
Bitpanda-Konto löschen 2026: Schritt für Schritt in der App, was vorher raus muss und welche Daten bleiben
Ein Bitpanda-Konto löschst du in der App über die Profileinstellungen oder per Formular nach dem Login. Vorher müssen Guthaben, Coins und Wertpapiere raus. Der Ratgeber zeigt die Schritte, eine Checkliste für Sparpläne, Staking und Karte, warum du den Steuerreport sichern musst und welche Daten Bitpanda aufbewahrt.
Ein Bitpanda-Konto löschen kannst du direkt in der App: Unter iOS tippst du laut GIGA auf dein Profilbild und dann auf Konto schließen, unter Android über Mein Konto auf Konto löschen. Der Bitpanda-Support nennt als zweiten Weg ein Anfrageformular zur Kontolöschung, das du nach dem Login absendest; im Browser allein gibt es keinen Lösch-Knopf. Vorher muss dein Konto leer sein: Euro auszahlen, Coins verkaufen oder auf eine eigene Wallet übertragen, Aktien und ETFs verkaufen. Wichtiger als der Klick selbst ist die Vorbereitung. Exportiere vor der Löschung deine gesamte Transaktionshistorie und den Steuerreport, denn danach kommst du an diese Daten nicht mehr heran, und für die Steuer brauchst du sie oft noch Jahre.
Dieser Ratgeber führt durch die Löschung in der App und per Formular, bietet eine Checkliste für alles, was vorher erledigt sein muss, erklärt die steuerlichen Folgen von Verkauf und Übertragung, zeigt, welche Daten Bitpanda trotz Löschung aufbewahren muss, und ordnet ein, ob eine Löschung überhaupt nötig ist. Stand: November 2026. Die Menübezeichnungen können sich mit App-Updates ändern; maßgeblich ist der aktuelle Hilfeartikel von Bitpanda. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Bitpanda-Konto löschen in Kürze
- iOS-App
- Profilbild, dann Konto schließen (laut GIGA)
- Android-App
- Mein Konto, dann Konto löschen (laut GIGA)
- Alternative
- Formular Account Deletion nach dem Login (laut Bitpanda-Support)
- Browser ohne Formular
- Kein Lösch-Knopf, Weg über Support
- Voraussetzung
- Gesamtes Guthaben abgehoben, keine Bestände mehr
- Bestätigung
- Per E-Mail
- Vorher sichern
- Transaktionshistorie als CSV, Steuerreport, Abrechnungen
- Reaktivierung
- Laut GIGA nicht möglich, neues Konto mit gleichen Daten wird geschlossen
- Daten danach
- Gelöscht oder anonymisiert, soweit gesetzlich zulässig; Aufbewahrungspflichten bleiben
Erst überlegen: Löschen oder nur ruhen lassen?
Bevor du löschst, kurz die Gegenfrage: Willst du Bitpanda wirklich nie wieder nutzen? Laut GIGA lässt Bitpanda eine Reaktivierung eines geschlossenen Kontos nicht zu, und ein neues Konto mit denselben Daten wird automatisch geschlossen. Wer sich nur eine Pause gönnen will, lässt das Konto besser leer und ungenutzt bestehen und meldet sich später mit E-Mail und Passwort wieder an. Ein leeres Konto kostet nach dem Kostenmodell von Bitpanda nichts. Achte dann aber auf die Sicherheit: aktivierte Zwei-Faktor-Authentifizierung, ein eigenes Passwort, das du nirgends sonst nutzt, und im Zweifel einen Blick auf die Liste der verbundenen Geräte.
Gründe für eine echte Löschung gibt es trotzdem: Du willst deine Daten nicht länger bei einem Anbieter haben, den du nicht nutzt, du hast den Anbieter gewechselt, oder du räumst nach einem Sicherheitsvorfall auf. Im letzten Fall gilt: Erst sichern, dann löschen. Hat jemand Fremdes Zugriff auf dein Konto erlangt, melde das zuerst dem Support über den Weg für gehackte Konten, damit Bitpanda das Konto sperrt und den Vorfall prüft, bevor Spuren verschwinden. Was du nach einem Hack sonst tun solltest, erklärt unser Ratgeber Wallet gehackt, was tun.
Checkliste: Was vor der Löschung erledigt sein muss
Vorbereitung in der richtigen Reihenfolge
- Transaktionshistorie ab Kontoeröffnung als CSV exportieren. Sie enthält Käufe, Verkäufe, Tausch, Ein- und Auszahlungen und Staking-Gutschriften.
- Steuerdokumente herunterladen: in Deutschland den Steuerreport beziehungsweise die steuerlichen Auswertungen für jedes Jahr mit Krypto-Aktivität, in Österreich die KESt-Dokumente und Jahresübersichten.
- Abrechnungen und Kontoauszüge für Aktien, ETFs und Edelmetalle sichern, falls du diese bei Bitpanda hattest.
- Alle Sparpläne beenden, damit keine neue Ausführung nach dem Verkauf startet.
- Offene Limit- und Stop-Orders löschen.
- Staking beenden. Je nach Coin kann das Entsperren einige Tage dauern; erst danach sind die Coins frei.
- Bitpanda Card kündigen oder deaktivieren, falls vorhanden, und daran gekoppelte Daueraufträge oder Abos umstellen.
- Coins verkaufen oder auf eine eigene Wallet beziehungsweise zu einer anderen Börse übertragen.
- Aktien, ETFs und Edelmetalle verkaufen.
- Euro-Guthaben auf dein Referenzkonto auszahlen und den Eingang auf dem Girokonto prüfen.
- Prüfen, dass wirklich alle Salden auf null stehen, auch kleine Restbeträge.
- Erst dann die Löschung in der App oder per Formular anstoßen.
Die Reihenfolge ist kein Zufall. Wer zuerst verkauft und dann die Sparpläne stoppt, riskiert eine weitere Ausführung, die neues Guthaben erzeugt. Wer Staking zuletzt beendet, wartet unter Umständen Tage, bis die Coins frei sind. Und wer die Historie erst nach der Auszahlung exportieren will, hat sie im besten Fall noch, im schlechtesten Fall hat er die Löschung schon beantragt. Exportiere deshalb als allerersten Schritt, solange alles noch da ist.
Kleine Restbeträge loswerden
Ein häufiges Hindernis sind Kleinstbeträge, im Krypto-Jargon Dust: ein paar Hundertstel Euro in einem Altcoin, Bruchteile aus Staking-Gutschriften oder Rundungsreste nach einem Verkauf. Sie können unter der Mindestmenge für einen Verkauf oder eine Auszahlung liegen und verhindern, dass das Konto komplett leer ist. Prüfe in der App, ob Bitpanda eine Funktion anbietet, um solche Beträge in einen anderen Wert zu tauschen oder gesammelt zu verkaufen. Gibt es keinen Weg, schildere das im Löschformular. Der Support kann in solchen Fällen in der Regel weiterhelfen. Gib dabei an, um welche Beträge es geht.
Verkaufen oder übertragen: die steuerliche Seite
Ob du Coins vor der Löschung verkaufst oder auf eine eigene Wallet überträgst, macht steuerlich einen großen Unterschied. Ein Verkauf ist eine Veräußerung. In Deutschland ist der Gewinn steuerfrei, wenn du die Coins länger als ein Jahr gehalten hast, und sonst steuerpflichtig, sobald deine privaten Veräußerungsgewinne im Jahr die Freigrenze von 1.000 Euro erreichen. In Österreich zieht Bitpanda als inländischer Anbieter auf Gewinne aus Neuvermögen 27,5 Prozent KESt ab, unabhängig von der Haltedauer. Eine Übertragung auf eine eigene Wallet oder zu einer anderen Börse ist dagegen keine Veräußerung; die Coins behalten ihr Kaufdatum, und in Deutschland läuft die Haltefrist weiter.
| Verkauf bei Bitpanda | Übertrag auf eigene Wallet oder Börse | |
|---|---|---|
| Steuer Deutschland | Gewinn steuerpflichtig, wenn unter einem Jahr gehalten | Kein Steuerereignis, Haltefrist läuft weiter |
| Steuer Österreich | KESt 27,5 % auf Gewinn wird abgezogen | Kein Steuerereignis |
| Kosten | Aufschlag im Verkaufskurs | Netzwerkgebühr der Blockchain |
| Nachweis später | Abrechnung reicht | Kaufbelege und Auszahlungsbeleg nötig |
| Geeignet, wenn | Du aus Krypto aussteigen willst | Du die Coins behalten willst |
Wer überträgt, braucht die Kaufbelege später noch. Verkaufst du die Coins in zwei Jahren bei einer anderen Börse, kennt diese Börse weder Kaufdatum noch Kaufpreis. Beides weist du mit der Bitpanda-Historie nach, die du vorher exportiert hast. Ohne diese Belege kann das Finanzamt im Zweifel annehmen, die Haltefrist sei nicht nachgewiesen. Speichere deshalb zusätzlich zur CSV-Datei die Auszahlungsbestätigung mit Transaktions-ID. Bei Bitpanda gilt bei Auszahlungen die Travel Rule; du musst angeben, ob die Zieladresse deine eigene Wallet ist. Wie die Verifizierung abläuft, beschreibt unser Ratgeber zur Travel Rule.
Rechenbeispiel: alles auf einmal verkaufen
Angenommen, du hast bei Bitpanda seit März 2024 jeden Monat 50 Euro in Bitcoin gespart und willst im November 2026 alles verkaufen und das Konto löschen. Die Sparplan-Käufe bis Oktober 2025 sind zum Verkaufszeitpunkt älter als ein Jahr, ihre Gewinne sind in Deutschland steuerfrei. Die Käufe von November 2025 bis Oktober 2026, zwölf Raten zu 50 Euro, sind jünger. Hat sich der Wert dieser zwölf Raten von 600 auf 680 Euro erhöht, entsteht ein steuerpflichtiger Gewinn von 80 Euro, der unter der Freigrenze bleibt, wenn du sonst keine privaten Veräußerungsgewinne hast. Eintragen solltest du ihn trotzdem.
Eine Alternative wäre, nur die alten Raten zu verkaufen und die jungen auf eine eigene Wallet zu übertragen, bis sie älter als ein Jahr sind. Bei kleinen Beträgen lohnt der Aufwand kaum, bei größeren schon. Bedenke beim Verkauf auch die Kosten: Bitpanda berechnet laut eigener Hilfeseite bei Bitcoin einen Aufschlag von 0,99 Prozent im Kurs, bei anderen Coins laut Testportalen meist 1,49 Prozent. Bei 3.000 Euro Bestand sind das rund 30 Euro. Eine Übertragung kostet nur die Netzwerkgebühr. Mehr zu den Kosten steht in unserem Ratgeber zu Bitpanda-Gebühren und Spread.
Schritt für Schritt: die Löschung in der App
Konto schließen auf dem Smartphone
- Bitpanda-App öffnen und anmelden. Stelle sicher, dass alle Salden auf null stehen.
- iPhone: Profilbild oben antippen und Konto schließen wählen. Android: Mein Konto öffnen und Konto löschen wählen. Bei anderen App-Versionen findest du den Punkt in den Profil- oder Kontoeinstellungen.
- Den Anweisungen folgen. Die App fragt meist nach einem Grund und weist auf die Folgen hin.
- Löschung bestätigen, gegebenenfalls mit Zwei-Faktor-Code.
- Bestätigungs-E-Mail abwarten und aufbewahren. Sie ist dein Nachweis, dass du die Löschung beantragt hast.
- Die App vom Gerät entfernen und gespeicherte Passwörter löschen, sobald die Löschung bestätigt ist.
Kein Smartphone zur Hand? Dann nutze das Formular zur Kontolöschung, das der Bitpanda-Support beschreibt. Du meldest dich an, öffnest das Formular Account Deletion und sendest es ab. Gib die E-Mail-Adresse an, mit der du bei Bitpanda registriert bist. Bitpanda schickt eine E-Mail, sobald das Konto gelöscht ist. Ein Forenbeitrag bei antwort.net beschreibt die Löschung als reine E-Mail-Anfrage an den Support; das entspricht nicht den offiziellen Angaben. Nutze den Weg über App oder Formular, damit deine Identität sauber geprüft wird.
Welche Daten bleiben, und warum
Nach der Löschung werden deine personenbezogenen Daten gelöscht oder anonymisiert, soweit das gesetzlich zulässig ist. Dieser Zusatz ist wichtig, denn Bitpanda unterliegt Aufbewahrungspflichten, die eine sofortige Löschung verbieten. Als in Österreich beaufsichtigtes Unternehmen gilt für Bitpanda das Finanzmarkt-Geldwäschegesetz. Danach müssen Identifizierungsdaten, Kopien der Ausweisdokumente und Transaktionsbelege für eine bestimmte Zeit nach dem Ende der Geschäftsbeziehung aufbewahrt werden, nach dem österreichischen Gesetz bis zu zehn Jahre. Dazu kommen Aufbewahrungspflichten aus Steuer- und Unternehmensrecht sowie aus der Kryptomarktverordnung MiCAR.
Für dich bedeutet das: Deine Daten verschwinden nicht sofort, sondern werden gesperrt und nur noch für diese gesetzlichen Zwecke vorgehalten, etwa für Anfragen von Behörden. Nutzen darf Bitpanda sie nicht mehr für Werbung oder andere Zwecke. Nach Ablauf der Fristen werden sie gelöscht. Wie das im Einzelnen geregelt ist, steht in der Datenschutzerklärung der Bitpanda-Gruppe. Möchtest du wissen, welche Daten Bitpanda über dich gespeichert hat, kannst du vor oder nach der Löschung eine Auskunft nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung verlangen. Eine Löschung nach Artikel 17 kann Bitpanda verweigern, soweit gesetzliche Aufbewahrungspflichten bestehen.
Ein Punkt, den viele übersehen: Seit 2026 meldet Bitpanda als Krypto-Dienstleister nach der EU-Richtlinie DAC8 Kundendaten und Transaktionen an die Steuerbehörden. Eine Kontolöschung ändert nichts an Meldungen, die für bereits abgelaufene Zeiträume fällig sind. Hast du 2026 bei Bitpanda gehandelt und löschst das Konto im November, wird das Jahr 2026 trotzdem 2027 gemeldet. Deine eigene Steuererklärung musst du ohnehin abgeben, und genau dafür brauchst du die exportierten Daten.
Wie lange du die Unterlagen selbst aufheben solltest
Als Privatperson hast du in Deutschland keine feste gesetzliche Aufbewahrungsfrist, aber eine Nachweispflicht. Das Finanzamt kann Steuerbescheide in der Regel innerhalb von vier Jahren nach Ablauf des Jahres der Abgabe ändern, bei leichtfertiger oder vorsätzlicher Steuerverkürzung deutlich länger. Bewahre die Bitpanda-Historie deshalb mindestens so lange auf, bis der Bescheid für das letzte Jahr mit Krypto-Verkäufen bestandskräftig ist und die Festsetzungsfrist abgelaufen ist. Hast du Coins übertragen und hältst sie noch, brauchst du die Kaufbelege, solange du die Coins besitzt, und danach noch für das Verkaufsjahr. Speichere die Dateien an zwei Orten, etwa lokal und in einem verschlüsselten Cloud-Ordner.
Typische Fehler beim Löschen
Erstens: Die Löschung beantragen, bevor die Historie exportiert ist. Zweitens: Den Sparplan vergessen, der nach dem Verkauf noch einmal ausgeführt wird. Drittens: Staking zu spät beenden und dann tagelang auf die Freigabe warten. Viertens: Coins auf eine Adresse übertragen, die nicht zum Netzwerk passt, etwa einen Token über das falsche Netz senden. Fünftens: Annehmen, nach der Löschung seien alle Daten weg und Meldungen an das Finanzamt fänden nicht mehr statt. Sechstens: Die Bitpanda Card nicht vorher kündigen und Lastschriften ins Leere laufen lassen. Siebtens: Ein neues Konto mit denselben Daten eröffnen wollen, nachdem man gelöscht hat.
Den Export prüfen: Was in der Datei stehen muss
Ein Export ist nur so viel wert wie sein Inhalt. Öffne die CSV-Datei nach dem Download in einer Tabellenkalkulation und prüfe, ob sie wirklich ab deinem ersten Tag bei Bitpanda beginnt. Jede Zeile sollte Datum und Uhrzeit, Art des Vorgangs, Asset, Menge, Preis oder Gegenwert in Euro und Gebühren enthalten. Kontrolliere Stichproben: den ersten Kauf, eine Sparplan-Ausführung, eine Auszahlung und eine Staking-Gutschrift. Fehlen Zeilen oder ganze Zeiträume, exportiere erneut mit einem anderen Zeitraum oder frage beim Support nach, bevor du die Löschung beantragst. Hattest du Aktien oder ETFs, sind die zugehörigen Abrechnungen oft als PDF im Dokumentenbereich hinterlegt; lade sie einzeln herunter.
Für die deutsche Steuer ist besonders wichtig, dass du jede Teilmenge mit Kaufdatum und Kaufpreis nachweisen kannst. Für die österreichische Steuer brauchst du die Anschaffungskosten für den gleitenden Durchschnittspreis und die Belege über die einbehaltene KESt, etwa für einen späteren Verlustausgleich über die E1kv. Wer ein Krypto-Steuerprogramm nutzt, importiert die Datei am besten noch vor der Löschung und prüft, ob das Programm alle Vorgänge erkennt. Ein fehlerhafter Import lässt sich jetzt noch mit einem neuen Export beheben, nach der Löschung nicht mehr.
Bitpanda Card, Abos und Lastschriften
Wer die Bitpanda Card genutzt hat, sollte sie vor der Löschung gesondert betrachten. Zahlungen mit der Karte werden je nach Einstellung aus einem Krypto- oder Euro-Guthaben gedeckt. Hast du die Karte für Abonnements, Streamingdienste oder Lastschriften hinterlegt, stelle diese vorher auf ein anderes Zahlungsmittel um, sonst scheitern die nächsten Abbuchungen. Kündige oder deaktiviere die Karte in der App und vernichte die physische Karte. Bedenke steuerlich: In Deutschland ist jede Kartenzahlung, die aus einem Krypto-Guthaben gedeckt wurde, eine Veräußerung der eingesetzten Coins. Auch diese Vorgänge stehen in der Historie und gehören in deine Steueraufstellung.
Wechsel zu einem anderen Anbieter
Viele löschen ihr Bitpanda-Konto, weil sie zu einem anderen Anbieter wechseln. Der steuerlich schonendste Weg ist meist, die Coins zu übertragen statt zu verkaufen. Prüfe vorher, ob der neue Anbieter Einzahlungen von außen überhaupt annimmt. Bei einigen Brokern, etwa flatex oder Smartbroker+, ist das nach deren Bedingungen nicht möglich. Andere, etwa Kraken, BISON oder Trade Republic, nehmen Coins an, verlangen aber nach der Travel Rule Angaben zur Herkunft und ab 1.000 Euro unter Umständen einen Eigentumsnachweis. Sende zuerst einen kleinen Testbetrag und prüfe Netzwerk und Adresse doppelt.
Beim neuen Anbieter fehlen dann Kaufdatum und Kaufpreis der eingezahlten Coins. Für die Haltefrist in Deutschland zählt aber das ursprüngliche Kaufdatum bei Bitpanda. Verkaufst du die Coins später beim neuen Anbieter, weist du es mit dem Bitpanda-Export nach. Steuerprogramme können beide Exporte verbinden und den Übertrag erkennen, wenn du beide Konten einliest. Wer Krypto-ETPs bei Bitpanda gehalten hat, kann diese meist nicht übertragen, sondern muss sie verkaufen; die Gewinne werden dann wie bei Wertpapieren behandelt.
Datenauskunft und Löschwunsch schriftlich festhalten
Wer genau wissen will, was gespeichert bleibt, kann bei Bitpanda vor der Löschung eine Auskunft nach Artikel 15 DSGVO anfordern. Eine kurze Nachricht an den Datenschutzkontakt genügt: Bitte um Auskunft über alle zu meiner Person gespeicherten Daten, die Zwecke der Verarbeitung, die Empfänger und die geplante Speicherdauer, mit Angabe deiner registrierten E-Mail-Adresse. Das Unternehmen muss in der Regel innerhalb eines Monats antworten. Nach der Löschung kannst du ebenfalls schriftlich bestätigen lassen, welche Daten aus welchem Grund noch aufbewahrt werden. Bei Problemen ist in Österreich die Datenschutzbehörde zuständig, in Deutschland kannst du dich an die Aufsichtsbehörde deines Bundeslandes wenden, die den Fall weiterleitet.
Sonderfall: Konto einer verstorbenen Person
Die Löschung über die App setzt voraus, dass du dich anmelden kannst. Bei einem Todesfall ist das anders. Erben dürfen sich nicht einfach mit den Zugangsdaten der verstorbenen Person einloggen, auch wenn sie sie kennen. Der richtige Weg führt über den Support: Erben weisen sich mit Sterbeurkunde und Erbschein, in Österreich mit dem Einantwortungsbeschluss, aus und beantragen die Auflösung des Kontos. Bitpanda zahlt die Bestände dann nach Prüfung an die Erben aus, als Euro-Betrag oder je nach Möglichkeit als Coins. Für die Erbschaftsteuer in Deutschland zählt der Wert am Todestag; die Haltefrist der Coins geht auf die Erben über. Wer vorsorgen will, hinterlegt im Testament oder in einer Vollmacht, welche Konten es gibt.
Hinweise für Kundinnen und Kunden in Österreich
In Österreich hat Bitpanda bei Krypto-Verkäufen die KESt von 27,5 Prozent bereits abgezogen, sofern es sich um Neuvermögen handelt. Eine eigene Steuererklärung ist für diese Einkünfte im Normalfall nicht nötig. Die Steuerdokumente brauchst du trotzdem, wenn du Verluste mit Gewinnen bei anderen Anbietern verrechnen oder die Regelbesteuerungsoption nutzen willst, denn beides läuft über die Beilage E1kv, und dafür sind die Beträge mit und ohne KESt-Abzug aus den Bitpanda-Unterlagen nötig. Überträgst du Coins vor der Löschung zu einem ausländischen Anbieter, behalten sie ihre Anschaffungskosten. Ein späterer Verkauf dort ist ohne KESt-Abzug und gehört in die E1kv. Altvermögen, das vor März 2021 gekauft wurde, bleibt nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei; dafür ist der Bitpanda-Export der wichtigste Nachweis.
Häufige Fragen zum Löschen eines Bitpanda-Kontos
Wie lösche ich mein Bitpanda-Konto?
In der App: unter iOS Profilbild und Konto schließen, unter Android Mein Konto und Konto löschen. Alternativ nach dem Login das Formular zur Kontolöschung absenden. Vorher müssen alle Salden auf null stehen.
Kann ich mein Bitpanda-Konto im Browser löschen?
Einen direkten Lösch-Knopf gibt es dort laut GIGA nicht. Du kannst aber nach dem Login das Formular für die Kontolöschung nutzen oder den Support kontaktieren.
Was passiert mit meinen Coins?
Sie müssen vorher raus. Du kannst sie verkaufen oder auf eine eigene Wallet oder eine andere Börse übertragen. Ein Verkauf kann steuerpflichtig sein, eine Übertragung nicht.
Muss ich vorher den Steuerreport herunterladen?
Ja, unbedingt. Nach der Löschung kommst du an Historie und Steuerdokumente nicht mehr heran, brauchst sie aber für die Steuererklärung und als Nachweis von Kaufdatum und Kaufpreis.
Kann ich ein gelöschtes Bitpanda-Konto wiederherstellen?
Laut GIGA nicht. Ein neues Konto mit denselben Daten schließt Bitpanda automatisch. Wer zurückkommen will, lässt das Konto besser leer bestehen.
Löscht Bitpanda wirklich alle meine Daten?
Nein, nicht sofort. Daten werden gelöscht oder anonymisiert, soweit gesetzlich zulässig. Geldwäsche-, Steuer- und Aufsichtsrecht verlangen die Aufbewahrung bestimmter Daten über Jahre nach Ende der Geschäftsbeziehung.
Was mache ich mit Kleinstbeträgen, die ich nicht verkaufen kann?
Prüfe, ob die App einen Tausch oder Sammelverkauf anbietet. Sonst schildere die Restbeträge im Löschformular oder beim Support.
Wird Bitpanda nach der Löschung noch etwas ans Finanzamt melden?
Für Zeiträume, in denen du aktiv warst, ja. Nach DAC8 meldet Bitpanda seit dem Meldejahr 2026 Transaktionen, auch wenn das Konto inzwischen geschlossen ist.
Wie lange dauert die Löschung?
Du erhältst nach dem Antrag eine Bestätigung per E-Mail und eine weitere, sobald das Konto gelöscht ist. Wie lange das dauert, hängt vom Einzelfall ab, etwa davon, ob noch Restbeträge offen sind.
Unterm Strich ist das Löschen selbst schnell erledigt, die Vorbereitung entscheidet. Erst exportieren, dann Sparpläne, Orders, Staking und Karte beenden, dann Coins verkaufen oder übertragen, Euro auszahlen, Restbeträge klären und erst zum Schluss löschen. Die Unterlagen hebst du so lange auf, wie das Finanzamt nachfragen kann. Dieser Ratgeber ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Wer unsicher ist, ob er später zurückkommen will, lässt das leere Konto lieber bestehen, denn eine Löschung lässt sich nach den vorliegenden Angaben nicht rückgängig machen.
Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.
Quellen
- Bitpanda Support: Delete your Bitpanda Account
- Bitpanda Support: How can I delete my account?
- Bitpanda Support: Account hacked or compromised
- GIGA: Bitpanda-Konto löschen, so funktioniert es Schritt für Schritt
- antwort.net: Wie kann ich mein Bitpanda Konto löschen?
- RIS: Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG)
- EUR-Lex: Datenschutz-Grundverordnung


