
finanzen.net zero Krypto: Spread, 1-Euro-Gebühr unter 500 € und warum du keine Coins auszahlen kannst
Krypto bei finanzen.net zero, das inzwischen unter dem Namen Finanzen invest auftritt, kostet laut aktueller Anbieterseite 1 Prozent vom Kurswert plus 1 Euro bei Orders unter 500 Euro, dazu einen Spread. Coins lassen sich nicht auf eine Wallet übertragen. Mit Rechenbeispielen.
Krypto bei finanzen.net zero kostet dich nach der aktuellen Krypto-Seite des Anbieters zwei Dinge: eine Provision von 1 Prozent vom Kurswert jeder Order und, bei Orders unter 500 Euro, zusätzlich 1 Euro Mindermengenzuschlag. Dazu kommt ein Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs, den der Anbieter als reduziert bezeichnet, aber nicht beziffert. Die Coins liegen bei der BaFin-beaufsichtigten Tangany GmbH, du kannst sie rund um die Uhr handeln, aber nicht auf eine eigene Wallet übertragen und auch keine Coins von außen einbuchen. Wichtig für die Suche: Die Marke heißt inzwischen Finanzen invest, die Firma dahinter bleibt die finanzen.net zero GmbH aus Karlsruhe. Die Konditionen auf der Website tragen den Stand 23. Oktober 2026.
Im Netz findest du zu finanzen.net zero Krypto widersprüchliche Aussagen: Mal heißt es, über 500 Euro sei der Handel gebührenfrei, mal ist von 0,9 Prozent, 1 Prozent oder 1,25 Prozent die Rede. Dieser Ratgeber sortiert die Zahlen, rechnet konkrete Orders durch, erklärt, warum die fehlende Auszahlung kein Detail ist, sondern die wichtigste Eigenschaft des Angebots, und vergleicht finanzen.net zero mit Trade Republic, Scalable Capital, Bitpanda und einer echten Börse. Am Ende steht, was du steuerlich selbst erledigen musst.
finanzen.net zero Krypto auf einen Blick (Stand Oktober 2026)
- Marke heute
- Finanzen invest, Anbieter finanzen.net zero GmbH, Karlsruhe
- Provision Krypto
- 1 Prozent vom Kurswert je Order laut Krypto-Seite
- Mindermengenzuschlag
- 1 Euro bei Orders unter 500 Euro Kurswert
- Spread
- zusätzlich, vom Anbieter nicht beziffert; Tests messen rund 1 Prozent
- Angebot
- 59 Kryptowerte laut Anbieter
- Handelszeit
- rund um die Uhr, auch am Wochenende
- Verwahrung
- Tangany GmbH, BaFin-beaufsichtigt
- Ausführung
- Baader Bank AG als Kommissionärin
- Wallet-Transfer
- nicht möglich, weder hinein noch hinaus
- Steuer
- keine Abgeltungsteuer, du erklärst Gewinne selbst in der Anlage SO
Aus finanzen.net zero wird Finanzen invest: Was sich ändert
Wer im Herbst 2026 finanzen.net zero aufruft, landet auf der Domain finanzeninvest.de. Die Website sagt es knapp: Aus finanzen.net ZERO wird Finanzen invest. Im Impressum und im Kleingedruckten steht weiterhin die finanzen.net zero GmbH aus Karlsruhe, Depot und Verrechnungskonto führt wie bisher die Baader Bank AG, und die Kryptowerte verwahrt die Tangany GmbH. Für Bestandskunden heißt das nach allem, was öffentlich zu sehen ist: Konto, Depot und Coins bleiben, wo sie sind. Neu ist der Name, und mit dem Relaunch der Website sind auch die Konditionen neu formuliert worden.
Diese Umstellung erklärt einen Teil der Verwirrung in den Suchergebnissen. Viele Testberichte stammen aus den Jahren 2022 bis 2025 und beschreiben das alte Preismodell. Die Krypto-Seite selbst nennt heute ausdrücklich eine Provision von 1 Prozent vom Kurswert und einen reduzierten Spread. Ältere Berichte, etwa der Test von extraETF mit Datenstand Juni 2026, schreiben dagegen, über 500 Euro falle keine Ordergebühr an und die Kosten steckten in einem Spread von durchschnittlich rund 1 Prozent. Beides kann zur selben Gesamtbelastung führen, nur anders aufgeteilt. Für deine Rechnung zählt das, was im Preis- und Leistungsverzeichnis und in der Orderübersicht vor dem Klick steht.
Praktisch bedeutet das: Wenn du einen Bericht liest, der finanzen.net zero Krypto als gebührenfrei ab 500 Euro beschreibt, prüfe das Datum. Wenn die Orderübersicht in der App eine Provision ausweist, gilt diese. Die folgenden Rechnungen arbeiten deshalb mit den Angaben der aktuellen Krypto-Seite und zeigen daneben, wie sich ein Spread von rund 1 Prozent auswirkt.
Die Kosten im Einzelnen: Provision, Zuschlag und Spread
Drei Kostenbausteine gilt es auseinanderzuhalten. Die Provision ist ein sichtbarer Betrag auf deiner Abrechnung, bei finanzen.net zero laut Krypto-Seite 1 Prozent des Kurswerts. Bei einem Kauf über 1.000 Euro sind das 10 Euro, bei 100 Euro sind es 1 Euro. Der Mindermengenzuschlag ist ein fester Betrag von 1 Euro, der bei jeder Order unter 500 Euro Kurswert dazukommt. Er trifft vor allem kleine Einzelkäufe: Bei 50 Euro sind 1 Euro bereits 2 Prozent.
Der dritte Baustein ist der Spread. finanzen.net zero handelt Krypto nicht über ein öffentliches Orderbuch, sondern lässt Baader Bank als Kommissionärin im eigenen Namen für deine Rechnung kaufen und verkaufen, außerhalb eines Handelsplatzes. Der Kurs, den du bekommst, wird von der Gegenseite gestellt und enthält einen Abstand zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Die Website nennt ihn reduziert, ohne Zahl. Testportale haben in den vergangenen Jahren Werte um 0,75 bis 1,25 Prozent gemessen. Der Anbieter weist zudem darauf hin, dass angezeigte Preise indikativ sind und unlimitierte Orders zum besten verfügbaren Preis ausgeführt werden, sodass bei großen Orders oder dünnem Markt Slippage entstehen kann.
Keine Kosten entstehen für die Depot- und Kontoführung und für die Krypto-Wallet, solange du sie mit dem Depot nutzt. Eine Fremdkostenpauschale gibt es laut Website nicht. Sparpläne auf Kryptowerte sind laut FAQ der Website ohne Ordergebühr möglich; der Spread fällt aber bei jeder Ausführung an, und ob die 1-Prozent-Provision auch für Sparplanausführungen gilt, solltest du im Preisverzeichnis nachlesen, bevor du einen großen Sparplan anlegst.
| Höhe | Wann | Sichtbar auf der Abrechnung | |
|---|---|---|---|
| Provision | 1 Prozent vom Kurswert | jede Einzelorder laut Krypto-Seite | ja |
| Mindermengenzuschlag | 1 Euro | Order unter 500 Euro Kurswert | ja |
| Spread | nicht veröffentlicht, Tests rund 1 Prozent | jede Order und jede Sparplanrate | nein, im Kurs enthalten |
| Depot und Wallet | 0 Euro | laufend | entfällt |
| Auszahlung von Coins | nicht möglich | entfällt | entfällt |
Rechenbeispiele: Was ein Kauf und Verkauf wirklich kostet
Für die folgenden Beispiele nehmen wir die Provision laut Krypto-Seite an und einen Spread von 1 Prozent zwischen Kauf- und Verkaufskurs, also rund 0,5 Prozent je Richtung gegenüber dem Mittelkurs. Das ist eine Annahme auf Basis von Testberichten, kein vom Anbieter veröffentlichter Wert. Wenn deine eigene Messung einen anderen Spread ergibt, ersetze die Zahl einfach.
Beispiel 1, Kauf über 100 Euro Bitcoin: Provision 1 Euro, Mindermengenzuschlag 1 Euro, Spread-Anteil rund 0,50 Euro. Du zahlst also rund 2,50 Euro, das sind 2,5 Prozent für den Einstieg. Verkaufst du später für denselben Betrag, kommen noch einmal rund 2,50 Euro hinzu. Der vollständige Weg hinein und hinaus kostet dich damit rund 5 Prozent. Bei so kleinen Einzelorders ist finanzen.net zero teuer.
Beispiel 2, Kauf über 499 Euro statt 500 Euro: Der Zuschlag von 1 Euro fällt nur unterhalb der Grenze an. Bei 499 Euro zahlst du 4,99 Euro Provision plus 1 Euro Zuschlag plus rund 2,50 Euro Spread, insgesamt rund 8,49 Euro. Bei 500 Euro sind es 5 Euro Provision plus rund 2,50 Euro Spread, also rund 7,50 Euro. Einen Euro mehr zu investieren, spart dir knapp einen Euro Kosten. Wenn du ohnehin knapp unter der Grenze liegst, runde auf.
Beispiel 3, Kauf über 5.000 Euro: Provision 50 Euro, Spread-Anteil rund 25 Euro, insgesamt rund 75 Euro oder 1,5 Prozent. Für einen Hin- und Rückweg sind das rund 150 Euro. An einer Börse mit Orderbuch und Gebühren von 0,1 bis 0,25 Prozent je Seite lägen die Kosten für dieselbe Summe bei rund 10 bis 25 Euro je Richtung. Hier wird sichtbar, dass eine prozentuale Provision bei großen Beträgen schwerer wiegt als ein fester Zuschlag.
| Provision | Zuschlag | Spread-Anteil | Summe | |
|---|---|---|---|---|
| 50 Euro | 0,50 Euro | 1 Euro | 0,25 Euro | 1,75 Euro (3,5 Prozent) |
| 100 Euro | 1 Euro | 1 Euro | 0,50 Euro | 2,50 Euro (2,5 Prozent) |
| 499 Euro | 4,99 Euro | 1 Euro | 2,50 Euro | 8,49 Euro (1,7 Prozent) |
| 500 Euro | 5 Euro | 0 Euro | 2,50 Euro | 7,50 Euro (1,5 Prozent) |
| 5.000 Euro | 50 Euro | 0 Euro | 25 Euro | 75 Euro (1,5 Prozent) |
Sollten ältere Angaben stimmen und über 500 Euro keine Provision anfallen, sähe die Rechnung für große Orders deutlich freundlicher aus: Dann blieben bei 5.000 Euro nur der Spread und damit rund 25 Euro. Genau deshalb lohnt sich der Blick in die Orderübersicht vor der Bestätigung. Dort steht, welche Provision tatsächlich berechnet wird, und das ist verbindlicher als jeder Testbericht, auch dieser.
So misst du den Spread selbst
Weil der Anbieter den Spread nicht veröffentlicht, ist die eigene Messung der einzige Weg zu einer belastbaren Zahl. Du brauchst dafür kein Geld zu bewegen, nur zwei Minuten und einen Referenzkurs, etwa den Bitcoin-Kurs an einer großen Börse oder auf unserer Marktübersicht unter /marktdaten/maerkte.
Spread bei finanzen.net zero messen
- Öffne in der App den Coin, etwa Bitcoin, und tippe auf Kaufen. Gib einen Betrag ein und lass dir die Orderübersicht mit dem Kaufkurs anzeigen. Notiere den Kurs und brich ab.
- Wiederhole das für Verkaufen. Wenn du den Coin noch nicht besitzt, zeigt die App oft trotzdem den Geldkurs im Kursbereich an. Notiere ihn.
- Rechne den Spread aus: Kaufkurs minus Verkaufskurs, geteilt durch den Mittelwert beider Kurse, mal 100. Ein Kaufkurs von 100.500 Euro und ein Verkaufskurs von 99.500 Euro ergeben 1 Prozent.
- Vergleiche den Mittelkurs mit dem Kurs an einer großen Börse zur selben Minute. Liegt er deutlich darüber, steckt zusätzlich ein Aufschlag im Preis.
- Wiederhole die Messung an einem ruhigen Vormittag und an einem hektischen Abend sowie bei einem kleineren Coin. So siehst du, wie stark der Spread schwankt.
Rechne zum gemessenen Spread die Provision und gegebenenfalls den Zuschlag hinzu, dann hast du deine echten Kosten je Order. Bei kleinen Coins mit wenig Umsatz weitet sich der Spread erfahrungsgemäß deutlich stärker als bei Bitcoin oder Ether; prüfe deshalb vor einem Kauf außerhalb der großen Werte immer die Orderübersicht.
Warum du bei finanzen.net zero keine Coins auszahlen kannst
Der Satz auf der Krypto-Seite ist eindeutig: Überträge von oder zu externen Wallets sind nicht möglich. Du kaufst zwar echte Coins, keine Zertifikate oder ETPs, und Tangany verwahrt sie für dich. Aber du kannst sie nur innerhalb von finanzen.net zero wieder verkaufen. Eine Auszahlung auf eine Hardware-Wallet, auf eine Börse oder an eine andere Person ist ausgeschlossen, ebenso der umgekehrte Weg, also Coins, die du anderswo gekauft hast, bei finanzen.net zero einzubuchen.
Das hat mehrere Folgen, die du vor dem ersten Kauf kennen solltest. Erstens bist du für den Ausstieg an diesen einen Anbieter gebunden: Wenn du verkaufen willst, verkaufst du zu seinem Kurs, mit seiner Provision. Zweitens kannst du Bitcoin nicht für Zahlungen, für Lightning oder für DeFi nutzen. Drittens kannst du keinen Anbieterwechsel durch Übertragung vornehmen. Wer von finanzen.net zero zu einem anderen Broker wechseln will, muss verkaufen und neu kaufen, und ein Verkauf innerhalb eines Jahres nach dem Kauf kann steuerpflichtig sein. Viertens hast du keine eigene Kontrolle über die Schlüssel: Du vertraust auf Tangany und auf finanzen.net zero.
Zum Vergleich: Trade Republic und Scalable Capital haben in den vergangenen Monaten Auszahlungen auf eigene Wallets eingeführt, Bitpanda, Bison und echte Börsen bieten sie seit Jahren. Wie das dort im Einzelnen abläuft, welche Gebühren anfallen und was die Travel Rule verlangt, erklären unsere Ratgeber zur Wallet-Auszahlung bei Trade Republic und bei Scalable Capital sowie der Ratgeber zur Übertragung von Bitcoin auf eine Hardware-Wallet.
Wie sicher sind die Coins bei Tangany?
Tangany ist ein Kryptoverwahrer mit Sitz in München, der von der BaFin beaufsichtigt wird und nach MiCA als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen arbeitet. Die Coins werden für die Kunden getrennt vom Vermögen des Verwahrers gehalten. Im Fall einer Insolvenz von Tangany sollen sie deshalb nicht in die Insolvenzmasse fallen, sondern den Kunden zustehen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu einer Börse im Ausland ohne vergleichbare Trennungspflicht.
Was diese Konstruktion nicht leistet: Kryptowerte unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung, die für Bankguthaben bis 100.000 Euro gilt. Die Einlagensicherung betrifft bei finanzen.net zero nur dein Euro-Guthaben auf dem Verrechnungskonto bei der Baader Bank. Für die Coins zählt allein die Trennung und Sorgfalt des Verwahrers. Und weil du sie nicht abziehen kannst, gibt es keinen Notausgang, falls du dem Verwahrer einmal nicht mehr vertraust, außer dem Verkauf.
Für wen sich finanzen.net zero Krypto eignet und für wen nicht
Das Angebot passt zu dir, wenn du bereits ein Depot bei finanzen.net zero hast, Bitcoin oder Ether als kleine Beimischung neben Aktien und ETFs halten willst, nur gelegentlich handelst und keinen Wert darauf legst, die Coins jemals selbst zu verwahren. Der Vorteil ist die Bequemlichkeit: ein Konto, eine App, deutsche Partner, Handel rund um die Uhr und Mindestbeträge ab wenigen Cent. Für einen Sparplan in kleinen Raten ist die Einstiegshürde niedrig.
Es passt nicht, wenn du Coins auf eine eigene Wallet ziehen willst, wenn du häufig oder mit großen Beträgen handelst oder wenn du kleine Coins handelst, bei denen Spreads breit werden. Wer ernsthaft Bitcoin sparen will und ihn irgendwann selbst verwahren möchte, verbaut sich mit einem nicht auszahlbaren Bestand den späteren Umzug, oder er bezahlt ihn mit einem Verkauf, möglicherweise steuerpflichtig, und einem erneuten Kauf.
| Kostenmodell | Wallet-Auszahlung | Verwahrung | |
|---|---|---|---|
| finanzen.net zero / Finanzen invest | 1 Prozent Provision, 1 Euro unter 500 Euro, plus Spread | nein | Tangany |
| Trade Republic | 1 Euro je Order plus Spread | ja, für ausgewählte Coins | eigene Verwahrung über Partner |
| Scalable Capital | Ordergebühr plus Spread je nach Tarif | ja, für ausgewählte Coins | Partnerverwahrer |
| Bitpanda | Aufschlag im Kurs, für Bitcoin 0,99 Prozent je Richtung | ja | Bitpanda selbst |
| Börse mit Orderbuch | etwa 0,1 bis 0,25 Prozent je Seite | ja | Börse oder eigene Wallet |
Die Tabelle ist eine Orientierung, keine Rangliste. Bei Trade Republic und Scalable Capital ändern sich Tarife und die Liste auszahlbarer Coins regelmäßig, und Bitpandas Aufschläge unterscheiden sich je nach Coin. Wie hoch die Spreads dort tatsächlich ausfallen und wie du sie misst, beschreibt unser Ratgeber zu den Bitpanda-Gebühren. Den Vergleich der Sparpläne mit konkreten Raten findest du in unserem Ratgeber zu Bitcoin-Sparplänen.
Krypto-Sparplan bei finanzen.net zero
Sparpläne auf Kryptowerte sind laut FAQ von Finanzen invest ohne Ordergebühr möglich, Testberichte nennen Raten ab sehr kleinen Beträgen. Die Ausführung erfolgt zu festen Terminen. Da der Spread auch hier anfällt, ist die Rate im Ergebnis nicht kostenlos: Bei einem Spread von 1 Prozent, also rund 0,5 Prozent je Richtung, kostet eine Rate von 50 Euro rund 25 Cent. Über ein Jahr mit 600 Euro Einsatz sind das rund 3 Euro, für den späteren Verkauf noch einmal ein ähnlicher Anteil auf den dann aktuellen Wert.
Damit kann der Sparplan bei finanzen.net zero günstiger sein als Einzelkäufe, gerade bei kleinen Raten, weil der Mindermengenzuschlag nicht greift. Beachte aber zwei Dinge. Erstens: Der Sparplan baut einen Bestand auf, den du später nicht auszahlen kannst. Zweitens: Jede Rate ist steuerlich ein eigener Kauf mit eigenem Datum. Die Haltefrist von einem Jahr läuft für jede Rate einzeln, und beim Verkauf zählt nach dem FIFO-Prinzip die älteste Rate zuerst.
Steuern: Was finanzen.net zero erledigt und was nicht
Für echte Coins gilt in Deutschland nicht die Abgeltungsteuer, sondern die Regel für private Veräußerungsgeschäfte nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Gewinne aus Coins, die du länger als ein Jahr gehalten hast, sind steuerfrei. Innerhalb eines Jahres sind sie steuerpflichtig, wenn alle Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr zusammen 1.000 Euro oder mehr betragen; liegen sie darunter, bleiben sie steuerfrei. Die 1.000 Euro sind eine Freigrenze, kein Freibetrag: Wer sie erreicht, versteuert den gesamten Gewinn.
finanzen.net zero führt auf Kryptogewinne keine Steuer ab und verrechnet sie nicht mit deinem Sparer-Pauschbetrag für Aktien und ETFs. Du musst steuerpflichtige Verkäufe selbst in der Anlage SO erklären. Die Provision und der Zuschlag gehören dabei zu den Anschaffungs- beziehungsweise Veräußerungskosten und mindern deinen Gewinn. Den Spread siehst du nicht als Betrag; er steckt im Kurs und ist damit automatisch im Kaufpreis oder Erlös berücksichtigt. Hebe die Abrechnungen auf und exportiere die Transaktionsliste spätestens zum Jahresende.
Ab dem Meldejahr 2026 melden Anbieter wie finanzen.net zero und Tangany Kundendaten und Transaktionen im Rahmen von DAC8 an das Bundeszentralamt für Steuern, das die Daten an die Finanzämter weitergibt. Das Finanzamt weiß also künftig, dass du Kryptowerte verkauft hast. Wie du die Anlage SO ausfüllst und was die DAC8-Meldung im Einzelnen enthält, erklären unsere Ratgeber zur Anlage SO und zur DAC8-Meldung. Bei Grenzfällen, etwa vielen Verkäufen oder Verlustverrechnung über mehrere Jahre, entscheidet am Ende eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater.
Typische Fehler bei finanzen.net zero Krypto
Der häufigste Fehler ist, alte Testberichte für aktuell zu halten und mit null Gebühren über 500 Euro zu rechnen. Prüfe die Orderübersicht. Der zweite Fehler ist, kleine Einzelkäufe unter 500 Euro zu stückeln. Wer zehnmal 50 Euro statt einmal 500 Euro kauft, zahlt zehnmal den Zuschlag, also 10 Euro zusätzlich. Der dritte Fehler ist, mit unlimitierten Orders in hektischen Marktphasen zu kaufen, in denen der Spread breit wird; der Anbieter warnt selbst vor Slippage.
Der vierte Fehler betrifft den Wechsel: Manche Kunden merken erst, wenn sie Bitcoin auf eine Hardware-Wallet ziehen wollen, dass das nicht geht. Dann bleibt nur der Verkauf. Liegt der Kauf weniger als ein Jahr zurück und ist der Gewinn groß, kann das Steuer kosten. Wer weiß, dass er irgendwann selbst verwahren will, beginnt besser gleich bei einem Anbieter mit Auszahlung. Der fünfte Fehler ist, Fake-Hotlines und Fake-Apps zu vertrauen. finanzen.net zero ruft dich nicht an, um Coins zu verschieben, und verlangt keine Passwörter am Telefon.
Häufige Fragen zu finanzen.net zero Krypto
Was kostet ein Krypto-Kauf bei finanzen.net zero?
Laut aktueller Krypto-Seite von Finanzen invest eine Provision von 1 Prozent vom Kurswert, bei Orders unter 500 Euro zusätzlich 1 Euro, dazu einen nicht bezifferten Spread. Testportale haben Spreads um 1 Prozent gemessen. Die verbindliche Zahl steht in der Orderübersicht vor dem Klick.
Ist Krypto bei finanzen.net zero ab 500 Euro kostenlos?
Das steht in vielen älteren Testberichten. Die aktuelle Krypto-Seite nennt dagegen eine Provision von 1 Prozent. Ab 500 Euro entfällt nur der Mindermengenzuschlag von 1 Euro. Prüfe die Abrechnung deiner ersten Order.
Kann ich Bitcoin von finanzen.net zero auf meine Wallet überweisen?
Nein. Der Anbieter schreibt ausdrücklich, dass Überträge von oder zu externen Wallets nicht möglich sind. Du kannst die Coins nur innerhalb von finanzen.net zero verkaufen.
Heißt finanzen.net zero jetzt anders?
Ja, die Marke heißt Finanzen invest. Dahinter steht weiterhin die finanzen.net zero GmbH aus Karlsruhe, Partner sind die Baader Bank für Depot und Konto und Tangany für die Kryptoverwahrung.
Wer verwahrt meine Coins?
Die Tangany GmbH, ein von der BaFin beaufsichtigter Kryptoverwahrer. Die Coins werden getrennt vom Vermögen des Verwahrers gehalten. Eine Einlagensicherung wie für Bankguthaben gibt es für Kryptowerte nicht.
Wie viele Kryptowährungen kann ich handeln?
Der Anbieter nennt 59 Kryptowerte, darunter Bitcoin, Ether und Tether, und erweitert die Liste laufend. Testberichte aus 2025 und 2026 nennen 57 bis 59.
Führt finanzen.net zero Steuern auf Kryptogewinne ab?
Nein. Gewinne aus echten Coins sind private Veräußerungsgeschäfte und werden nicht über die Abgeltungsteuer erfasst. Du erklärst steuerpflichtige Verkäufe selbst in der Anlage SO. Nach einem Jahr Haltedauer sind Gewinne steuerfrei.
Kann ich bei finanzen.net zero rund um die Uhr Krypto handeln?
Ja, laut Anbieter ist der Handel an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr möglich. Nachts und am Wochenende kann der Spread breiter sein, weil weniger gehandelt wird.
Lohnt sich ein Krypto-Sparplan bei finanzen.net zero?
Sparpläne sind laut FAQ ohne Ordergebühr möglich, der Spread fällt aber an. Für kleine Raten ist das günstiger als Einzelkäufe unter 500 Euro. Der Haken bleibt: Den angesparten Bestand kannst du nicht auf eine eigene Wallet übertragen.
Unterm Strich ist finanzen.net zero Krypto, heute Finanzen invest, eine bequeme Beimischung für Depotkunden, aber kein günstiger Ort für große oder häufige Krypto-Orders und kein Weg zur Selbstverwahrung. Lies vor dem ersten Kauf die Orderübersicht, miss den Spread einmal selbst und entscheide dann, ob dir die Bequemlichkeit den Preis und die fehlende Auszahlung wert ist.
Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.
Quellen
- Finanzen invest: Krypto handeln (Konditionen, Partner, Wallet-Transfer)
- Finanzen invest: Startseite und Konditionen, Stand 23.10.2026
- Finanzen invest: Preis- und Leistungsverzeichnis (PDF)
- extraETF: Finanzen.net Zero Krypto-Depot im Test
- neuebanken.de: finanzen.net zero
- Gesetze im Internet: § 23 EStG Private Veräußerungsgeschäfte


