Unabhängige Krypto-Nachrichten und Ratgeber auf Deutsch
KI

AWS hortet Nvidia-GB300-Racks: Strommangel bremst Amazons Cloudsparte

Amazon Web Services übernimmt Nvidia-GB300-Serverracks schneller, als die konzerneigenen Rechenzentren mit Strom versorgt werden können. Weil die Hardware in Zwischenlagern strandet, rutscht der freie Cashflow ins Minus.

AWS hortet Nvidia-GB300-Racks: Strommangel bremst Amazons Cloudsparte

AWS nimmt derzeit schneller Nvidia-GB300-Hardware entgegen, als die konzerneigenen Rechenzentren sie ans Netz bringen können. Der Cloud-Anbieter ist deshalb gezwungen, ungenutzte Systeme vorerst in Zwischenlagern unterzubringen.

Im Rahmen einer Initiative namens „Early Rack Receipt“ soll AWS im August 2026 Nvidia-GB300-Serverracks im Wert von rund 5 Mrd. $ übernehmen. In den Folgemonaten sind weitere Lieferungen im Umfang von jeweils etwa 3 Mrd. $ monatlich vorgesehen.

Jagd auf knappe KI-Prozessoren

In der Branche werden solche ungenutzten Systeme als „Dark GPUs“ bezeichnet – Chips, die zwar gekauft und geliefert, aber nie eingeschaltet wurden. Aus internen E-Mails geht hervor, dass die Beschaffungsoffensive darauf abzielte, knappe KI-Prozessoren zu sichern, bevor Konkurrenten sie erwerben konnten.

Der Engpass liegt dabei nicht an der physischen Stellfläche, sondern an der Stromversorgung. Bestimmte AWS-Standorte bieten zwar Platz für die Racks, verfügen jedoch nicht über den für den Betrieb erforderlichen Netzanschluss. Das Equipment bleibt daher vorerst zwischengelagert, bis die Energieversorger mit dem Ausbau der Infrastruktur nachziehen.

Cashflow rutscht tief ins Minus

Die Ausgabenoffensive hinterlässt sichtbare Spuren in den Konzernfinanzen. Amazon prognostiziert für 2026 Investitionsausgaben von rund 220 Mrd. $, was beinahe einer Verdoppelung gegenüber 2025 entspricht. Im jüngsten Quartal wies AWS einen negativen freien Cashflow von 7,6 Mrd. $ aus – und rutschte bei dieser Kennziffer damit erstmals seit 2023 wieder ins Minus.

Die Nachfrage bleibt derweil hoch: Der AWS-Umsatz legte im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 36,7 % zu. Zwischen 2027 und 2028 will das Unternehmen zudem weitere 2 Mio. Nvidia-GPUs in Betrieb nehmen, darunter Modelle der Reihen Blackwell Ultra und Rubin. Diese Pläne bauen auf früheren Zusagen über bereits mehr als 1 Mio. Prozessoren auf.

Amazon machte keine Angaben dazu, ob Teile der gehorteten Bestände auf Sekundärmärkten abgestoßen werden könnten, und nannte auch keinen Zeitplan für eine solche Option. Für Nvidia liefert die laufende Rate von monatlich rund 3 Mrd. $ an Rack-Lieferungen kurzfristig ein verlässliches Nachfragesignal.

Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.

Das könnte dich auch interessieren