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Apple, Nvidia und Dutzende weitere Konzerne blockieren Krypto-Aktien bei OKXICE

Über 90 Prozent der geplanten Aktiennotierungen bei OKXICE stehen vor dem Aus: 67 Emittenten, darunter Apple und Nvidia, haben formell Einspruch gegen den tokenisierten Handel auf der Plattform eingelegt.

Apple, Nvidia und Dutzende weitere Konzerne blockieren Krypto-Aktien bei OKXICE

Die Pläne von OKXICE, US-Aktien auf die Blockchain zu bringen, stoßen auf massiven Widerstand der Konzerne. 67 Unternehmen haben formell Einspruch dagegen erhoben, ihre Wertpapiere auf dem Handelsplatz tokenisieren zu lassen. Das 50:50-Joint-Venture zwischen der US-Holding der Krypto-Börse OKX und der NYSE-Muttergesellschaft Intercontinental Exchange sieht sich damit bei 57 seiner 63 ursprünglich avisierten Tickersymbole mit Gegenwind konfrontiert.

Dieser Widerstand fegt über 90 Prozent des ursprünglichen Handelsangebots vom Tisch, noch bevor die Plattform überhaupt live geht. Tech-Giganten wie Apple, Nvidia, Microsoft, Amazon, Tesla und Meta wehren sich allesamt und berauben den geplanten Marktplatz der meistgehandelten Titel der Wall Street.

Grundlage des Vorgehens ist eine Ausnahmeregelung der US-Börsenaufsicht SEC, die den Handel tokenisierter Aktien über automatisierte Pools ermöglichen soll. Nach diesem SEC-Regelwerk müssen Konzerne, deren Aktien von nicht mit ihnen verbundenen Dritten tokenisiert werden, eine schriftliche Benachrichtigung erhalten und besitzen ein Widerspruchsrecht. Ein offizieller Einspruch verbietet es der Plattform, die jeweiligen Papiere im Rahmen dieser Freistellung anzubieten. Eine vom Emittenten selbst autorisierte Tokenisierung bliebe davon unberührt.

Der Widerstand formierte sich rasant, nachdem OKXICE Anfang Oktober seine Roadmap vorgestellt hatte. Bis zum 30. Oktober reichten 50 Unternehmen Einspruch ein, bis zum 4. November stieg die Zahl auf 62. Am 5. November schlossen sich mit Meta, Palantir, S&P Global, KLA und Super Micro Computer fünf weitere Konzerne den Bedenken an.

Von den ursprünglich 62 identifizierten Unternehmen – verteilt auf 63 Tickersymbole aufgrund der zwei Aktienklassen von Alphabet – haben inzwischen 56 widersprochen. Lediglich sechs Namen verbleiben ohne bekannt gewordenen Einspruch: Strategy, Coinbase, Robinhood, Circle, Securitize und BitGo. Alle sechs sind tief im Krypto- und Digital-Asset-Sektor verankert. Das Ausbleiben eines Einspruchs bedeutet jedoch weder eine offizielle Unterstützung des Vorhabens noch eine Bestätigung, dass diese Titel zum Start tatsächlich handelbar sein werden.

Das Zusammenstellen handelbarer Werte ist nicht die einzige Herausforderung für die geplante Rund-um-die-Uhr-Börse. OKXICE teilte mit, dass weder die Plattform selbst noch verbundene Unternehmen Startliquidität auf dem Marktplatz bereitstellen werden. Stattdessen müssen externe Market Maker und institutionelle Anleger tokenisierte Aktien und Stablecoins in die Trading-Pools einzahlen.

OKXICE setzt auf Uniswap-v4-Pools, die auf der hauseigenen XLayer-Blockchain von OKX implementiert werden. Zugelassene Wallets sollen dort tokenisierte Aktien gegen Stablecoins handeln können. Im Gegensatz zu Orderbuch-Börsen stützt sich dieses Modell vollständig auf das in Pools gebundene Kapital. Bei dünner Liquidität droht Händlern in volatilen Marktphasen oder bei Großaufträgen erhebliche Slippage.

Daten etablierter dezentraler Handelsplätze für Aktien verdeutlichen dieses Liquiditätsproblem. Ein Bericht der Analyseplattform Dune zeigte, dass bei 5.484 Aktienpools mit einem Gesamtvermögen von 69 Mio. $ per 31. August der Medianwert pro Pool bei gerade einmal 92 $ lag. Das Kapital konzentrierte sich stark: Lediglich 78 Pools vereinten mit 56 Mio. $ rund 81 Prozent des Gesamtvermögens auf sich – angeführt von Uniswap mit 34 Mio. $, PancakeSwap mit 17 Mio. $ und Raydium mit 11 Mio. $.

OKXICE hat bislang weder einen Starttermin genannt noch bestätigt, wie viele Aktien letztlich verfügbar sein werden. Auf der Website wird der Marktplatz weiterhin lediglich als demnächst startend beworben.

Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.

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