
Consorsbank Krypto 2026: Welche ETNs gehen, warum es keine Coins gibt und welche Alternative sich lohnt
Seit Mai 2026 handelt die Consorsbank wieder Krypto-Wertpapiere: über 40 ETNs und mehr als 5.000 Derivate, 33 ETNs sparplanfähig ab 10 Euro. Echte Coins gibt es nicht. Wir zeigen die Kosten mit Beispielen, die Steuerfolgen und wann ein anderer Weg besser passt.
Consorsbank Krypto heißt im Herbst 2026: Du kannst im normalen Consorsbank-Depot wieder Bitcoin und andere Kryptowerte über Wertpapiere kaufen, aber keine echten Coins. Seit Anfang Mai 2026 stehen nach Berichten von Cash.Online und mobiFlip mehr als 40 Exchange Traded Notes (ETNs) auf einzelne Kryptowährungen und Krypto-Körbe sowie mehr als 5.000 verbriefte Derivate mit Krypto-Basiswert zur Auswahl. 33 dieser ETNs lassen sich als Sparplan ab 10 Euro pro Ausführung besparen. Eine Wallet, eine Auszahlung von Bitcoin auf einen eigenen Stick oder Zahlungen im Lightning-Netz gibt es bei der Consorsbank dagegen nicht.
Das ist eine Kehrtwende. Ende März 2023 hatte die Consorsbank den Kauf von Krypto-ETNs, ETPs und ETCs für ihre Kundinnen und Kunden komplett eingestellt und das als geschäftspolitische Entscheidung der BNP-Paribas-Gruppe begründet, zu der die Bank gehört. Deshalb widersprechen sich die Suchtreffer bis heute: Ältere Ratgeber melden „eingestellt“, neuere „wieder da“. Dieser Text sortiert den Stand, rechnet die Kosten mit echten Ordergrößen durch, erklärt die Steuer bei ETNs und zeigt, wann ein anderer Anbieter für dein Vorhaben besser passt. Stand aller Angaben: November 2026.
Consorsbank Krypto auf einen Blick
- Echte Coins kaufen
- Nein, nur Wertpapiere
- Krypto-ETNs
- Mehr als 40, Einzelwerte und Körbe (Mai 2026)
- Krypto-Derivate
- Mehr als 5.000 verbriefte Derivate, StarPartner-Emittenten
- Sparplan
- 33 ETNs, ab 10 Euro, monatlich bis halbjährlich
- Standard-Orderentgelt Börse
- 4,95 Euro + 0,25 Prozent, mindestens 9,95, höchstens 69 Euro
- Börsenplatzentgelt
- 0,95 Euro (Tradegate) bis 2,95 Euro (Regionalbörsen)
- Direkthandel
- 0,75 Euro Fremdspesen pro Order
- StarPartner-Derivate
- Ab 1.000 Euro Ordervolumen ohne Orderentgelt, darunter 3,95 Euro
- Depotführung
- 0 Euro
- Pause 2023 bis 2026
- Krypto-ETPs ab 31. März 2023 nicht mehr kaufbar
Was die Consorsbank im Mai 2026 geändert hat
Am 6. Mai 2026 hat die Consorsbank ihr Angebot für Krypto-Wertpapiere geöffnet. Laut der Meldung, die Cash.Online und mobiFlip am selben Tag wiedergaben, können Kundinnen und Kunden seitdem mehr als 40 ETNs auf einzelne Kryptowährungen oder auf diversifizierte Krypto-Körbe handeln. Dazu kommen mehr als 5.000 verbriefte Derivate mit Krypto-Basiswert, also Zertifikate, Optionsscheine und ähnliche Produkte, die sich auf den Kurs von Bitcoin, Ether oder anderen Coins beziehen. Diese Derivate stammen von ausgewählten Emittenten aus dem StarPartner-Programm der Bank und sind an der Börse Frankfurt sowie außerbörslich handelbar.
Tino Benker-Schwuchow, Head of Consorsbank, beschrieb die Bank in der Mitteilung als Premium-Digitalbank an der „Schnittstelle von Marktchancen und Zuverlässigkeit“. Praktisch bedeutet das: Die Consorsbank bietet Krypto ausschließlich in der Form an, die sie als Wertpapierbank ohnehin abwickeln kann. Sie verwahrt keine Coins, sie braucht dafür keine eigene Kryptoverwahrung und keine Zulassung als Krypto-Dienstleister nach MiCA. Du kaufst einen Anspruch gegen einen Emittenten, der in deinem Depot neben Aktien und ETFs liegt.
Die Emittenten der ETNs nennt die Pressemitteilung nicht. Am deutschen Markt kommen dafür vor allem die großen ETP-Häuser infrage, deren Produkte an Xetra, in Frankfurt, bei gettex oder Tradegate gelistet sind. Welche konkret bei der Consorsbank freigeschaltet sind, siehst du am zuverlässigsten, wenn du im Depot nach der ISIN suchst. Erscheint ein Produkt mit dem Hinweis, dass es nicht handelbar ist, gehört es nicht zu den freigegebenen Werten.
Warum es 2023 eine Sperre gab und was mit alten Beständen passiert ist
Zum 31. März 2023 stellte die Consorsbank den Handel mit Krypto-Wertpapieren ein. Betroffen waren ETNs, ETPs und ETCs auf Bitcoin, Bitcoin Cash, Ether und Krypto-Körbe. Einen konkreten Grund nannte die Bank nicht, nur die Entscheidung der Konzernmutter BNP Paribas. Wichtig war damals: Bestehende Positionen blieben im Depot, und du konntest sie weiterhin verkaufen. Bestehende Sparpläne wurden aber nicht mehr ausgeführt. Neukunden konnten ein Depot mit Krypto-ETPs sogar zur Consorsbank übertragen, nur Zukäufe waren gesperrt.
Wer seit 2023 noch alte Krypto-ETNs bei der Consorsbank hält, muss nichts tun. Die Papiere sind ganz normal im Depot verbucht, und seit der Öffnung im Mai 2026 kannst du grundsätzlich wieder zukaufen, sofern das konkrete Produkt zu den freigegebenen ETNs gehört. Ein damals gestoppter Sparplan lebt nicht automatisch wieder auf. Du musst ihn neu anlegen und dabei prüfen, ob deine alte ISIN zu den 33 sparplanfähigen Produkten gehört.
ETN statt Coin: Was du bei der Consorsbank wirklich kaufst
Ein Krypto-ETN ist eine Schuldverschreibung. Der Emittent verspricht dir, den Wert einer bestimmten Menge Bitcoin oder eines Korbs zu zahlen. Bei den gängigen Produkten am deutschen Markt hinterlegt der Emittent dafür die entsprechenden Coins bei einem Verwahrer, deshalb werben viele mit „physisch besichert“. Juristisch bleibt es trotzdem eine Forderung gegen den Emittenten. Fällt der Emittent aus, greift nicht die Sondervermögens-Regel, die ein ETF-Fonds hat, sondern die Besicherung, die in den Bedingungen des Produkts steht. Deshalb lohnt der Blick ins Basisprospekt: Wer verwahrt die Coins, wer ist Treuhänder, und unter welchen Bedingungen kannst du dir die Coins ausliefern lassen.
Der Unterschied zum Kauf echter Coins zeigt sich im Alltag an vier Stellen. Erstens Handelszeiten: Bitcoin wird rund um die Uhr gehandelt, ETNs nur zu Börsenzeiten, typischerweise werktags von 8 bis 22 Uhr an den außerbörslichen Plätzen. Wenn Bitcoin am Sonntagabend stark fällt, kannst du erst am Montag reagieren. Zweitens Kosten: Statt eines Spreads beim Broker zahlst du beim ETN eine jährliche Verwaltungsgebühr, die im Produkt steckt, dazu Orderentgelt und den Spread am Handelsplatz. Drittens Nutzbarkeit: Mit einem ETN kannst du nicht bezahlen, nichts an eine Wallet senden und nicht staken. Viertens Steuern: Je nach Produkt und Rechtsauffassung behandelt die Bank Gewinne anders als bei direkt gehaltenen Coins. Dazu unten mehr.
Der große Vorteil ist die Einfachheit. Du brauchst kein zweites Konto bei einer Kryptobörse, keine zusätzliche Identifizierung und keine Seed Phrase. Die Papiere tauchen in deiner Depotübersicht, in der Jahressteuerbescheinigung und im Freistellungsauftrag-Kontext auf wie jedes andere Wertpapier. Für viele, die ohnehin bei der Consorsbank ein Depot haben und nur einen kleinen Bitcoin-Anteil beimischen wollen, ist genau das der Grund, dort zu bleiben.
| Krypto-ETN bei Consorsbank | Echte Coins bei Krypto-Broker | |
|---|---|---|
| Was du besitzt | Schuldverschreibung des Emittenten | Coins, verwahrt beim Anbieter oder in eigener Wallet |
| Handelszeiten | Börsen- bzw. Direkthandelszeiten | Rund um die Uhr |
| Laufende Kosten | Jährliche Produktgebühr im Kurs | Keine, außer bei Verwahrgebühren |
| Auszahlung auf eigene Wallet | Nicht möglich | Meist möglich |
| Steuerliche Abwicklung | Bank behält ggf. Abgeltungsteuer ein | Du erklärst Gewinne in Anlage SO |
| Emittenten- bzw. Anbieterrisiko | Emittent und Verwahrer | Anbieter, bei Self-Custody nur du |
| Sparplan | 33 ETNs ab 10 Euro | Je nach Anbieter ab 1 bis 25 Euro |
Was Krypto bei der Consorsbank kostet: Rechenbeispiele
Die Consorsbank verlangt für Wertpapierorders an der Börse im Standardpreismodell 4,95 Euro plus 0,25 Prozent des Kurswerts, mindestens 9,95 Euro und höchstens 69 Euro. Dazu kommt ein Börsenplatzentgelt, laut justETF 0,95 Euro an Tradegate, 1,95 Euro an Xetra, gettex, LS Exchange und Quotrix und 2,95 Euro an anderen Regionalbörsen. Im außerbörslichen Direkthandel mit Baader, Commerzbank, Deutscher Bank oder Lang & Schwarz fallen statt des Börsenplatzentgelts 0,75 Euro Fremdspesen an. Für Derivate aus dem StarPartner-Programm gilt laut der Mitteilung vom Mai 2026: ab 1.000 Euro Ordervolumen kein Orderentgelt, darunter 3,95 Euro.
Für Krypto-ETNs ist in der Pressemitteilung keine eigene Aktion genannt. Gehe deshalb vom Standardentgelt aus, solange du in der Ordermaske nichts anderes siehst. Dann sieht die Rechnung so aus. Kaufst du für 500 Euro einen Bitcoin-ETN an Tradegate, zahlst du mindestens 9,95 Euro Orderentgelt plus 0,95 Euro, zusammen 10,90 Euro oder 2,2 Prozent des Betrags. Bei 1.000 Euro sind es 9,95 Euro plus 0,95 Euro, also 10,90 Euro oder 1,1 Prozent. Bei 2.000 Euro greift die Formel: 4,95 Euro plus 5 Euro ergibt 9,95 Euro, plus Börsenplatz 10,90 Euro, rund 0,55 Prozent. Bei 5.000 Euro werden es 4,95 plus 12,50 gleich 17,45 Euro, plus 0,95 Euro, zusammen 18,40 Euro oder 0,37 Prozent. Erst ab rund 25.620 Euro erreichst du die Obergrenze von 69 Euro.
| Orderentgelt | Börsenplatz | Gesamt | Anteil | |
|---|---|---|---|---|
| 500 Euro | 9,95 Euro | 0,95 Euro | 10,90 Euro | 2,18 Prozent |
| 1.000 Euro | 9,95 Euro | 0,95 Euro | 10,90 Euro | 1,09 Prozent |
| 2.000 Euro | 9,95 Euro | 0,95 Euro | 10,90 Euro | 0,55 Prozent |
| 5.000 Euro | 17,45 Euro | 0,95 Euro | 18,40 Euro | 0,37 Prozent |
| 10.000 Euro | 29,95 Euro | 0,95 Euro | 30,90 Euro | 0,31 Prozent |
| 30.000 Euro | 69,00 Euro | 0,95 Euro | 69,95 Euro | 0,23 Prozent |
Hinzu kommen zwei Kosten, die nicht auf der Abrechnung stehen. Erstens der Spread zwischen Geld- und Briefkurs am Handelsplatz. Bei großen Bitcoin-ETNs liegt er zu normalen Handelszeiten meist im Bereich weniger Zehntelprozent, nachts und am Wochenende, wenn die Börse geschlossen ist und Bitcoin weiterläuft, kann er sich beim Handelsstart deutlich ausweiten. Zweitens die jährliche Produktgebühr. Sie wird nicht abgebucht, sondern reduziert Tag für Tag die Menge Bitcoin, die hinter einem ETN-Anteil steht. Am Markt reicht die Spanne bei Bitcoin-ETNs von etwa 0,1 bis rund 1 Prozent pro Jahr, ältere Produkte liegen eher am oberen Ende. Schau im Basisinformationsblatt unter laufende Kosten nach, bevor du dich festlegst.
Ein Beispiel über fünf Jahre: Du kaufst einmalig für 5.000 Euro und verkaufst nach fünf Jahren, Kursentwicklung bewusst ausgeklammert. Kauf und Verkauf kosten zusammen rund 37 Euro Entgelte. Bei einer Produktgebühr von 0,25 Prozent pro Jahr verlierst du über fünf Jahre etwa 1,25 Prozent der Bitcoin-Menge, bezogen auf 5.000 Euro rund 62 Euro. Bei einem Produkt mit 0,95 Prozent wären es knapp 4,7 Prozent oder etwa 235 Euro. Die Wahl des ETN wirkt sich bei längerer Haltedauer also stärker aus als das Orderentgelt.
Krypto-Sparplan bei der Consorsbank
Von den mehr als 40 Krypto-ETNs sind laut Consorsbank 33 sparplanfähig. Die Mindestrate liegt bei 10 Euro pro Ausführung, und du kannst laut Mitteilung zwischen monatlichen und bis zu halbjährlichen Intervallen wählen. Für Sparpläne auf Wertpapiere, die keine ETFs sind, nennt justETF eine Gebühr von 1,50 Prozent der Sparrate. Neukunden zahlen in den ersten zwölf Monaten keine Sparplangebühr. Ob für Krypto-ETNs eine eigene Konditionenaktion gilt, ist der Mitteilung nicht zu entnehmen. Prüfe den Betrag in der Sparplan-Maske, bevor du bestätigst.
Mit 1,5 Prozent pro Ausführung kostet ein Sparplan über 100 Euro im Monat 1,50 Euro, aufs Jahr 18 Euro. Das ist in etwa so viel wie bei Krypto-Brokern, die einen Aufschlag von 1 bis 1,5 Prozent im Kurs verlangen, aber mehr als bei Neobrokern mit Gratis-Sparplänen auf Krypto-ETPs. Für Neukunden im ersten Jahr fällt diese Gebühr weg, danach rechnest du am besten durch, ob sich der Wechsel zu einem Sparplan mit geringerer Gebühr lohnt. Die jährliche Produktgebühr des ETN kommt in jedem Fall hinzu.
So richtest du einen Krypto-ETN-Sparplan bei der Consorsbank ein
- Melde dich im Online-Banking oder in der Consorsbank-App an und öffne dein Depot.
- Suche den gewünschten ETN über die ISIN oder den Namen, nicht über das Wort Bitcoin allein, sonst bekommst du Tausende Derivate angezeigt.
- Öffne das Basisinformationsblatt und notiere die laufenden Kosten, den Emittenten und ob das Produkt physisch besichert ist.
- Prüfe, ob in der Produktansicht der Button für einen Sparplan erscheint. Fehlt er, gehört das Produkt nicht zu den 33 sparplanfähigen ETNs.
- Lege Betrag, Intervall und Ausführungstag fest. Mindestrate sind 10 Euro.
- Beantworte, falls angezeigt, die Angemessenheitsprüfung zu deinen Kenntnissen mit komplexen Produkten wahrheitsgemäß.
- Kontrolliere vor der Bestätigung die angezeigte Sparplangebühr und bestätige mit deiner TAN-Freigabe.
- Prüfe nach der ersten Ausführung die Abrechnung: Ausführungskurs, Gebühr und Stückzahl.
Krypto-Derivate bei der Consorsbank: Für wen die 5.000 Produkte sind
Die mehr als 5.000 verbrieften Derivate mit Krypto-Basiswert sind ein ganz anderes Werkzeug als ein ETN. Gemeint sind vor allem Hebelprodukte wie Knock-out-Zertifikate und Faktor-Zertifikate sowie Optionsscheine. Sie beziehen sich auf den Kurs von Bitcoin oder Ether, haben aber einen Hebel, eine Knock-out-Schwelle oder eine Laufzeit. Mit einem Knock-out-Zertifikat auf Bitcoin mit Hebel 5 bewegt sich dein Einsatz ungefähr fünfmal so stark wie der Bitcoin-Kurs, und wenn die Schwelle erreicht wird, verfällt das Papier fast wertlos. Bei Bitcoin, das an einem Tag zweistellig schwanken kann, passiert das schneller, als viele erwarten.
Die StarPartner-Kondition macht diese Produkte für aktive Trader günstig: ab 1.000 Euro Ordervolumen kein Orderentgelt. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind sie dennoch nicht gedacht. Faktor-Zertifikate verlieren in Seitwärtsphasen durch die tägliche Hebelanpassung an Wert, auch wenn der Bitcoin-Kurs am Ende wieder am Ausgangspunkt steht. Wer verstehen will, wie Hebel am Kryptomarkt wirkt, findet auf unserer Seite zu Liquidationen unter /marktdaten/liquidationen eine Übersicht, wie viele gehebelte Positionen an einem Tag aus dem Markt gedrängt werden.
Steuern: Wie die Consorsbank Krypto-ETNs behandelt
Bei direkt gehaltenen Coins gilt in Deutschland § 23 EStG: Gewinne aus einem Verkauf innerhalb eines Jahres nach dem Kauf sind als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig, nach mehr als einem Jahr steuerfrei. Du erklärst sie selbst in der Anlage SO. Bei Krypto-ETNs ist die Lage weniger eindeutig. Viele deutsche Banken, auch große Filial- und Direktbanken, behandeln Krypto-ETNs als Schuldverschreibungen und damit als Kapitalanlage nach § 20 EStG. Sie behalten beim Verkauf Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ein, unabhängig von der Haltedauer, und verrechnen mit deinem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro.
Ein Teil der Fachliteratur hält dagegen, dass physisch besicherte ETNs mit Lieferanspruch steuerlich wie Xetra-Gold zu behandeln seien. Für Xetra-Gold hat der Bundesfinanzhof 2017 entschieden, dass Gewinne nach einem Jahr steuerfrei sind, weil die Schuldverschreibung einen Anspruch auf Lieferung von Gold verbrieft. Ob sich das auf Bitcoin-ETNs übertragen lässt, ist höchstrichterlich nicht entschieden, und das BMF-Schreiben zu Kryptowerten vom März 2025 regelt ETPs nicht ausdrücklich. Für dich zählt zunächst, wie die Consorsbank tatsächlich abrechnet: Das steht auf der Verkaufsabrechnung und in der Jahressteuerbescheinigung. Wenn du eine andere Behandlung für richtig hältst, kannst du das in der Anlage KAP geltend machen. Ob sich das in deinem Fall lohnt, entscheidet am besten eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater.
Ein Beispiel: Du hast für 4.000 Euro einen Bitcoin-ETN gekauft und verkaufst ihn nach 18 Monaten für 6.000 Euro. Behandelt die Bank das als Kapitalertrag, entsteht ein Gewinn von 2.000 Euro abzüglich Kosten. Ist dein Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro noch frei, bleiben 1.000 Euro steuerpflichtig, und die Bank behält 250 Euro Abgeltungsteuer plus 13,75 Euro Solidaritätszuschlag ein, ohne Kirchensteuer. Hättest du dieselbe Bitcoin-Menge direkt gehalten, wäre der Gewinn nach mehr als einem Jahr steuerfrei. Das ist der wichtigste Unterschied für Langfristanleger. Mehr Hintergrund liefern unsere Ratgeber /ratgeber/bitcoin-etp-vs-etf und /ratgeber/anlage-so-krypto-ausfuellen.
Dieser Vorteil der echten Coins könnte schrumpfen. Ende September 2026 hat das Bundesfinanzministerium einen Referentenentwurf vorgelegt, nach dem Gewinne aus Bitcoin und Ether, die ab dem 1. Januar 2027 gekauft werden, ebenfalls mit Abgeltungsteuer und ohne steuerfreie Haltefrist besteuert werden sollen. Vorher gekaufte Coins sollen nach dem Entwurf unter der alten Regel bleiben. Bei Redaktionsschluss war das noch kein Gesetz. Wird es beschlossen, nähern sich ETN und Coin steuerlich für Neukäufe an.
Wann ein anderer Weg besser passt
Ob die Consorsbank für dich der richtige Ort für Krypto ist, hängt weniger von der Bank ab als von deinem Ziel. Drei typische Fälle zeigen den Unterschied.
Du willst einen kleinen Bitcoin-Anteil im bestehenden Depot, ohne neues Konto, und Steuern und Übersicht sollen in einer Bescheinigung landen: Dann ist ein physisch besicherter Bitcoin-ETN bei der Consorsbank eine bequeme Lösung. Achte auf eine niedrige Produktgebühr, kaufe in Beträgen ab etwa 2.000 Euro oder per Sparplan, und akzeptiere, dass die Bank wahrscheinlich Abgeltungsteuer einbehält.
Du willst Bitcoin langfristig halten und nach einem Jahr steuerfrei verkaufen können, oder irgendwann auf eine eigene Hardware-Wallet übertragen: Dann sind echte Coins bei einem regulierten Krypto-Broker oder einer Börse der passendere Weg. Kandidaten am deutschen Markt sind Neobroker und Banken, die Coins über Partner verwahren, etwa Trade Republic, Scalable Capital oder die Sparkassen- und Volksbanken-Angebote, oder spezialisierte Anbieter wie BISON und Bitpanda. Unsere Ratgeber /ratgeber/trade-republic-krypto-gebuehren, /ratgeber/bitpanda-gebuehren-spread und /ratgeber/bitcoin-auf-hardware-wallet-uebertragen-gebuehren vergleichen die Kosten.
Du willst aktiv mit Hebel handeln: Dann sind die StarPartner-Derivate ab 1.000 Euro Volumen günstig, und du handelst in einem regulierten Wertpapierumfeld mit Börsenaufsicht. Plane die Handelszeiten ein, und rechne damit, dass Knock-outs bei Bitcoin häufig erreicht werden. Über Funding-Raten und offene Positionen am Kryptomarkt informieren dich /marktdaten/funding-raten und /marktdaten/open-interest.
| Was du bekommst | Steuer nach 1 Jahr | Wallet-Auszahlung | |
|---|---|---|---|
| Consorsbank Krypto-ETN | ETN im Wertpapierdepot | Bank behält meist Abgeltungsteuer ein | Nein |
| Bitcoin-ETP bei anderen Banken (ING, comdirect, flatex) | ETN im Wertpapierdepot | Je nach Bank, meist Abgeltungsteuer | Nein |
| Neobroker mit echten Coins | Coins beim Verwahrpartner | Steuerfrei nach § 23 EStG | Je nach Anbieter |
| Krypto-Broker (BISON, Bitpanda) | Coins beim Anbieter | Steuerfrei nach § 23 EStG | Ja |
| Kryptobörse | Coins im Börsenkonto | Steuerfrei nach § 23 EStG | Ja |
Die Banken im Vergleich zeigen unsere Einzelratgeber: /ratgeber/ing-krypto-etn-kaufen, /ratgeber/bitcoin-etp-sparplan-comdirect, /ratgeber/flatex-krypto und /ratgeber/smartbroker-krypto. Gerade beim Smartbroker lohnt der Blick, weil er 2023 ähnlich wie die Consorsbank Krypto-ETPs aus dem Angebot genommen hatte.
Häufige Fehler beim Krypto-Kauf über die Consorsbank
Der häufigste Fehler ist die falsche Produktklasse. Wer in der Suche nur „Bitcoin“ eingibt, bekommt Tausende Zertifikate mit Hebel angezeigt, und ein Knock-out-Zertifikat sieht in der Trefferliste auf den ersten Blick nicht viel anders aus als ein ETN. Achte auf die Produktbezeichnung und auf die Angabe Hebel oder Knock-out-Schwelle. Ein ETN hat weder das eine noch das andere.
Der zweite Fehler sind zu kleine Einzelorders. Mit dem Mindestentgelt von 9,95 Euro plus Börsenplatz kostet eine Order über 200 Euro mehr als 5 Prozent. Kleinere Beträge laufen günstiger über den Sparplan oder sammelst du, bis eine Order die Mindestgebühr sinnvoll verteilt. Der dritte Fehler ist das Handeln zur Unzeit. Nach einem Wochenende mit starker Bewegung kann der erste Kurs am Montagmorgen deutlich vom letzten Freitagskurs abweichen, und der Spread ist in den ersten Minuten oft breiter. Eine Limit-Order schützt dich davor, zu einem ungünstigen Kurs ausgeführt zu werden. Limit-Orders einstellen, ändern und streichen ist laut justETF kostenlos.
Der vierte Fehler betrifft die Steuer: Viele gehen davon aus, dass ein Bitcoin-ETN nach einem Jahr steuerfrei ist, weil das bei echten Bitcoin so ist. Bei der Consorsbank wie bei den meisten Banken ist das in der Abrechnung in aller Regel nicht so. Plane mit Abgeltungsteuer, solange du keine andere Abrechnung siehst.
Für wen Consorsbank Krypto sinnvoll ist
Die Consorsbank ist für Krypto dann eine gute Wahl, wenn du ohnehin dort dein Depot führst, Bitcoin als kleinen Teil deines Portfolios über Wertpapiere abbilden möchtest und Wert auf eine einheitliche Steuerabwicklung legst. Für Trader mit Hebelprodukten sind die StarPartner-Konditionen attraktiv. Weniger geeignet ist sie, wenn du echte Coins besitzen, rund um die Uhr handeln oder die steuerfreie Jahresfrist nutzen möchtest. Die Rückkehr der Consorsbank zu Krypto-Wertpapieren im Mai 2026 hat die Auswahl im Depot deutlich erweitert, aus der Bank aber keinen Kryptobroker gemacht.
Häufige Fragen zu Consorsbank Krypto
Kann ich bei der Consorsbank Bitcoin kaufen?
Nicht direkt. Du kannst Bitcoin-ETNs und Derivate mit Bitcoin als Basiswert kaufen, also Wertpapiere, die den Kurs abbilden. Echte Coins, eine Wallet oder eine Auszahlung auf eine eigene Wallet bietet die Consorsbank nicht an.
Seit wann gibt es wieder Krypto bei der Consorsbank?
Seit dem 6. Mai 2026. Damals meldete die Bank mehr als 40 Krypto-ETNs und über 5.000 Derivate mit Krypto-Basiswert. Zuvor war der Kauf von Krypto-ETPs seit dem 31. März 2023 gesperrt.
Was ist mit meinen alten Krypto-ETNs von vor 2023?
Sie lagen auch während der Sperre im Depot und konnten verkauft werden. Seit Mai 2026 kannst du freigegebene Produkte wieder zukaufen. Alte Sparpläne musst du neu anlegen.
Wie hoch ist die Mindestrate für einen Krypto-Sparplan?
10 Euro pro Ausführung. Sparplanfähig sind laut Consorsbank 33 der Krypto-ETNs, mit Intervallen von monatlich bis halbjährlich.
Was kostet ein Krypto-ETN-Kauf über 1.000 Euro?
Im Standardmodell 9,95 Euro Orderentgelt plus Börsenplatzentgelt, an Tradegate 0,95 Euro, zusammen 10,90 Euro. Dazu kommen der Spread und die jährliche Produktgebühr des ETN.
Sind Krypto-ETNs bei der Consorsbank nach einem Jahr steuerfrei?
In der Regel behält die Bank beim Verkauf Abgeltungsteuer ein, unabhängig von der Haltedauer. Ob physisch besicherte ETNs mit Lieferanspruch steuerlich wie Xetra-Gold behandelt werden müssten, ist umstritten und nicht höchstrichterlich entschieden. Lass das im Zweifel von einer Steuerberatung prüfen.
Sind meine Krypto-ETNs bei einer Pleite der Consorsbank geschützt?
Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und fallen bei einer Pleite der Depotbank nicht in die Insolvenzmasse. Das Risiko liegt beim Emittenten des ETN und bei dessen Besicherung, nicht bei der Consorsbank.
Kann ich Bitcoin von einer anderen Börse zur Consorsbank übertragen?
Nein. Die Consorsbank nimmt keine Coins an. Übertragbar sind nur Wertpapiere, also etwa ETNs aus einem anderen Depot per Depotübertrag.
Gibt es bei der Consorsbank Krypto-ETFs?
Echte Spot-Krypto-ETFs nach dem Vorbild der USA sind für Privatanleger in der EU nicht zugelassen. Es gibt aber Aktien-ETFs auf Blockchain-Unternehmen. Die Krypto-Produkte selbst sind ETNs.
Die Angaben in diesem Ratgeber beruhen auf den Konditionen, die im Herbst 2026 öffentlich dokumentiert waren. Banken ändern Entgelte und Produktlisten. Maßgeblich sind das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis der Consorsbank und die Ordermaske vor deiner Bestätigung.
Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.
Quellen
- Grant Thornton: BMF plant Reform der Krypto-Besteuerung
- Cash.Online: Consorsbank öffnet Zugang zu Krypto-Wertpapieren (6. Mai 2026)
- mobiFlip: Consorsbank öffnet Tür zu Krypto-Investments mit neuem Angebot (6. Mai 2026)
- extraETF: Consorsbank stellt Handel mit Krypto-Wertpapieren für Kunden ein (April 2023)
- justETF: Consorsbank ETF-Depot Erfahrungen und Gebühren 2026
- Gesetze im Internet: § 23 EStG Private Veräußerungsgeschäfte
- Gesetze im Internet: § 20 EStG Kapitalvermögen


