll, ist das selten gut.
Für wen sich Bitcoin in der Säule 3a lohnt
Bitcoin in der Säule 3a passt zu dir, wenn du ohnehin eine Wertschriftenlösung mit hoher Aktienquote nutzt, einen langen Anlagehorizont von 15 Jahren oder mehr hast und Bitcoin als kleine Beimischung sehen willst, ohne dich um Wallets und Seed-Phrasen zu kümmern. Auch wer eine hohe Steuerprogression hat, profitiert vom Abzug beim Einzahlen stark und kann die spätere Bezugssteuer eher verschmerzen. Eher nicht passt es, wenn du Bitcoin als Hauptanlage siehst, wenn du in den nächsten Jahren ein Haus kaufen willst und dafür auf die Säule 3a zugreifen musst, oder wenn du auf einen großen Kursgewinn spekulierst. Dann ist das Privatvermögen mit steuerfreiem Kapitalgewinn meist die bessere Wahl.
Viele Anleger kombinieren beides: Die Säule 3a nutzen sie für den Steuerabzug und eine breite Aktienstrategie mit kleiner Bitcoin-Quote, und einen größeren Bitcoin-Bestand halten sie im Privatvermögen, ob auf einer eigenen Wallet oder über ein ETP im normalen Depot. So fließt der größere Teil eines möglichen Kursgewinns steuerfrei zu dir, während die Vorsorge vom Abzug profitiert. Denk bei Bitcoin im Privatvermögen daran, ihn in der Steuererklärung als Vermögen anzugeben; die Eidgenössische Steuerverwaltung veröffentlicht dafür jedes Jahr einen Stichtagskurs.
So richtest du Bitcoin in deiner Säule 3a ein
Schritt für Schritt zum Bitcoin-Baustein in der 3a
- Prüfe, ob du einzahlen darfst: Du brauchst AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen. Kläre, ob du einer Pensionskasse angeschlossen bist, denn davon hängt dein Maximalbetrag ab.
- Wähle einen Anbieter mit Bitcoin-Baustein, nach den vorliegenden Quellen finpension, VIAC oder Descartes. Vergleiche Anbietergebühr, Produktkosten und Mindestbeträge auf den aktuellen Preisseiten.
- Entscheide, ob du die Quote selbst einstellen willst, wie bei finpension und VIAC, oder ein fertiges Modell mit festem Bitcoin-Anteil bevorzugst, wie bei Descartes.
- Lege fest, wie hoch dein Bitcoin-Anteil sein soll. Die Obergrenze liegt meist bei 5 Prozent; weniger ist erlaubt und für vorsichtige Anleger oft sinnvoller.
- Prüfe, welches Produkt die Stiftung einsetzt: Kryptofonds, europäisches ETP oder US-ETF. Schau dir dessen Gesamtkostenquote und Währung an.
- Verteile dein Guthaben auf mehrere 3a-Depots, wenn du später gestaffelt beziehen willst. Setze Bitcoin eher in den Depots ein, die du zuletzt beziehst.
- Zahle bis zum 31. Dezember ein, damit der Betrag im laufenden Steuerjahr abziehbar ist. Die Bescheinigung des Anbieters legst du der Steuererklärung bei.
- Plane etwa fünf Jahre vor dem Bezug, die Bitcoin-Quote schrittweise zu senken, damit ein Kurssturz kurz vor der Auszahlung dich nicht trifft.
Häufige Fehler bei Bitcoin in der Säule 3a
Der häufigste Fehler ist, die Bezugssteuer zu vergessen. Wer nur auf den Abzug beim Einzahlen schaut, übersieht, dass ein großer Bitcoin-Gewinn später mitbesteuert wird. Der zweite Fehler ist, die Produktkosten zu ignorieren. Ein Kryptofonds mit über 2 Prozent Kosten frisst über Jahrzehnte einen spürbaren Teil der Rendite, während ein reines Bitcoin-ETP nur einen Bruchteil kostet. Der dritte Fehler ist, die 5-Prozent-Grenze für eine Empfehlung zu halten. Sie ist eine Obergrenze, keine Zielgröße. Der vierte Fehler betrifft das Timing: Wer die Bitcoin-Quote kurz vor dem Bezug noch hochhält, riskiert, genau in einem Kurstief auszahlen zu müssen. Und schließlich verwechseln manche die Säule 3a mit einem normalen Depot und erwarten, dass sie jederzeit verkaufen und das Geld abziehen können. Das geht nur in den gesetzlich geregelten Fällen.
Häufige Fragen
Kann ich in der Säule 3a echte Bitcoin auf einer eigenen Wallet halten?
Nein. Das Geld in der Säule 3a gehört rechtlich zum Vorsorgevermögen einer Stiftung oder liegt auf einem 3a-Konto. Die Stiftung kauft für dich Anteile an einem Fonds oder ETP, das Bitcoin abbildet. Eine Auszahlung von Coins auf eine eigene Wallet ist nicht vorgesehen.
Wie viel Prozent meiner Säule 3a darf ich in Bitcoin anlegen?
Bei den Anbietern mit Bitcoin-Baustein liegt die Grenze nach Testberichten bei 5 Prozent des persönlichen 3a-Guthabens, bei Descartes je nach Modell bei 1 bis 5 Prozent. Prüf die aktuelle Grenze beim Anbieter, denn sie kann sich ändern.
Welche 3a-Anbieter bieten Bitcoin an?
Nach den Quellen, die wir gefunden haben, bieten finpension, VIAC und Descartes einen Bitcoin-Baustein an. Bei frankly ist Bitcoin laut einem Testbericht nicht wählbar. Für True Wealth, Swissquote, PostFinance und Yuh haben wir keinen Bitcoin-Baustein in der 3a gefunden.
Wie viel darf ich 2026 in die Säule 3a einzahlen?
Mit Pensionskasse bis zu 7'258 Franken, ohne Pensionskasse bis zu 20 Prozent des Erwerbseinkommens, höchstens 36'288 Franken. Ab 2027 steigen die Beträge laut Medienberichten auf 7'373 und 36'864 Franken.
Muss ich Bitcoin-Gewinne in der Säule 3a versteuern?
Nicht laufend. Solange das Geld in der Säule 3a liegt, sind Gewinne steuerfrei und es fällt keine Vermögenssteuer an. Beim Bezug wird aber das gesamte Kapital als Kapitalleistung besteuert, getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem reduzierten Satz. Damit wird auch der Bitcoin-Gewinn erfasst.
Ist Bitcoin im Privatvermögen steuerlich besser?
Beim Gewinn ja: Private Kapitalgewinne sind für Privatanleger in der Schweiz grundsätzlich steuerfrei, solange du nicht als gewerbsmäßiger Händler giltst. Dafür zahlst du Vermögenssteuer und hast keinen Abzug beim Einzahlen. Bei kleinen Beträgen überwiegt oft der 3a-Abzug, bei großen erwarteten Gewinnen eher das Privatvermögen.
Was kostet ein Bitcoin-Baustein in der Säule 3a?
Zur Anbietergebühr, je nach Anbieter rund 0,4 bis 0,75 Prozent pro Jahr, kommen die Produktkosten. Reine Bitcoin-ETPs der großen Emittenten kosten 0,15 bis 0,25 Prozent, ein breiter Kryptofonds wurde mit rund 2,1 Prozent eingeführt.
Was passiert, wenn der Bitcoin-Anteil über 5 Prozent steigt?
Die meisten digitalen Anbieter gleichen das Portfolio regelmäßig auf die Zielaufteilung aus und verkaufen dabei Bitcoin-Anteile. Innerhalb der Säule 3a ist das steuerneutral. Wie oft und ab welcher Abweichung ausgeglichen wird, steht in den Bedingungen deines Anbieters.
Kann ich Beitragslücken nachzahlen und das Geld in Bitcoin anlegen?
Seit 2026 kannst du Lücken nachzahlen, die ab 2025 entstanden sind, höchstens zehn Jahre rückwirkend und pro Jahr zusätzlich bis zum kleinen Maximalbetrag. Das nachgezahlte Geld fließt in deine gewählte Strategie, also auch anteilig in den Bitcoin-Baustein, wenn du einen gewählt hast.
Gilt das auch für Grenzgänger aus Deutschland?
Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiten und AHV-pflichtig sind, können je nach Situation in die Säule 3a einzahlen. Ob der Abzug steuerlich wirkt, hängt aber davon ab, wo du steuerpflichtig bist. Wer in Deutschland wohnt und dort versteuert, sollte das vorher mit einer Fachperson klären.
Unterm Strich ist Bitcoin in der Säule 3a eine bequeme, aber kleine Beimischung. Du bekommst den Steuerabzug, musst dich nicht um die Verwahrung kümmern und kannst die Quote steuerfrei umschichten. Dafür zahlst du Produkt- und Anbieterkosten, bist an eine Obergrenze von meist 5 Prozent gebunden und gibst den steuerfreien Kapitalgewinn auf, den du im Privatvermögen hättest. Wer das abwägt und die Kosten der Produkte vergleicht, kann Bitcoin sinnvoll in die Vorsorge einbauen. Wer auf den großen Gewinn hofft, ist außerhalb der Säule 3a besser aufgehoben.
Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.
Quellen
- UBS: Säule 3a Maximalbetrag 2026
- Südostschweiz: Säule 3a erlaubt ab 2027 höhere Einzahlungen
- UBS: Nachzahlung in die Säule 3a
- Kanton Basel-Landschaft, Steuerbuch: Einkauf in die Säule 3a
- finews.ch: 3a-Anbieter ermöglicht Krypto-Investments
- Finanzdepot: finpension Säule 3a Erfahrungen
- Simplemoney: VIAC Review
- Finanzdepot: Descartes Minimum Risk BTC, Bitcoin in der Säule 3a
- Vermögenszentrum: Bezug der Säule 3a
- Zurich: Auszahlung Säule 3a und Steuern
- BDO: Steuererhöhung bei Kapitalbezügen aus der Vorsorge vom Tisch
- iShares Bitcoin ETP Factsheet


