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Amazon plant Fünf-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum mit Atomstrom in Texas

Amazon investiert rund fünf Milliarden Dollar in einen Rechenzentrumscampus für KI und Cloud-Dienste im texanischen Somervell County. Den Strom liefert das Kernkraftwerk Comanche Peak über eine 20-jährige Direktvereinbarung mit Vistra.

Amazon plant Fünf-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum mit Atomstrom in Texas

Amazon Data Services plant einen rund 5 Milliarden Dollar teuren Rechenzentrumscampus im texanischen Somervell County. Die Stromversorgung sichert sich der Technologiekonzern über eine Direktvereinbarung mit dem Kernkraftwerk Comanche Peak.

Das Vorhaben mit dem Namen „Project Spectrum“ erstreckt sich über ein rund 435 Acre großes Grundstück des Energiekonzerns Vistra nahe Glen Rose. Der Masterplan des Campus sieht bis zu 18 Gebäude vor, die für Amazons KI- und Cloud-Computing-Workloads ausgelegt sind.

Stromabnahmevertrag über 20 Jahre

Das Fundament der Infrastruktur bildet ein Stromabnahmevertrag mit 20 Jahren Laufzeit über eine Leistung von bis zu 1.200 Megawatt aus Comanche Peak. Die erste Inbetriebnahme ist für 2027 angesetzt, erste Stromlieferungen sollen im vierten Quartal 2027 fließen. Der vollständige Ausbau soll bis 2032 abgeschlossen sein.

Der Energievertrag war bereits im September 2025 öffentlich bekannt geworden. Im Februar 2026 wurde Amazon parallel zu den lokalen Genehmigungen offiziell als Vertragspartner bestätigt.

Der Strom fließt über dedizierte Leitungen direkt vom Kernkraftwerk zum Campus. Amazon umgeht damit einen Teil der komplexen Regularien des texanischen Stromnetzes. Die Vereinbarung umfasst zudem Notstromaggregate vor Ort sowie ein Net-Metering-Modell, bei dem die Abrechnung auf Basis des Nettosaldos aus ein- und ausgespeistem Strom erfolgt.

Für Amazon bedeutet die Struktur eine wetter- und tageszeitunabhängige Grundlastversorgung rund um die Uhr. Vistra sichert sich mit der 20-jährigen Bindung berechenbare, langfristige Cashflows für eine Erzeugungskapazität von bis zu 1.200 Megawatt.

Lokale Abgaben und Wasserkonzept

Project Spectrum soll mindestens 550 Vollzeitstellen schaffen, deren Vergütung über dem regionalen Durchschnitt von Somervell County liegt. Während der Bauphase werden darüber hinaus tausende temporäre Arbeitskräfte erwartet.

Die Vereinbarungen zu Steuererleichterungen sehen mit dem Spatenstich eine Einmalzahlung von 2,5 Millionen Dollar an den Bezirk vor, gefolgt von jährlich 300.000 Dollar pro fertiggestelltem Gebäude. Bei Fertigstellung aller 18 Bauten belaufen sich diese jährlichen Zahlungen auf insgesamt 5,4 Millionen Dollar.

Seinen Wasserbedarf deckt der Komplex über ein industrielles Reservoir statt über das kommunale Trinkwassernetz. Zusätzlich stellt Amazon 3,75 Millionen Dollar für Effizienzprojekte bereit, die dem Einzugsgebiet jährlich mehr als 330 Millionen Gallonen Wasser zuführen sollen.

Großflächige Direktleitungen und Net-Metering-Konstruktionen rücken zunehmend in den Fokus texanischer Netzbetreiber und Regulierungsbehörden. Diese prüfen derzeit eingehend, wie sich derart verbrauchsintensive Rechenzentren künftig in das Stromnetz des Bundesstaates integrieren lassen.

Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.

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