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Kraken-Steuer in Deutschland: Ledger-Export, Futures getrennt erfassen und was Kraken meldet
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Kraken-Steuer in Deutschland: Ledger-Export, Futures getrennt erfassen und was Kraken meldet

Bei der Kraken-Steuer in Deutschland trennst du zwei Welten: Spot-Käufe und -Verkäufe sind private Veräußerungsgeschäfte für die Anlage SO, Futures und Perpetuals in der Regel Termingeschäfte für die Anlage KAP. Der Ratgeber zeigt den Ledger-Export, Staking, Funding, Liquidationen, Beispiele und die DAC8-Meldung.

Bei der Kraken-Steuer in Deutschland bist du selbst gefragt: Kraken behält keine Steuer ein und stellt keine deutsche Steuerbescheinigung aus. Für die Steuererklärung musst du zwei Bereiche sauber trennen. Spot-Geschäfte, also Kauf, Verkauf und Tausch echter Coins, sind private Veräußerungsgeschäfte nach Paragraf 23 EStG: steuerfrei nach mehr als einem Jahr Haltedauer, sonst steuerpflichtig ab 1.000 Euro Jahresgewinn, Eintrag in der Anlage SO. Futures und Perpetuals bei Kraken werden dagegen in der Regel als Termingeschäfte behandelt, also als Kapitalerträge nach Paragraf 20 EStG mit 25 Prozent Abgeltungsteuer, ohne Haltefrist, Eintrag in der Anlage KAP. Die frühere Grenze von 20.000 Euro für die Verlustverrechnung bei Termingeschäften ist mit dem Jahressteuergesetz 2024 entfallen. Grundlage für alles ist der Ledger-Export aus deinem Kraken-Konto.

Dieser Ratgeber zeigt, welche Dateien du bei Kraken herunterladen solltest und warum die Ledger-Datei wichtiger ist als die Trade-Liste, wie du Spot, Staking, Margin und Futures auseinanderhältst, wie du Gewinne nach FIFO und Termingeschäfte nach Ergebnis berechnest, wie Funding-Zahlungen und Liquidationen einzuordnen sind und was Kraken seit 2026 nach DAC8 an die Steuerbehörden meldet. Stand: November 2026. Das ist keine Steuerberatung. Gerade bei Derivaten gibt es offene Einordnungsfragen, bei denen im Zweifel eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater entscheidet.

Kraken und deutsche Steuer auf einen Blick

Steuerabzug durch Kraken
Nein, alles selbst erklären
Spot: Kauf, Verkauf, Tausch
§ 23 EStG, Anlage SO, Haltefrist ein Jahr, Freigrenze 1.000 €
Staking über Kraken
§ 22 Nr. 3 EStG bei Zufluss, Freigrenze 256 €, Anlage SO
Futures und Perpetuals
In der Regel Termingeschäfte, § 20 Abs. 2 Nr. 3 EStG, Anlage KAP
Steuersatz Termingeschäfte
25 % Abgeltungsteuer plus Soli und ggf. Kirchensteuer
Verlustgrenze Termingeschäfte
20.000-Euro-Grenze durch Jahressteuergesetz 2024 abgeschafft
Wichtigste Datei
Ledger-Export als CSV, ab dem ersten Tag
Futures-Daten
Separater Export aus dem Futures-Bereich
Meldung
DAC8: Kraken meldet als EU-Krypto-Dienstleister ab Meldejahr 2026

Warum Kraken keine Steuer abzieht

Kraken ist eine US-amerikanische Börse, die in der EU über eigene Gesellschaften tätig ist. Deutsche Steuer auf Kryptogewinne behält Kraken nicht ein, und zwar aus zwei Gründen. Erstens sieht das deutsche Recht für private Veräußerungsgeschäfte mit Coins gar keinen Steuerabzug an der Quelle vor, auch deutsche Anbieter ziehen hier nichts ab. Zweitens ist Kraken kein inländisches Kreditinstitut, das zum Abzug der Kapitalertragsteuer verpflichtet wäre. Deshalb fällt auch auf Gewinne aus Futures bei Kraken keine Abgeltungsteuer an der Quelle an. Sie wird erst über deine Steuererklärung festgesetzt.

Für dich heißt das: Kraken liefert die Daten, du lieferst die Rechnung. Wer nur ein paar Bitcoin gekauft und nach mehr als einem Jahr verkauft hat, hat wenig Arbeit. Wer aktiv getradet, Coins getauscht, gestakt und Futures gehandelt hat, muss deutlich mehr sortieren. Krypto-Steuerprogramme wie CoinTracking, Blockpit, Divly oder Waltio bieten einen Import für Kraken per API oder CSV-Datei. Sie nehmen viel Rechenarbeit ab, ersetzen aber nicht deine Kontrolle, vor allem bei Futures, die viele Programme separat behandeln.

Die richtigen Dateien: Ledger statt nur Trades

Kraken bietet mehrere Exporte an. Die beiden wichtigsten für die Steuer sind die Trade-Liste und die Ledger-Datei. Die Trade-Liste enthält nur Handelsgeschäfte mit Paar, Preis, Menge und Gebühr. Die Ledger-Datei, auf Deutsch etwa Kontobuch, enthält jede Veränderung deiner Salden: Käufe und Verkäufe, Einzahlungen und Auszahlungen, Gebühren, Staking-Gutschriften, Umbuchungen zwischen Spot und Futures und mehr. Für eine vollständige Steuerrechnung ist die Ledger-Datei die bessere Grundlage, weil sie auch die Vorgänge enthält, die keine Trades sind. Steuerprogramme verlangen deshalb meist genau diese Datei.

Kraken-Daten exportieren

  1. Im Browser bei Kraken anmelden. Exporte gehen am einfachsten in der Web-Oberfläche, nicht in der App.
  2. Im Konto- oder Profilmenü den Bereich für Dokumente beziehungsweise Exporte öffnen. Die Bezeichnungen haben sich mit Updates geändert; suche nach Export oder Documents.
  3. Exporttyp Ledgers wählen. Zeitraum ab Kontoeröffnung bis 31. Dezember des Steuerjahres. Für FIFO brauchst du alle Käufe seit Beginn, nicht nur das aktuelle Jahr.
  4. Alle Felder und alle Assets auswählen, Format CSV. Export anfordern; Kraken stellt die Datei nach kurzer Zeit zum Download bereit.
  5. Zusätzlich den Export Trades erzeugen. Er hilft beim Abgleich und beim Prüfen von Gebühren.
  6. Wenn du Futures oder Perpetuals gehandelt hast: Im Futures-Bereich die Kontohistorie mit realisierten Gewinnen und Verlusten, Funding und Gebühren separat exportieren.
  7. Dateien mit Jahreszahl benennen und außerhalb von Kraken sichern.
  8. Stichproben prüfen: Stimmen zwei, drei Käufe und eine Auszahlung mit der Anzeige im Konto überein?

Ein Hinweis zur Ledger-Datei: Ein einzelner Trade erscheint dort meist als zwei Zeilen mit derselben Referenz, eine für die abgegebene und eine für die erhaltene Währung, jeweils mit eigener Gebührenspalte. Wer die Datei von Hand auswertet, muss diese Paare zusammenführen. Kraken verwendet für manche Assets interne Kürzel, die von den üblichen Tickern abweichen, Bitcoin etwa als XBT. Steuerprogramme kennen diese Kürzel. Achte außerdem auf Zeilen für Umbuchungen zwischen Spot- und Futures-Wallet. Sie sind keine Veräußerung und dürfen nicht als Verkauf gewertet werden.

Spot-Geschäfte: Haltefrist, Freigrenze und FIFO

Für Coins, die du bei Kraken kaufst und verkaufst, gilt das bekannte deutsche Schema. Ein Verkauf gegen Euro oder ein Tausch in einen anderen Coin ist eine Veräußerung. War der Coin länger als ein Jahr in deinem Besitz, ist der Gewinn nach aktueller Rechtslage steuerfrei. Innerhalb der Frist ist er mit deinem persönlichen Steuersatz zu versteuern, sobald alle Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften des Jahres die Freigrenze von 1.000 Euro erreichen. Dann ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Verluste aus Spot-Verkäufen innerhalb der Frist werden mit solchen Gewinnen verrechnet.

Bei mehreren Käufen desselben Coins legst du mit FIFO fest, welche Teilmenge du verkauft hast: die zuerst gekaufte zuerst. Das BMF-Schreiben vom 6. März 2025 lässt FIFO zu und betrachtet die Verbrauchsfolge grundsätzlich je Wallet; ein Börsenkonto wie Kraken gilt dabei als eigene Wallet. Wichtig bei Kraken: Viele Trades laufen nicht gegen Euro, sondern gegen Stablecoins oder Bitcoin. Ein Tausch von Ether in USDC ist eine Veräußerung von Ether zum Eurowert im Zeitpunkt des Tauschs. Für jede Zeile brauchst du deshalb einen Eurokurs. Steuerprogramme ergänzen ihn automatisch, bei Handarbeit nimmst du einen Referenzkurs zum Zeitpunkt des Trades.

Kraken-Vorgänge und wohin sie gehören
EinordnungFormularHaltefrist
Coin mit Euro kaufenAnschaffung, nicht steuerpflichtigKeinesBeginnt
Coin gegen Euro verkaufen§ 23 EStGAnlage SOJa, ein Jahr
Coin gegen Coin oder Stablecoin§ 23 EStG, Tausch ist VeräußerungAnlage SOJa, für den abgegebenen Coin
Staking-Belohnung§ 22 Nr. 3 EStG bei ZuflussAnlage SO, sonstige LeistungenNeue Frist für erhaltene Coins
Auszahlung auf eigene WalletKeine VeräußerungKeinesLäuft weiter
Spot-Margin-TradeUmstritten, oft § 23 EStGAnlage SO, im Zweifel beraten lassenPraktisch selten relevant
Futures oder PerpetualIn der Regel Termingeschäft, § 20 EStGAnlage KAPKeine
Umbuchung Spot zu FuturesKeine VeräußerungKeinesLäuft weiter

Rechenbeispiel Spot

Ein vereinfachtes Beispiel mit runden Werten. Du hast bei Kraken am 10. Mai 2025 1 ETH für 2.000 Euro und am 1. Februar 2026 1 ETH für 2.800 Euro gekauft, jeweils einschließlich Gebühr. Am 15. Juni 2026 tauschst du 1,5 ETH in USDC, Eurowert in diesem Moment 4.500 Euro nach Gebühr. Nach FIFO stammt der erste Ether vom Mai 2025. Seit dem Kauf ist mehr als ein Jahr vergangen, der Gewinn von 1.000 Euro ist steuerfrei. Der halbe Ether stammt vom Februar 2026, Haltedauer unter einem Jahr. Erlös 1.500 Euro, Anschaffungskosten 1.400 Euro, Gewinn 100 Euro, steuerpflichtig, sofern deine privaten Veräußerungsgewinne 2026 insgesamt 1.000 Euro erreichen.

Die 4.500 USDC haben ab dem 15. Juni 2026 eine eigene Haltefrist. Tauschst du sie im September 2026 wieder in Euro, ist das eine weitere Veräußerung, meist mit einem Gewinn oder Verlust von wenigen Cent oder Euro je nach Kursschwankung des Stablecoins. Auch diese Vorgänge musst du erfassen. Wer häufig zwischen Coins und Stablecoins wechselt, erzeugt viele kleine Veräußerungen, und genau dafür ist eine Steuersoftware sinnvoll.

Staking über Kraken

Kraken bietet in der EU Staking für verschiedene Coins an. Belohnungen sind nach Auffassung der Finanzverwaltung Einkünfte aus sonstigen Leistungen nach Paragraf 22 Nummer 3 EStG. Steuerpflichtig ist der Eurowert bei Zufluss, also bei der Gutschrift in deinem Konto. Es gilt eine eigene Freigrenze von 256 Euro im Jahr für alle Einkünfte dieser Art zusammen. Liegt die Summe bei 256 Euro oder darüber, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Die erhaltenen Coins haben ab der Gutschrift eine eigene Haltefrist und Anschaffungskosten in Höhe des Werts bei Zufluss. In der Ledger-Datei erscheinen Staking-Gutschriften als eigene Zeilen, die eine Steuersoftware erkennt.

Futures und Perpetuals: Termingeschäfte in der Anlage KAP

Bei Kraken kannst du in der EU je nach Status auch Futures und Perpetual Futures handeln, also Derivate auf Kryptowährungen, die bar abgerechnet werden. Du kaufst dabei keinen Coin, sondern nimmst an der Kursentwicklung mit Hebel teil. Steuerlich werden solche Kontrakte in der Fachliteratur und in der Praxis der meisten Steuerprogramme als Termingeschäfte nach Paragraf 20 Absatz 2 Nummer 3 EStG eingeordnet. Gewinne und Verluste sind damit Kapitalerträge, die mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert werden, ohne Haltefrist und ohne Freigrenze von 1.000 Euro; es gilt der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für alle Kapitalerträge zusammen.

Weil Kraken keine Kapitalertragsteuer einbehält, trägst du die Ergebnisse in der Anlage KAP bei den Kapitalerträgen ein, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben, und zusätzlich in den Zeilen für Gewinne und Verluste aus Termingeschäften. Bis 2024 waren Verluste aus Termingeschäften nur mit Gewinnen aus Termingeschäften und nur bis 20.000 Euro im Jahr verrechenbar. Diese Beschränkung hat der Gesetzgeber mit dem Jahressteuergesetz 2024 abgeschafft, nachdem der Bundesfinanzhof im Juni 2024 ernsthafte Zweifel an ihrer Verfassungsmäßigkeit geäußert hatte. Nach Fachbeiträgen von CMS und BTC-ECHO gilt die Abschaffung für alle noch offenen Fälle. Verluste aus Futures sind damit voll mit anderen Kapitalerträgen verrechenbar, etwa mit Zinsen oder Aktiengewinnen, nicht aber mit Spot-Gewinnen aus Paragraf 23.

Spot gegen Futures bei Kraken
Spot (§ 23 EStG)Futures (§ 20 EStG)
FormularAnlage SOAnlage KAP
SteuersatzPersönlicher Steuersatz25 % Abgeltungsteuer
HaltefristNach einem Jahr steuerfreiKeine
Freibetrag oder FreigrenzeFreigrenze 1.000 € für private VeräußerungenSparerpauschbetrag 1.000 € für alle Kapitalerträge
Verluste verrechenbar mitGewinnen aus § 23Allen Kapitalerträgen, seit JStG 2024 ohne 20.000-€-Grenze
GebührenMindern den GewinnMindern das Ergebnis des Termingeschäfts

Funding, Liquidationen und Gebühren bei Perpetuals

Perpetual Futures haben kein Ablaufdatum. Damit ihr Preis nahe am Kassakurs bleibt, zahlen Long- und Short-Seite einander regelmäßig Funding. Wie hoch die Funding-Raten gerade sind, zeigt unsere Seite unter /marktdaten/funding-raten. Steuerlich ist die Einordnung von Funding nicht abschließend geklärt. Verbreitet ist, erhaltene und gezahlte Funding-Beträge als Teil des Ergebnisses aus dem Termingeschäft zu behandeln, sodass sie Gewinn oder Verlust der Position erhöhen oder mindern. Eine andere Sicht behandelt erhaltenes Funding als laufenden Kapitalertrag. Für die Steuerlast macht das bei der Abgeltungsteuer meist keinen Unterschied, weil beides in der Anlage KAP landet. Halte die Funding-Beträge aber getrennt fest, damit du bei Rückfragen erklären kannst, wie du gerechnet hast.

Eine Liquidation ist steuerlich das Ende der Position mit Verlust. Der verlorene Einsatz ist ein Verlust aus dem Termingeschäft und seit der Abschaffung der Verlustgrenze voll verrechenbar. Handelsgebühren mindern das Ergebnis. Wer viele Positionen hatte, sollte das realisierte Ergebnis aus dem Futures-Export nehmen, nicht aus der Ledger-Datei des Spot-Kontos, und es mit der Summe der Umbuchungen zwischen Spot- und Futures-Wallet plausibilisieren. Umbuchungen selbst sind keine steuerpflichtigen Vorgänge. Werden Sicherheiten für Futures in Bitcoin statt in Euro oder Stablecoins hinterlegt, kann zusätzlich eine Veräußerung nach Paragraf 23 entstehen, wenn die Börse Bitcoin zur Deckung von Verlusten verkauft. Solche Fälle solltest du mit einer Beratung klären.

Rechenbeispiel Futures

Du hast 2026 bei Kraken mehrere Bitcoin-Perpetuals gehandelt. Laut Futures-Export: realisierte Gewinne 6.000 Euro, realisierte Verluste einschließlich einer Liquidation 4.500 Euro, gezahltes Funding netto 200 Euro, Gebühren 300 Euro. Ergebnis aus Termingeschäften: 6.000 minus 4.500 minus 200 minus 300, also plus 1.000 Euro. Dazu kommen 800 Euro Zinsen auf deinem deutschen Tagesgeldkonto, für die die Bank deinen Sparerpauschbetrag schon voll genutzt hat. Die 1.000 Euro aus Kraken trägst du in der Anlage KAP als ausländische Kapitalerträge ohne Steuerabzug ein. Weil der Pauschbetrag verbraucht ist, sind 1.000 Euro mit 25 Prozent zu versteuern: 250 Euro plus 13,75 Euro Solidaritätszuschlag.

Wäre das Ergebnis ein Verlust von 15.000 Euro gewesen, hättest du ihn vor 2025 nur bis 20.000 Euro mit Termingeschäftsgewinnen verrechnen dürfen und mit sonst nichts. Nach der Abschaffung der Beschränkung verrechnet das Finanzamt ihn mit deinen übrigen Kapitalerträgen; was übrig bleibt, wird als Verlustvortrag festgestellt. Verluste aus dem Spot-Bereich darfst du dagegen nicht mit den Futures-Gewinnen verrechnen. Sie bleiben im Topf der privaten Veräußerungsgeschäfte.

Schritt für Schritt in die Steuererklärung

Von den Kraken-Dateien zu Anlage SO und KAP

  1. Ledger-, Trade- und Futures-Export ab Kontoeröffnung herunterladen.
  2. Dateien in eine Steuersoftware importieren oder von Hand nach Spot, Staking, Transfers und Futures trennen.
  3. Spot: Käufe pro Coin nach Datum sortieren, Verkäufe und Tauschgeschäfte nach FIFO zuordnen, Teilmengen mit mehr als einem Jahr Haltedauer aussortieren.
  4. Spot: Gewinne und Verluste der übrigen Teilmengen summieren, mit Ergebnissen anderer Börsen zusammenführen und mit der Freigrenze von 1.000 Euro vergleichen.
  5. Staking: Gutschriften mit Eurowert summieren und mit der Freigrenze von 256 Euro vergleichen.
  6. Futures: realisierte Gewinne, Verluste, Funding und Gebühren des Jahres zu einem Ergebnis zusammenfassen.
  7. Anlage SO: private Veräußerungsgeschäfte und sonstige Leistungen eintragen, Aufstellung beifügen oder bereithalten.
  8. Anlage KAP: Futures-Ergebnis als ausländische Kapitalerträge ohne Steuerabzug eintragen, zusätzlich in den Zeilen für Termingeschäfte.
  9. Alle Dateien und Berichte aufbewahren, Kaufbelege so lange du die Coins hältst.

Was Kraken an die Steuerbehörden meldet

Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der EU die Richtlinie DAC8, in Deutschland umgesetzt mit dem Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz. Kraken ist in der EU als Krypto-Dienstleister reguliert und meldet nach Angaben von Steuersoftware-Anbietern wie CoinTracking Kundendaten und Transaktionen an die Steuerbehörden; für deutsche Kunden landen die Daten beim Bundeszentralamt für Steuern. Erster Meldezeitraum ist 2026, die erste Meldung folgt 2027. Deshalb fragt Kraken nach deiner Steuer-Identifikationsnummer und deiner Steueransässigkeit.

Die Meldung enthält Käufe, Verkäufe, Tauschgeschäfte und Übertragungen mit Werten, aber keine Gewinnrechnung, keine Haltefrist und keine Trennung nach deutschem Steuerrecht. Ob Derivate in die DAC8-Meldung einfließen, hängt von ihrer rechtlichen Einordnung als Kryptowert oder Finanzinstrument ab. Für dich ändert sich nichts an der Pflicht, aber an der Entdeckungswahrscheinlichkeit. Wer in den Vorjahren Gewinne bei Kraken nicht erklärt hat, sollte mit einer Steuerberatung über eine Berichtigung sprechen, bevor das Finanzamt fragt. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur DAC8-Meldung.

Typische Fehler

Erstens: Nur die Trade-Liste exportieren und Staking, Gebühren und Transfers übersehen. Zweitens: Nur das Steuerjahr exportieren, sodass die alten Käufe für FIFO fehlen. Drittens: Futures-Gewinne in die Anlage SO eintragen oder mit Spot-Verlusten verrechnen. Viertens: Umbuchungen zwischen Spot- und Futures-Wallet als Verkauf werten. Fünftens: Tauschgeschäfte in Stablecoins vergessen. Sechstens: Annehmen, Futures-Verluste seien weiterhin auf 20.000 Euro begrenzt. Siebtens: Auszahlungen auf die eigene Wallet als Veräußerung übernehmen, weil die Software sie nicht als Transfer erkannt hat. Achtens: Kraken-Kürzel wie XBT falsch zuordnen.

Kraken neben anderen Börsen und Wallets

Kaum jemand nutzt nur Kraken. Typisch ist eine Kombination aus Kraken für aktiven Handel, einer deutschen App für Sparpläne und einer Hardware-Wallet zum Halten. Für die Steuer zählen alle zusammen. Die Freigrenze von 1.000 Euro gilt für die Summe aller privaten Veräußerungsgeschäfte des Jahres, egal bei welchem Anbieter. Verluste bei Kraken mindern Gewinne bei anderen Börsen. Für die Haltefrist wandern Coins mit ihrem Kaufdatum mit: Kaufst du Bitcoin bei Kraken und überträgst sie auf deine Wallet, beginnt keine neue Frist.

Schwierig wird es bei Coins, die du von außen zu Kraken schickst und dort verkaufst. Kraken kennt ihr Kaufdatum nicht; in der Ledger-Datei steht nur ein Eingang. Ohne Zuordnung behandelt manche Software solche Coins so, als seien sie für null Euro angeschafft worden, und der ganze Erlös erscheint als Gewinn. Lies deshalb alle Konten in dieselbe Software ein, damit Ein- und Auszahlungen als Transfers gepaart werden, und prüfe die Paarung bei größeren Beträgen von Hand. Hebe die Belege der ursprünglichen Börse auf, auch wenn du dort kein Konto mehr hast.

Kurz: Österreich und Schweiz

Für Kraken-Kunden in Österreich gelten andere Regeln. Kryptogewinne aus Neuvermögen unterliegen dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent unabhängig von der Haltedauer, Tausch von Krypto in Krypto ist steuerneutral, und weil Kraken keine KESt abzieht, gehören die Einkünfte in die Beilage E1kv bei den Kennzahlen ohne inländischen KESt-Abzug. Derivate fallen dort ebenfalls unter die Einkünfte aus Kapitalvermögen. In der Schweiz sind private Kursgewinne grundsätzlich steuerfrei, solange keine Einstufung als gewerbsmäßiger Händler erfolgt; Bestände gehören ins Wertschriftenverzeichnis, Staking-Erträge sind Einkommen. Wer mit hohem Hebel und vielen Trades handelt, sollte in der Schweiz die Kriterien für gewerbsmäßigen Wertschriftenhandel prüfen.

Häufige Fragen zur Kraken-Steuer in Deutschland

Zieht Kraken Steuern für Deutschland ab?

Nein. Kraken behält weder Einkommensteuer auf Spot-Gewinne noch Kapitalertragsteuer auf Futures ein. Du erklärst alles selbst, Spot in der Anlage SO, Futures in der Anlage KAP.

Welche Datei brauche ich von Kraken?

Vor allem den Ledger-Export als CSV ab Kontoeröffnung, weil er alle Saldenveränderungen enthält. Zusätzlich hilft die Trade-Liste, und für Futures brauchst du den separaten Export aus dem Futures-Bereich.

Sind Kraken-Futures nach einem Jahr steuerfrei?

Nein. Futures und Perpetuals werden in der Regel als Termingeschäfte behandelt. Es gibt keine Haltefrist, Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent.

Gilt die 20.000-Euro-Grenze für Futures-Verluste noch?

Nein. Das Jahressteuergesetz 2024 hat die Beschränkung abgeschafft, nach Fachbeiträgen für alle offenen Fälle. Verluste aus Termingeschäften sind mit anderen Kapitalerträgen voll verrechenbar.

Kann ich Futures-Verluste mit Spot-Gewinnen verrechnen?

Nein. Futures gehören zu den Kapitalerträgen, Spot-Gewinne zu den privaten Veräußerungsgeschäften. Verluste werden nur innerhalb der jeweiligen Einkunftsart verrechnet.

Wie wird Staking bei Kraken versteuert?

Als sonstige Einkünfte mit dem Eurowert bei Gutschrift. Bis unter 256 Euro im Jahr für alle Einkünfte dieser Art bleibt es steuerfrei, ab 256 Euro ist alles steuerpflichtig.

Wie behandle ich Funding-Zahlungen?

Verbreitet ist, sie als Teil des Ergebnisses aus dem Termingeschäft zu erfassen. Die Einordnung ist nicht abschließend geklärt. Halte sie getrennt fest und lass dich bei großen Beträgen beraten.

Meldet Kraken meine Daten ans Finanzamt?

Ja, nach DAC8 ab dem Meldejahr 2026. Die Daten gehen an die zuständige Steuerbehörde und von dort an das Bundeszentralamt für Steuern. Eine Gewinnrechnung ist nicht enthalten.

Ist ein Tausch von Bitcoin in USDC bei Kraken steuerpflichtig?

Ja, wenn die Bitcoin weniger als ein Jahr alt sind. Der Tausch ist eine Veräußerung zum Eurowert. Die USDC haben danach eine eigene Haltefrist.

Unterm Strich ist die Kraken-Steuer in Deutschland eine Sortieraufgabe: Ledger-Export ab dem ersten Tag ziehen, Spot und Staking in die Anlage SO, Futures und Perpetuals in die Anlage KAP, Transfers als neutral markieren. Seit der Abschaffung der Verlustgrenze sind Futures-Verluste wieder voll nutzbar, und seit 2026 sieht das Finanzamt über DAC8, dass du bei Kraken aktiv warst. Dieser Ratgeber ist keine Steuerberatung. Wer sehr aktiv mit Hebel handelt, sollte die Jahresrechnung mit einer auf Krypto spezialisierten Steuerberatung abstimmen.

Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.

Quellen

  1. Gesetze im Internet: § 23 EStG
  2. Gesetze im Internet: § 20 EStG
  3. CMS: Verlustverrechnungsbeschränkung bei Termingeschäften, Gesetzgeber schafft Vorschrift ab
  4. BTC-ECHO: Steuer bei Krypto-Termingeschäften, Verluste jetzt voll verrechenbar
  5. CoinTracking: Kraken Steuern
  6. CMS: Update des BMF-Schreibens zu Kryptowerten
  7. Waltio: Kraken Krypto-Steuern in Deutschland

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