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Binance und Deribit sperren SignalPlus-API-Schlüssel nach Sicherheitsvorfall

Binance und Deribit haben die API-Zugänge für SignalPlus gesperrt, nachdem ein Rechner per Phishing kompromittiert wurde. Das Handels-Tool beziffert den Schaden auf unter 82.000 $.

Binance und Deribit sperren SignalPlus-API-Schlüssel nach Sicherheitsvorfall

Die Krypto-Börsen Binance und Deribit haben am 5. November sämtliche API-Schlüssel für die Krypto-Handelssoftware SignalPlus widerrufen. Anlass war ein Sicherheitsvorfall, von dem die Plattform betroffen war.

SignalPlus bemerkte den Angriff nach eigenen Angaben in den frühen Morgenstunden des 4. November. Demnach hatte ein Angreifer das Telegram-Konto eines externen Technologieanbieters gekapert, sich als jener Kontakt ausgegeben und einem Entwickler eine bösartige Microsoft-Teams-Einladung geschickt, über die dessen Computer kompromittiert wurde.

SignalPlus beziffert die Verluste nach bisherigen Schätzungen auf weniger als 82.000 $. Das Unternehmen erklärte, der Vorfall sei eingedämmt worden. Man habe die Partnerbörsen kontaktiert, um verknüpfte Schlüssel zu deaktivieren, und begonnen, betroffene Nutzer im Einzelfall zu entschädigen – mit dem Versprechen, allen Kunden den vollen Betrag zu erstatten.

Beide Börsen bestätigten, dass ihre internen Systeme unberührt blieben. Binance erklärte, die eigenen Systeme seien nicht beeinträchtigt und Kundengelder sicher. Deribit teilte mit, dass der Vorfall keine Auswirkungen auf Systeme oder Nutzerdaten gehabt habe.

Durch den Widerruf wurden bei Deribit sämtliche Handelsaktivitäten, automatisierten Strategien und Überwachungsdienste unterbrochen, die über Schnittstellen zu SignalPlus liefen. Beide Plattformen forderten ihre Kunden auf, sich direkt auf den Börsen-Websites einzuloggen, um offene Aufträge, Positionen und kürzliche Kontobewegungen zu prüfen.

Binance und Deribit rieten Tradern zudem, ein IP-Whitelisting für ihre API-Schlüssel einzurichten und vor einer erneuten Verknüpfung auf eine offizielle Bestätigung von SignalPlus zu warten, dass das Problem vollständig behoben ist.

Auch Changpeng Zhao schaltete sich ein: Er forderte Händler auf, die SignalPlus an anderen Börsen nutzen, ihre API-Schlüssel zu widerrufen, und warnte davor, Schlüssel auf Plattformen von Drittanbietern zu hinterlegen.

Binance forderte zudem weitere angebundene Drittanbieter-Plattformen auf, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen, ungewöhnliche Aktivitäten zu erfassen und die Börse bei auftretenden Problemen umgehend zu benachrichtigen.

SignalPlus räumte ein, für den API-Zugriff auf Partnerbörsen bislang kein IP-Whitelisting vorgeschrieben zu haben. Künftig will das Unternehmen strengere API-Regeln durchsetzen, die Endgerätesicherheit verbessern sowie die internen Zugriffskontrollen und das Schlüsselmanagement ausbauen.

SignalPlus kündigte an, die Dienste schrittweise wieder ans Netz zu bringen, sobald Sicherheitsprüfungen und Softwarekorrekturen abgeschlossen sind. Ein konkretes Datum für den Neustart nannte die Plattform jedoch nicht.

Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.

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