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Nvidia weicht wegen Baustopps für Rechenzentren auf alte Telefonzentralen aus

Weil Wähler in zehn US-Bundesstaaten Beschränkungen und Baustopps für neue Rechenzentren durchgesetzt haben, fasst Nvidia alte Telefonknotenpunkte und Industrieareale für modulare KI-Hardware ins Auge.

Nvidia weicht wegen Baustopps für Rechenzentren auf alte Telefonzentralen aus

Nvidia weicht einem Bericht auf X zufolge auf ausrangierte Telefonzentralen aus, um dort KI-Infrastruktur unterzubringen. Hintergrund ist der wachsende Widerstand vor Ort, der Neubauprojekte auf der grünen Wiese zunehmend erschwert.

Der Strategieschwenk fällt mit einer Welle regulatorischer Hürden in den USA zusammen: Am 4. und 5. November 2026 stimmten Wähler in mindestens zehn US-Bundesstaaten für Maßnahmen, die den Neubau von Rechenzentren in verschiedenen Regionen einschränken oder komplett untersagen.

Modularer Aufbau in 14 Tagen

Um dem schwierigeren Genehmigungsumfeld zu begegnen, greift Nvidia auf seine Hardware DSX POD zurück – eine modulare Infrastrukturlösung, die der Konzern am 22. Oktober 2026 in Berlin vorgestellt hatte. Die Plattform ist so konzipiert, dass sie sich direkt in bestehende Immobilien wie ältere Industriegebäude einpassen lässt.

Laut Charlie Boyle, Vice President bei Nvidia, verkürzen die vorintegrierten Module die Einrichtungszeit von rund sechs Monaten auf 14 Tage. Boyle verwies dabei ausdrücklich auf die Umrüstung leerstehender Lagerhallen. Zudem zielt das System auf einen geringeren Wasserverbrauch ab – und entschärft damit einen Hauptkritikpunkt, den Kommunen regelmäßig gegen gigantische Rechenzentren vorbringen.

Telekom-Vorbild und teure Stromhürden

Mit dem Zugriff auf frühere Fernmeldegebäude folgt Nvidia einem Trend der Telekommunikationsbranche: Betreiber wie AT&T und Lumen rüsten bereits unterausgelastete Vermittlungsstellen für Edge-Computing und KI-Workloads um. Diese Knotenpunkte wickelten früher den Festnetzverkehr ab und bieten nun freien Raum, da moderne Technik deutlich kompakter ausfällt.

Die Weiternutzung dieser sogenannten Brownfield-Standorte sowie alter Fabriken und Lagerhallen rechnet sich: Untersuchungen zeigen, dass die Umrüstung älterer Gebäude die Investitionsausgaben um 30 bis 50 Prozent senken und zugleich die Inbetriebnahme beschleunigen kann.

Der zentrale Engpass bleibt allerdings die Stromversorgung: Moderne KI-Racks benötigen zwischen 40 und über 200 kW Leistung, während herkömmliche Racks mit 8 bis 12 kW auskamen. Vorgefertigte Module lösen zwar das Problem der Bauzeit, können jedoch keine Netzkapazitäten schaffen, für die ein Altbau nie ausgelegt war. Müssen Betreiber die Strominfrastruktur aufwendig sanieren, drohen genau die Kostenvorteile zu schmelzen, die den Umbau überhaupt erst attraktiv machen.

Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.

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