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Revolut-Krypto versteuern 2026: Kontoauszug exportieren, nach FIFO rechnen, Anlage SO ausfüllen
Steuern

Revolut-Krypto versteuern 2026: Kontoauszug exportieren, nach FIFO rechnen, Anlage SO ausfüllen

Bei der Revolut-Krypto-Steuer bist du selbst gefragt: Revolut behält nichts ein, meldet aber ab 2026 nach DAC8 an die Steuerbehörden. Der Ratgeber zeigt den Export des Krypto-Kontoauszugs, die FIFO-Rechnung mit Beispiel, Haltefrist, Freigrenze, Staking, Revolut X und den Weg in die Anlage SO.

Bei der Revolut-Krypto-Steuer nimmt dir die App nichts ab: Revolut führt auf Gewinne aus Bitcoin, Ether und anderen Coins in Deutschland keine Steuer ab, und es gibt auch keine fertige Steuerbescheinigung für Krypto. Gewinne aus dem Verkauf oder Tausch von Coins sind private Veräußerungsgeschäfte nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Sie sind steuerfrei, wenn du die Coins länger als ein Jahr gehalten hast, und sonst steuerpflichtig, sobald alle solchen Gewinne eines Jahres zusammen die Freigrenze von 1.000 Euro erreichen. Was du brauchst, ist der Krypto-Kontoauszug aus der App, eine Rechnung nach dem FIFO-Prinzip und die Anlage SO deiner Steuererklärung.

Dieser Ratgeber zeigt, wo du den Krypto-Kontoauszug in der Revolut-App findest, wie du aus der Datei die steuerpflichtigen Gewinne berechnest, was bei Staking, Revolut X, Tauschgeschäften und Auszahlungen auf eine eigene Wallet gilt und was Revolut seit 2026 nach der EU-Richtlinie DAC8 an die Steuerbehörden meldet. Stand: November 2026. Der Text erklärt die Regeln und rechnet Beispiele vor; er ist keine Steuerberatung. Bei größeren Beträgen, vielen Transaktionen oder Sonderfällen entscheidet im Zweifel eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater.

Revolut und Krypto-Steuer auf einen Blick

Steuerabzug durch Revolut
Nein, du erklärst Kryptogewinne selbst
Rechtsgrundlage
Private Veräußerungsgeschäfte, Paragraf 23 EStG
Haltefrist
Mehr als ein Jahr: Gewinn steuerfrei (Rechtslage November 2026)
Freigrenze Veräußerungen
1.000 Euro Gewinn pro Jahr, alle privaten Veräußerungen zusammen
Freigrenze Staking
256 Euro pro Jahr für sonstige Leistungen nach Paragraf 22 Nr. 3 EStG
Reihenfolge
FIFO: zuerst gekaufte Coins gelten als zuerst verkauft
Datei aus der App
Krypto-Kontoauszug als Excel- oder CSV-Datei
Formular
Anlage SO, nicht Anlage KAP
Meldung ans Finanzamt
DAC8: Transaktionen ab 1. Januar 2026 werden gemeldet

Warum Revolut bei Krypto keine Steuer einbehält

Viele Revolut-Kunden kennen aus dem Depot bei einer deutschen Bank die Abgeltungsteuer, die automatisch abgezogen wird. Bei Krypto gibt es so etwas nicht, und zwar nicht nur bei Revolut. Kryptowerte sind steuerlich keine Kapitalanlage im Sinne der Abgeltungsteuer, sondern andere Wirtschaftsgüter. Für private Veräußerungsgeschäfte sieht das Gesetz keinen Steuerabzug an der Quelle vor. Deshalb kann Revolut auch keinen Freistellungsauftrag für Krypto entgegennehmen und keinen Verlustverrechnungstopf führen. Hinzu kommt, dass Revolut kein deutsches Kreditinstitut ist. Selbst bei Aktien und Zinsen behält Revolut für deutsche Kunden nach eigenen Angaben keine deutsche Abgeltungsteuer ein; diese Erträge erklärst du in der Anlage KAP.

Das Krypto-Angebot läuft in der EU nach Berichten seit Herbst 2025 über eine Lizenz nach der europäischen Kryptomarktverordnung MiCA, die die zyprische Aufsicht CySEC erteilt hat. Für deine Steuer ist der Sitz des Anbieters unerheblich. Es zählt, dass du in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig bist. Dann versteuerst du alle Kryptogewinne weltweit hier, egal ob die Coins bei Revolut, bei einer anderen Börse oder in deiner eigenen Wallet liegen. Ebenso unerheblich ist, ob du Krypto in der normalen Revolut-App oder auf der Handelsplattform Revolut X kaufst: Beides sind Käufe echter Coins, die unter Paragraf 23 EStG fallen.

Die Regeln: Haltefrist, Freigrenze und FIFO

Die einjährige Haltefrist entscheidet über fast alles. Verkaufst, tauschst oder verwendest du Coins, die du länger als ein Jahr gehalten hast, ist der Gewinn steuerfrei, egal wie hoch er ist. Die Frist wird taggenau gerechnet. Hast du am 10. Februar 2025 gekauft, ist ein Verkauf ab dem 11. Februar 2026 steuerfrei. Innerhalb der Frist ist der Gewinn mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern, der je nach Einkommen zwischen 0 und 45 Prozent liegt, plus gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Gewinn ist der Verkaufserlös minus Anschaffungskosten minus Werbungskosten. Zu den Werbungskosten zählen die Gebühren, die Revolut beim Kauf und Verkauf berechnet.

Die 1.000 Euro sind eine Freigrenze, kein Freibetrag. Liegen alle Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften eines Jahres zusammen unter 1.000 Euro, bleibt alles steuerfrei. Erreichst du 1.000 Euro oder mehr, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig und nicht nur der Teil darüber. Die Grenze gilt für alle Anbieter zusammen, also auch für Gewinne bei einer anderen Börse oder aus dem Verkauf anderer Wirtschaftsgüter innerhalb eines Jahres. Verluste aus Verkäufen innerhalb der Haltefrist werden mit Gewinnen desselben Jahres verrechnet, bevor du die Freigrenze prüfst. Bei Ehepaaren mit Zusammenveranlagung hat jeder Partner eine eigene Freigrenze.

Wer regelmäßig kauft, etwa über einen wiederkehrenden Kauf in der App, hat viele Teilmengen mit unterschiedlichem Kaufdatum und Kaufpreis. Verkaufst du davon einen Teil, musst du festlegen, welche Coins verkauft wurden. Die Finanzverwaltung lässt nach ihrem Schreiben zur Besteuerung von Kryptowerten die FIFO-Methode zu, First in, first out: Die ältesten Coins gelten als zuerst verkauft. Die Verbrauchsfolge wird nach diesem Schreiben grundsätzlich je Wallet betrachtet, wobei auch ein Konto bei einem Anbieter als Wallet gilt. Für Revolut heißt das in der Praxis: Du rechnest die Revolut-Bestände für sich und hältst die Methode dauerhaft gleich.

Typische Revolut-Vorgänge und ihre steuerliche Folge
Steuerpflichtig?WannWo eintragen
Coin mit Euro kaufenNeinNie, aber Beleg aufbewahrenNirgends
Coin gegen Euro verkaufenJaHaltedauer bis ein Jahr, Gewinne ab 1.000 EuroAnlage SO, private Veräußerungsgeschäfte
Coin gegen Coin tauschenJa, Tausch gilt als VeräußerungWie beim VerkaufAnlage SO
Stablecoin gegen Euro oder DollarJa, auch Stablecoins sind KryptowerteWie beim Verkauf, oft kaum GewinnAnlage SO
Mit Krypto bezahlenJa, gilt als VeräußerungWie beim VerkaufAnlage SO
Staking-BelohnungJa, als Einkunft bei ZuflussWenn alle sonstigen Leistungen 256 Euro erreichenAnlage SO, sonstige Leistungen
Auszahlung auf eigene WalletNeinNie, Haltefrist läuft weiterNirgends, Nachweis aufbewahren
Einzahlung von anderer BörseNeinNie, Kaufdatum der Quelle zähltNirgends, Belege der Quelle sichern

Den Krypto-Kontoauszug in der Revolut-App exportieren

Für die Steuer brauchst du eine vollständige Liste aller Krypto-Vorgänge mit Datum, Coin, Menge, Preis in Euro und Gebühr. Revolut stellt dafür den Krypto-Kontoauszug bereit. Die Menüführung hat sich mit App-Updates mehrfach geändert, und die Beschreibungen der Steuersoftware-Anbieter weichen voneinander ab: CoinTracking beschreibt den Weg über Profil, Kontoauszüge und Krypto-Kontoauszug mit Export als CSV- oder Excel-Datei, Divly den Weg über den Krypto-Bereich, dann Mehr, Dokumente und Kontoauszug. Beides führt zum selben Dokument. Wichtig ist, dass du den richtigen Bericht wählst, denn Revolut bietet auch einen allgemeinen Kontoauszug für das Girokonto und einen konsolidierten Bericht an, die für die Krypto-Rechnung nicht reichen.

Krypto-Kontoauszug exportieren

  1. Öffne die Revolut-App und melde dich an. Am Desktop geht es auch über die Web-App, die Bezeichnungen sind dort ähnlich.
  2. Tippe auf dein Profilbild und öffne den Bereich Kontoauszüge beziehungsweise Dokumente. Alternativ: Krypto-Bereich öffnen, dann Mehr und Dokumente.
  3. Wähle den Krypto-Kontoauszug, nicht den Kontoauszug des Euro-Kontos.
  4. Wähle als Format Excel oder CSV. PDF ist zum Ablegen gut, aber für eine Steuersoftware oder Tabelle unbrauchbar.
  5. Setze den Zeitraum ab deinem allerersten Krypto-Kauf bei Revolut bis zum 31. Dezember des Steuerjahres. Für FIFO brauchst du auch die alten Käufe.
  6. Erzeuge den Auszug und speichere die Datei außerhalb der App, zum Beispiel in einem Steuerordner mit Jahreszahl im Dateinamen.
  7. Nutzt du Revolut X, exportiere dort zusätzlich die Handelshistorie, denn die Plattform hat eine eigene Auftragsliste.
  8. Prüfe Stichproben: Stimmen Datum und Menge von zwei oder drei Käufen mit der Transaktionsliste in der App überein?

Achte beim Prüfen der Datei besonders auf drei Dinge. Erstens: Sind Gebühren als eigene Spalte oder im Preis enthalten? Bei Revolut steckt ein Teil der Kosten oft im Kurs, der Rest erscheint als Gebühr. Für die Steuer zählt der tatsächlich gezahlte Betrag, also Menge mal Kurs plus Gebühr beim Kauf und Erlös minus Gebühr beim Verkauf. Zweitens: Stehen Tauschgeschäfte als ein Vorgang oder als Verkauf und Kauf in zwei Zeilen? Drittens: Sind Staking-Gutschriften enthalten, und mit welchem Eurowert? Fehlt der Wert, musst du ihn mit dem Kurs zum Gutschriftzeitpunkt nachtragen. Viele Steuerprogramme erledigen das automatisch, wenn sie die Datei einlesen.

Rechenbeispiel: wiederkehrender Kauf und Teilverkauf nach FIFO

Ein vereinfachtes Beispiel mit runden, erfundenen Kursen. Du hast bei Revolut dreimal Bitcoin gekauft: am 5. März 2025 0,01 BTC für 800 Euro, am 5. September 2025 0,01 BTC für 1.000 Euro und am 5. März 2026 0,01 BTC für 750 Euro, jeweils inklusive Gebühr. Am 20. Juni 2026 verkaufst du 0,02 BTC zu 95.000 Euro pro Bitcoin und erhältst nach Gebühr 1.890 Euro, also 945 Euro je 0,01 BTC.

Nach FIFO verkaufst du zuerst die 0,01 BTC vom März 2025. Seit dem Kauf ist mehr als ein Jahr vergangen, der Gewinn von 145 Euro ist steuerfrei und gehört nicht in die Erklärung. Die zweiten 0,01 BTC stammen vom September 2025; am 20. Juni 2026 ist die Haltefrist noch nicht abgelaufen. Erlös 945 Euro, Anschaffungskosten 1.000 Euro, Verlust 55 Euro. Dieser Verlust ist steuerlich relevant. Die Teilmenge vom März 2026 bleibt im Bestand und hat weiter ihr eigenes Kaufdatum. Ergebnis für 2026 aus diesem Verkauf: minus 55 Euro, die du mit anderen Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen kannst.

Hättest du denselben Verkauf am 10. September 2026 gemacht, wäre auch die Teilmenge vom September 2025 älter als ein Jahr gewesen, und der Verlust wäre steuerlich ohne Wirkung. Das Beispiel zeigt, warum das Kaufdatum jeder einzelnen Teilmenge so wichtig ist und warum ein Export, der nur das laufende Jahr enthält, für FIFO nicht genügt. Bei einem wöchentlichen wiederkehrenden Kauf über drei Jahre hast du schnell 150 Teilmengen. Von Hand ist das mühsam, mit einer Tabelle oder einem Krypto-Steuerprogramm aber gut machbar.

Mit Tabelle oder Steuersoftware rechnen

Wer nur wenige Käufe und einen oder zwei Verkäufe im Jahr hat, kommt mit einer Tabellenkalkulation aus. Lege pro Coin eine Tabelle an, eine Zeile pro Kauf mit Datum, Menge, Anschaffungskosten in Euro und einer Spalte für die bereits verkaufte Menge. Bei jedem Verkauf arbeitest du dich von oben nach unten durch, bis die verkaufte Menge erreicht ist, und notierst für jede verbrauchte Teilmenge, ob sie älter als ein Jahr war. Am Ende addierst du die steuerpflichtigen Gewinne und Verluste.

Ab etwa einem Dutzend Teilmengen oder wenn du neben Revolut weitere Börsen und Wallets nutzt, lohnt ein Krypto-Steuerprogramm. Anbieter wie CoinTracking, Blockpit, Divly oder Koinly haben einen Import für die Revolut-Datei. Sie rechnen FIFO, erkennen Transfers zwischen deinen Konten und erstellen einen Bericht, den du deiner Erklärung beilegen kannst. Die Programme kosten je nach Umfang ab einigen Dutzend Euro pro Steuerjahr. Kontrolliere nach dem Import trotzdem: Wird eine Auszahlung auf deine Wallet als Transfer erkannt und nicht als Verkauf? Ein falsch erkannter Transfer erzeugt einen Scheingewinn, auf den du Steuern zahlen würdest, die du nicht schuldest.

Tabelle oder Software?
Eigene TabelleKrypto-Steuersoftware
KostenKeineJe nach Anbieter und Transaktionszahl, meist pro Steuerjahr
Geeignet fürWenige Käufe, ein AnbieterViele Käufe, mehrere Börsen und Wallets
FIFOVon HandAutomatisch
Transfers erkennenDu ordnest selbst zuAutomatisch, aber Fehler möglich
Staking-WerteKurs zum Zufluss selbst nachschlagenWird meist ergänzt
Bericht fürs FinanzamtEigene AufstellungFertiger Steuerreport als PDF

Staking, Tauschen und Bezahlen mit Krypto

Revolut bietet für einige Coins Staking an. Die Belohnungen sind nach Auffassung der Finanzverwaltung Einkünfte aus sonstigen Leistungen nach Paragraf 22 Nummer 3 EStG. Steuerpflichtig ist der Eurowert der Coins zum Zeitpunkt der Gutschrift. Für diese Einkunftsart gilt eine eigene Freigrenze von 256 Euro im Jahr, die mit der 1.000-Euro-Grenze nichts zu tun hat. Auch hier ist es eine Freigrenze: Bei 256 Euro oder mehr ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Die erhaltenen Coins gelten ab der Gutschrift als angeschafft, mit dem Eurowert der Gutschrift als Anschaffungskosten. Verkaufst du sie innerhalb eines Jahres, entsteht ein weiterer Veräußerungsgewinn oder -verlust.

Ein Beispiel: Du stakest über das Jahr Ether und erhältst 52 wöchentliche Gutschriften im Wert von zusammen 180 Euro. Das liegt unter 256 Euro, die Einkünfte bleiben steuerfrei, sofern du keine weiteren sonstigen Leistungen hast. Anzugeben sind sie trotzdem sinnvoll, damit das Finanzamt die Grenze prüfen kann. Das Staking selbst verlängert die Haltefrist der gestakten Coins nicht; diese Frage hat die Finanzverwaltung schon 2022 geklärt.

Jeder Tausch eines Coins gegen einen anderen ist eine Veräußerung des abgegebenen Coins. Tauschst du Bitcoin gegen Solana, verkaufst du steuerlich Bitcoin zum aktuellen Eurowert und kaufst Solana. Liegt der Bitcoin-Kauf weniger als ein Jahr zurück, entsteht ein steuerpflichtiger Gewinn oder Verlust, und für den Solana-Bestand beginnt eine neue Haltefrist. Das gilt auch für Stablecoins wie USDC: Wechselst du sie in Euro, ist das eine Veräußerung, die oft nur wenige Cent Gewinn oder Verlust bringt, aber trotzdem erfasst werden muss, wenn sie innerhalb eines Jahres passiert. Wer mit der Revolut-Karte direkt aus einem Krypto-Bestand bezahlt, verkauft ebenfalls Coins, jedes Mal.

Auszahlungen, Einzahlungen und mehrere Anbieter

Überträgst du Coins von Revolut auf eine eigene Hardware-Wallet oder zu einer anderen Börse, ist das keine Veräußerung. Die Coins behalten ihr Kaufdatum, die Haltefrist läuft weiter. Bewahre aber den Nachweis auf: Datum, Menge, Zieladresse und Transaktions-ID. Die Netzwerkgebühr für die Auszahlung ist ein Sonderfall, denn steuerlich wird sie oft als kleine Veräußerung der verbrauchten Coins behandelt; die Beträge sind meist winzig, bei vielen Auszahlungen solltest du die Einordnung aber mit deiner Software oder Beratung abstimmen.

Schwieriger ist der umgekehrte Weg. Sendest du Coins von außen zu Revolut und verkaufst sie dort, kennt Revolut weder das ursprüngliche Kaufdatum noch den Kaufpreis. Im Kontoauszug erscheint nur der Eingang und später der Verkauf. Anschaffungskosten und Haltedauer weist du mit den Belegen der ursprünglichen Börse oder Wallet nach. Ein Steuerprogramm, in das du alle Konten einliest, kann den Transfer zuordnen. Ohne diese Zuordnung sieht es aus, als hättest du Coins für null Euro angeschafft und sofort verkauft, und der ganze Erlös würde als Gewinn erscheinen.

Von der Rechnung zur Anlage SO

In der Anlage SO gibt es zwei Bereiche, die für Revolut-Kunden relevant sind: die sonstigen Leistungen für Staking-Erträge und die privaten Veräußerungsgeschäfte für Verkäufe und Tauschgeschäfte. Bei den Veräußerungsgeschäften fragt das Formular nach der Art des Wirtschaftsguts, Anschaffungs- und Veräußerungsdatum, Veräußerungspreis, Anschaffungskosten und Werbungskosten. Bei vielen Einzelgeschäften darfst du sie zusammenfassen, etwa pro Coin, und eine Aufstellung beifügen. Welche Zeile wofür steht, beschreibt unser Ratgeber zum Ausfüllen der Anlage SO für Krypto ausführlich.

Vom Revolut-Export zur Steuererklärung

  1. Krypto-Kontoauszug ab dem ersten Kauf exportieren, dazu die Exporte aller anderen Börsen und Wallets.
  2. Alle Käufe pro Coin nach Datum sortieren. Jede Ausführung ist eine eigene Teilmenge.
  3. Jeden Verkauf, Tausch und jede Zahlung mit Krypto nach FIFO den ältesten Teilmengen zuordnen.
  4. Teilmengen mit mehr als einem Jahr Haltedauer aussortieren: Gewinne und Verluste daraus sind steuerlich ohne Wirkung.
  5. Für den Rest Gewinn oder Verlust berechnen: Erlös minus Anschaffungskosten minus Gebühren.
  6. Alle Ergebnisse des Jahres addieren, auch von anderen Anbietern, und mit der Freigrenze von 1.000 Euro vergleichen.
  7. Staking-Erträge getrennt summieren und mit der Freigrenze von 256 Euro vergleichen.
  8. Werte in die Anlage SO eintragen, die Aufstellung oder den Steuerreport beilegen oder auf Anfrage vorhalten.
  9. Export, Aufstellung und Belege mindestens bis zum Ablauf der Festsetzungsfrist aufbewahren, Kaufbelege so lange du die Coins hältst.

Trage Verluste auch dann ein, wenn du insgesamt im Minus bist. Ein Verlust aus privaten Veräußerungsgeschäften, der im Jahr nicht verrechnet werden kann, wird vom Finanzamt festgestellt und in Folgejahre vorgetragen oder in das Vorjahr zurückgetragen, aber nur gegen Gewinne derselben Art. Mit deinem Gehalt oder mit Aktiengewinnen kannst du ihn nicht verrechnen. Ohne Erklärung gibt es keine Feststellung, und der Verlust ist verloren.

Wie viel Steuer am Ende anfällt

Angenommen, du hast 2026 bei Revolut innerhalb der Haltefrist Ether und Solana mit zusammen 2.400 Euro Gewinn verkauft, dazu einen Bitcoin-Teilverkauf mit 400 Euro Verlust. Saldo: 2.000 Euro. Die Freigrenze ist überschritten, steuerpflichtig sind die vollen 2.000 Euro. Bei einem Grenzsteuersatz von 35 Prozent sind das rund 700 Euro Einkommensteuer, plus gegebenenfalls Kirchensteuer; der Solidaritätszuschlag fällt für die meisten Steuerzahler nicht mehr an. Hättest du den Solana-Verkauf auf Anfang 2027 verschoben und in beiden Jahren unter 1.000 Euro gelegen, wäre in keinem Jahr Steuer angefallen. Solche Gestaltungen sind legal, setzen aber eine saubere Aufstellung voraus. Die Zahlen sind gerundet und ersetzen keine Berechnung deiner gesamten Erklärung.

DAC8: Was Revolut an die Steuerbehörden meldet

Seit dem 1. Januar 2026 gilt die EU-Richtlinie DAC8, in Deutschland umgesetzt durch das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz. Krypto-Dienstleister in der EU müssen danach Kundendaten und Transaktionen erfassen und an ihre Steuerbehörde melden, die die Daten an den Wohnsitzstaat des Kunden weitergibt. Für deutsche Kunden landen sie beim Bundeszentralamt für Steuern und von dort beim Finanzamt. Erster Meldezeitraum ist das Jahr 2026, gemeldet wird im Jahr 2027. Laut CoinTracking betrifft das bei Revolut die EU-Gesellschaft, während Kunden der britischen Gesellschaft unter die vergleichbaren CARF-Regeln fallen. Deshalb fragt Revolut nach deiner Steuer-Identifikationsnummer.

Wichtig: Gemeldet werden Rohdaten, also Käufe, Verkäufe, Tauschvorgänge und Übertragungen mit Werten, aber keine fertige Gewinnrechnung. Die Haltefrist und FIFO kennt die Meldung nicht. Du musst also weiterhin selbst rechnen und erklären. Neu ist nur, dass das Finanzamt sehen kann, ob du überhaupt Krypto-Geschäfte hattest. Wer in früheren Jahren steuerpflichtige Gewinne nicht erklärt hat, sollte mit einer Steuerberatung über eine Berichtigung sprechen, bevor das Finanzamt nachfragt. Details zur Meldung erklärt unser Ratgeber zu DAC8.

Typische Fehler bei der Revolut-Krypto-Steuer

Erstens: Nur den Kontoauszug des Euro-Kontos herunterladen. Dort sind Krypto-Käufe allenfalls als Abbuchung zu sehen, ohne Menge und Coin. Zweitens: Nur das laufende Jahr exportieren, sodass die alten Käufe für FIFO fehlen. Drittens: Tauschgeschäfte zwischen Coins oder in Stablecoins vergessen, weil kein Euro geflossen ist. Viertens: Freigrenze und Freibetrag verwechseln und nur den Teil über 1.000 Euro versteuern. Fünftens: Staking-Erträge in die 1.000-Euro-Grenze rechnen statt in die eigene Grenze von 256 Euro.

Sechstens: Revolut X nicht berücksichtigen, obwohl dort eigene Trades liefen. Siebtens: Auszahlungen auf die eigene Wallet als Verkauf übernehmen, weil die Software sie falsch erkannt hat. Achtens: Verluste nicht erklären und damit den Verlustvortrag verschenken. Neuntens: Daten erst exportieren wollen, wenn das Konto schon gekündigt ist. Lade den Krypto-Kontoauszug mindestens einmal im Jahr herunter und lege ihn außerhalb der App ab.

Österreich und Schweiz: andere Regeln

Für Revolut-Kunden in Österreich gilt ein anderes System. Kryptowerte, die nach dem 28. Februar 2021 angeschafft wurden, unterliegen dort dem Sondersteuersatz von 27,5 Prozent, unabhängig von der Haltedauer. Tausch von Krypto gegen Krypto ist in Österreich steuerneutral. Da Revolut keinen KESt-Abzug für Krypto vornimmt, erklärst du die Einkünfte selbst in der Beilage E1kv. Für Altbestände vor März 2021 gilt weiterhin die einjährige Spekulationsfrist. In der Schweiz sind private Kursgewinne grundsätzlich steuerfrei, Krypto gehört aber ins Wertschriftenverzeichnis und unterliegt der kantonalen Vermögenssteuer; Staking-Erträge sind Einkommen. Diese Fälle behandelt der vorliegende Ratgeber nur am Rand.

Häufige Fragen zur Revolut-Krypto-Steuer

Zieht Revolut Steuern auf Kryptogewinne ab?

Nein. Kryptogewinne sind in Deutschland private Veräußerungsgeschäfte und fallen nicht unter die Abgeltungsteuer. Revolut behält nichts ein. Du erklärst die Gewinne selbst in der Anlage SO.

Wo finde ich den Krypto-Kontoauszug bei Revolut?

In der App über das Profil und den Bereich Kontoauszüge oder Dokumente, dort den Krypto-Kontoauszug wählen. Je nach App-Version führt der Weg auch über den Krypto-Bereich, Mehr und Dokumente. Wähle Excel oder CSV und den Zeitraum ab deinem ersten Kauf.

Reicht der konsolidierte Bericht von Revolut für die Steuer?

Für die Krypto-Rechnung nicht. Er fasst Bestände und Erträge zusammen, enthält aber nicht jede einzelne Teilmenge mit Kaufdatum, die du für FIFO und die Haltefrist brauchst. Nimm den Krypto-Kontoauszug.

Sind meine Revolut-Coins nach einem Jahr steuerfrei?

Nach der Rechtslage im November 2026 ja. Jede gekaufte Teilmenge ist ab ihrem eigenen Kaufdatum nach einem Jahr steuerfrei veräußerbar. Bei regelmäßigen Käufen hat also jede Ausführung ihre eigene Frist.

Muss ich Gewinne unter 1.000 Euro angeben?

Steuer fällt darauf nicht an. Die Angabe in der Anlage SO ist trotzdem sinnvoll, damit das Finanzamt die Freigrenze prüfen kann, und zwingend, wenn du Verluste feststellen lassen willst.

Wie werden Staking-Erträge bei Revolut versteuert?

Als sonstige Einkünfte mit dem Eurowert bei Gutschrift. Bis 255,99 Euro im Jahr für alle Einkünfte dieser Art bleibt alles steuerfrei, ab 256 Euro ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Die erhaltenen Coins haben ab der Gutschrift eine eigene Haltefrist.

Ist ein Tausch von Bitcoin in USDC bei Revolut steuerpflichtig?

Ja, wenn die Bitcoin weniger als ein Jahr alt sind. Der Tausch gilt als Veräußerung zum Eurowert. Auch Stablecoins sind Kryptowerte mit eigener Haltefrist.

Was meldet Revolut dem Finanzamt?

Nach DAC8 meldet Revolut ab dem Meldejahr 2026 Kundendaten und Transaktionen an die zuständige Steuerbehörde, die sie an das Bundeszentralamt für Steuern weitergibt. Eine Gewinnrechnung ist nicht dabei.

Welche Steuersoftware kann Revolut-Dateien einlesen?

Unter anderem CoinTracking, Blockpit, Divly und Koinly bieten einen Import für Revolut an. Prüfe beim Anbieter, welches Dateiformat erwartet wird, und kontrolliere nach dem Import, ob Transfers richtig erkannt wurden.

Was passiert, wenn ich mein Revolut-Konto schließe?

Lade vorher den vollständigen Krypto-Kontoauszug herunter. Nach der Schließung ist der Zugriff auf die Historie in der App nicht mehr möglich, und du brauchst die Kaufbelege, solange du die Coins woanders hältst.

Unterm Strich: Die Krypto-Steuer bei Revolut ist Handarbeit mit klarer Reihenfolge. Krypto-Kontoauszug ab dem ersten Kauf ziehen, nach FIFO rechnen, Haltefrist und Freigrenzen prüfen, Ergebnis in die Anlage SO übertragen und alle Belege sichern. Weil seit 2026 gemeldet wird, fällt eine fehlende Angabe eher auf als früher. Dieser Ratgeber ist keine Steuer- oder Anlageberatung; im Einzelfall entscheidet deine Steuerberatung.

Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.

Quellen

  1. Gesetze im Internet: § 23 EStG, Private Veräußerungsgeschäfte
  2. Gesetze im Internet: § 22 EStG, Arten der sonstigen Einkünfte
  3. CoinTracking: Revolut Steuern und Import
  4. Divly: Revolut Krypto-Steuern 2026 deklarieren
  5. Blockpit: Revolut Steuern
  6. Revolut Hilfe: Muss ich Steuern erklären?
  7. BTC-ECHO: Revolut sichert sich MiCA-Lizenz

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