Hongkong beschließt Krypto-Meldepflicht: Datenerfassung startet 2027
Hongkongs Legislativrat hat ein Gesetz zur Steuertransparenz im Krypto-Sektor verabschiedet. Betroffene Dienstleister müssen ab 2027 CARF-Daten erfassen, 2028 beginnt der weltweite Informationsaustausch.

Der Legislativrat von Hongkong hat am 4. November die Gesetzesnovelle zur Einführung des Krypto-Meldestandards CARF sowie des überarbeiteten gemeinsamen Meldestandards CRS verabschiedet. Damit steht der Zeitplan für die grenzüberschreitende Steuertransparenz fest.
Gemäß dem neuen Rahmenwerk müssen betroffene Krypto-Dienstleister ab dem 1. Januar 2027 Kundendaten erfassen. Die Hongkonger Steuerbehörde, das Inland Revenue Department, wird diese Informationen ab 2028 mit Partnerstaaten austauschen. Der modernisierte CRS-Standard für klassische Finanzkonten folgt mit zeitlichem Abstand: Er tritt am 1. Januar 2028 in Kraft, der internationale Datenaustausch beginnt hierfür 2029.
Pflichten für Handelsplätze und Intermediäre
CARF fungiert als jährliches Berichts- und Sorgfaltssystem und setzt die Steuerlast einzelner Nutzer nicht direkt fest. Vielmehr sind Anbieter verpflichtet, Informationen zu sammeln, damit Steuerbehörden diese international abgleichen können.
Als meldepflichtig stuft das Inland Revenue Department Unternehmen ein, die für Kunden Tauschgeschäfte zwischen Krypto-Assets und Fiatwährungen oder zwischen verschiedenen Krypto-Werten durchführen. Darunter fallen Plattformbetreiber, Intermediäre und Gegenparteien, abhängig von ihrer lokalen Verankerung. Dienstleister müssen meldepflichtige Nutzer sowie beherrschende Personen anhand ihres steuerlichen Wohnsitzes in den festgelegten Rechtsordnungen identifizieren. Zu den Meldepflichten gehören Identitätsdaten, Nachweise zur steuerlichen Ansässigkeit und aggregierte Transaktionssummen.
Behörde baut technische Infrastruktur auf
Das Votum vom 4. November deckt sich mit den Plänen vom Dezember 2024, nach denen Hongkong den Gesetzgebungsprozess bis 2026 abschließen und den grenzüberschreitenden Datenaustausch 2028 starten wollte. Regierungsvertreter betonten, dass der internationale Austausch auf Gegenseitigkeit beruhe und strengen Sicherheits- sowie Geheimhaltungsvorschriften unterliege.
Um Dienstleister auf den Start der Datenerfassung 2027 vorzubereiten, hat das Inland Revenue Department ein technisches Support-Team für Rückfragen der Branche eingerichtet. Die Steuerbehörde plant zudem offizielle Leitfäden, die Veröffentlichung eines einheitlichen Datenschemas sowie den Start eines eigenen CARF-Meldeportals.
Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.


