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XRP-ETF in Deutschland kaufen? Warum es nur ETPs gibt – alle XRP-ETPs mit ISIN, TER, Broker und Steuer
Ratgeber

XRP-ETF in Deutschland kaufen? Warum es nur ETPs gibt – alle XRP-ETPs mit ISIN, TER, Broker und Steuer

Einen XRP-ETF im rechtlichen Sinn kannst du in Deutschland nicht kaufen, die US-Spot-ETFs sind für Privatanleger gesperrt. Handelbar sind XRP-ETPs von WisdomTree, CoinShares, Virtune, Bitwise und 21Shares. Wir vergleichen ISIN, Kosten, Besicherung, Broker und Steuer.

Einen XRP-ETF kaufen kannst du in Deutschland als Privatanleger nicht, jedenfalls nicht im rechtlichen Sinn. Die Spot-XRP-ETFs, die seit November 2025 in den USA gehandelt werden, etwa von Canary, Bitwise, Grayscale und Franklin Templeton, sind für EU-Privatkunden in aller Regel gesperrt, weil ihnen das vorgeschriebene Basisinformationsblatt fehlt. Ein europäischer Fonds nach OGAW-Regeln darf nicht nur einen einzigen Kryptowert halten. Was in Deutschland gehandelt wird und von Brokern oft als XRP-ETF beworben wird, sind XRP-ETPs: börsengehandelte Schuldverschreibungen, die mit echten XRP-Token besichert sind. Davon gibt es eine Handvoll, mit laufenden Kosten zwischen etwa 0,5 und 2,5 Prozent pro Jahr. Dieser Ratgeber zeigt dir alle wichtigen XRP-ETPs mit ISIN und Kosten, erklärt, an welchen Börsen und bei welchen Brokern du sie bekommst, worin sie sich von einem Direktkauf von XRP unterscheiden und wie Gewinne in Deutschland besteuert werden.

XRP-ETF in Deutschland auf einen Blick (Stand: November 2026)

Echter XRP-ETF für Privatanleger
Nein: US-Spot-ETFs ohne PRIIPs-Basisinformationsblatt, EU-Fonds dürfen nicht nur XRP halten
Was du stattdessen kaufen kannst
Physisch besicherte XRP-ETPs (ETN/ETC) an Xetra, Börse Frankfurt, gettex, Tradegate und anderen
Günstigstes Produkt laut Datenbanken
WisdomTree Physical XRP, TER 0,50 Prozent, ISIN GB00BRXHQ425
Teuerste bekannte Produkte
21Shares XRP ETP mit 2,50 Prozent, Bitwise Physical XRP mit 1,95 Prozent
Besicherung
Bei den genannten Produkten mit XRP-Token bei einem Krypto-Verwahrer
Steuer bei Lieferanspruch
Nach BMF-Schreiben vom 6. März 2025 wie XRP selbst: § 23 EStG, steuerfrei nach einem Jahr
Hauptrisiken
Kursschwankungen von XRP, Emittenten- und Verwahrrisiko, hohe Gebühren bei Altprodukten

Warum es in Deutschland keinen XRP-ETF gibt

Das Wort ETF steht für Exchange Traded Fund, also einen börsengehandelten Investmentfonds. In der EU ist ein ETF für Privatanleger fast immer ein OGAW-Fonds, auf Englisch UCITS. Diese Fonds unterliegen strengen Regeln: Sie müssen ihr Geld auf viele Werte verteilen und dürfen nur bestimmte zulässige Vermögenswerte halten. Ein einzelner Kryptowert wie XRP erfüllt beides nicht. Ein Fonds, der nur XRP hält, lässt sich nach diesen Regeln deshalb nicht auflegen. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA hat 2025 zwar Vorschläge zur Überarbeitung der zulässigen Vermögenswerte vorgelegt, eine direkte Krypto-Anlage für OGAW-Fonds ist darin nach den veröffentlichten Zusammenfassungen aber nicht vorgesehen.

Die zweite Sperre betrifft die amerikanischen Produkte. In den USA hat die Börsenaufsicht SEC 2025 den Weg für Spot-ETFs auf weitere Coins geöffnet. Im November 2025 startete der Canary XRP ETF unter dem Kürzel XRPC an der Nasdaq als erster US-Spot-Fonds auf XRP, kurz darauf folgten Bitwise, Grayscale und Franklin Templeton. Bitwise nannte bei seinem Fonds eine Verwaltungsgebühr von 0,34 Prozent. Für dich als Privatanleger in Deutschland ist das trotzdem keine Option: Die EU-Verordnung über Basisinformationsblätter für verpackte Anlageprodukte, kurz PRIIPs, verlangt für solche Produkte ein standardisiertes Informationsblatt auf Deutsch oder Englisch. Die US-Anbieter erstellen es nicht, und deutsche Broker lassen den Kauf deshalb für Privatkunden nicht zu. Selbst wenn du die Kürzel im Depot findest, wird die Order in der Regel abgelehnt.

Umgehen lässt sich das nur über eine Einstufung als professioneller Kunde nach MiFID II, für die du Kriterien zu Handelsvolumen, Depotgröße und Berufserfahrung erfüllen musst. Damit verzichtest du auf einen Teil des Anlegerschutzes, handelst in US-Dollar mit Währungsrisiko und hast eine steuerlich weniger klare Lage als bei einem europäischen ETP. Für die allermeisten Privatanleger ist dieser Weg nicht sinnvoll. Wie sich ETP und ETF rechtlich unterscheiden, erklärt unser Ratgeber Bitcoin-ETP vs. ETF ausführlich; die Logik gilt für XRP genauso.

Was ein XRP-ETP ist und wie es funktioniert

Ein XRP-ETP, auch ETN oder ETC genannt, ist eine Inhaberschuldverschreibung. Du kaufst also kein Fondsanteil, sondern eine Forderung gegen den Emittenten, etwa eine Zweckgesellschaft in Jersey, der Schweiz, Schweden oder Deutschland. Damit diese Forderung nicht nur ein Versprechen ist, hinterlegt der Emittent für jedes ausgegebene Stück die entsprechende Menge XRP bei einem Krypto-Verwahrer. Ein unabhängiger Treuhänder hält Sicherungsrechte an diesen Token zugunsten der Anleger. Geht der Emittent pleite, sollen die hinterlegten XRP verwertet und der Erlös an die Inhaber verteilt werden.

Der Kurs des ETPs folgt dem XRP-Preis, abzüglich der laufenden Gebühr. Die Gebühr wird nicht separat abgebucht, sondern verringert jeden Tag ein wenig die Menge XRP, die hinter einem Stück steht. Der Emittent veröffentlicht diese Menge meist als Coin Entitlement oder Anspruch pro Stück. Bei einer Gebühr von 2,5 Prozent schrumpft dieser Anspruch über ein Jahr um 2,5 Prozent, bei 0,5 Prozent um ein Fünftel davon. Du merkst das nicht als Posten auf der Abrechnung, sondern daran, dass das ETP über die Jahre etwas schlechter läuft als XRP selbst.

Im Unterschied zu einem Direktkauf von XRP brauchst du kein Konto bei einer Kryptobörse, keine Wallet und keine Seed Phrase. Das ETP liegt in deinem normalen Wertpapierdepot neben Aktien und Fonds, du siehst es in der Jahressteuerbescheinigung und kannst es mit einer Limit-Order kaufen. Dafür zahlst du die laufende Gebühr, und du kannst mit dem ETP nichts anderes tun als es zu halten und zu verkaufen. XRP-Zahlungen, Überweisungen an eine eigene Wallet oder die Nutzung im XRP Ledger sind damit nicht möglich.

Alle wichtigen XRP-ETPs im Vergleich

Die folgende Tabelle listet die XRP-ETPs, die nach Fondsdatenbanken wie justETF, etf.capital, Finanzfluss und finanzen.net Stand Herbst 2026 an deutschen Börsenplätzen handelbar sind. Die Gebühren stammen aus diesen Datenbanken und aus Pressemitteilungen der Emittenten. Sie ändern sich gelegentlich, weil Anbieter im Wettbewerb ihre Preise senken. Prüfe vor dem Kauf deshalb immer das aktuelle Basisinformationsblatt und das Factsheet auf der Seite des Emittenten. Die ISIN ist die eindeutige Kennung, mit der du das Produkt in deinem Depot findest.

XRP-ETPs an deutschen Börsen (Stand: November 2026, laut Fondsdatenbanken)
ISINLaufende Kosten p. a.Sitz EmittentHinweis
WisdomTree Physical XRPGB00BRXHQ4250,50 ProzentJerseyGünstigstes Produkt in der Übersicht, Xetra-Listing
Virtune XRP ETPSE00214861561,49 ProzentSchwedenVirtune seit 2025 als Emittent an Xetra
CoinShares Physical XRPGB00BLD4ZN311,50 ProzentJerseyGebühr in Datenbanken unterschiedlich angegeben
Bitwise Physical XRPDE000A3GYNB01,95 ProzentDeutschlandFrüher ETC Group, als ETC bezeichnet
21Shares XRP ETPCH04546640432,50 ProzentSchweizÄltestes Produkt, Kürzel 21XP in Frankfurt

Was auffällt, ist die enorme Spanne. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Produkt liegt der Faktor fünf. Das hat historische Gründe: 21Shares hat sein XRP-ETP schon 2019 aufgelegt, als für Krypto-ETPs Gebühren von 2 bis 2,5 Prozent üblich waren. Viele Anleger halten dieses Produkt seit Jahren und sitzen auf Buchgewinnen. Für den Emittenten gibt es wenig Druck, die Gebühr zu senken, weil Bestandskunden selten wechseln. Neuere Produkte wie das von WisdomTree sind mit deutlich niedrigeren Gebühren gestartet, um Marktanteile zu gewinnen. Für dich als neuen Anleger zählt vor allem, was das Produkt künftig kostet, nicht wie lange es schon existiert.

Neben der Gebühr lohnt ein Blick auf das verwaltete Vermögen und das Handelsvolumen. Größere Produkte haben in der Regel engere Spreads an der Börse, also einen geringeren Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei einem kleinen Produkt kann der Spread die Gebührenersparnis im ersten Jahr teilweise auffressen, vor allem außerhalb der Hauptgeschäftszeiten. Die Börsendaten zu Volumen und Spread findest du auf den Seiten der Börse Frankfurt oder bei deinem Broker in der Orderansicht.

Was die Gebühr in Euro bedeutet: drei Rechenbeispiele

Prozentangaben wirken klein, deshalb hier die Rechnung in Euro. Angenommen, du legst 5.000 Euro an und der XRP-Kurs bleibt über die Jahre unverändert, eine reine Rechenannahme. Bei 0,50 Prozent Gebühr kostet dich das im ersten Jahr rund 25 Euro, bei 1,49 Prozent rund 75 Euro, bei 2,50 Prozent rund 125 Euro. Über fünf Jahre summiert sich der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Produkt auf knapp 480 Euro, weil die Gebühr jedes Jahr auf den verbleibenden Bestand wirkt. Steigt XRP, wächst die Gebühr in Euro mit, fällt der Kurs, sinkt sie.

5.000 Euro in einem XRP-ETP, Kurs unverändert angenommen
Kosten nach 1 JahrKosten nach 3 JahrenKosten nach 5 Jahren
TER 0,50 Prozentrund 25 Eurorund 75 Eurorund 124 Euro
TER 1,49 Prozentrund 75 Eurorund 220 Eurorund 360 Euro
TER 1,95 Prozentrund 98 Eurorund 287 Eurorund 468 Euro
TER 2,50 Prozentrund 125 Eurorund 366 Eurorund 595 Euro

Zu den laufenden Kosten kommen die Kosten beim Kauf und Verkauf. Bei Neobrokern wie Trade Republic oder Scalable Capital zahlst du über gettex oder einen eigenen Handelsplatz oft 1 Euro pro Order oder weniger, bei Filialbanken und klassischen Direktbanken häufig 5 bis 10 Euro plus Börsenentgelte, je nach Tarif. Dazu kommt der Spread, der bei liquiden XRP-ETPs zu Handelszeiten meist im Bereich von wenigen Zehntelprozent liegt und bei kleinen Produkten breiter sein kann. Für eine einmalige Anlage von 5.000 Euro ist die Ordergebühr Nebensache, die laufende Gebühr über die Jahre nicht.

Zum Vergleich der Direktkauf: Wer XRP an einer Kryptobörse mit Orderbuch kauft, zahlt typischerweise eine Handelsgebühr von 0,1 bis 0,5 Prozent pro Transaktion und danach keine laufende Gebühr. Bei Broker-Apps mit Aufschlag im Kurs, etwa Bitpanda, liegt der Aufschlag für Coins außerhalb von Bitcoin nach Angaben von Testportalen bei rund 1,5 Prozent je Richtung. Über einen langen Zeitraum ist der Direktkauf an einer günstigen Börse fast immer billiger als jedes ETP. Dafür musst du dich um Verwahrung und Sicherheit selbst kümmern.

Wo du XRP-ETPs kaufen kannst: Börsen und Broker

XRP-ETPs sind an mehreren deutschen Börsenplätzen notiert, darunter Xetra, die Börse Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, München, gettex und Tradegate, je nach Produkt in unterschiedlichem Umfang. Für dich heißt das: Grundsätzlich kannst du sie bei jedem Broker kaufen, der Zugang zu diesen Handelsplätzen bietet. In der Praxis gibt es zwei Einschränkungen. Erstens schalten manche Banken Krypto-ETPs nur für Kunden frei, die im Wertpapierprofil Erfahrung mit komplexen Produkten oder Zertifikaten angegeben haben. Zweitens bieten nicht alle Broker jedes Produkt an jedem Handelsplatz an, und Sparpläne gibt es nur für eine Auswahl.

Typische Kaufwege für XRP-ETPs in Deutschland
HandelsplatzOrdergebühr (typisch)Sparplan auf XRP-ETP
Neobroker (Trade Republic, Scalable Capital)Eigener Handelsplatz oder gettexEtwa 0 bis 1 EuroNur für ausgewählte ETPs, beim Broker prüfen
Direktbank (ING, comdirect, Consorsbank)Xetra, Frankfurt, Tradegate, DirekthandelTarifabhängig, oft ab etwa 4 bis 10 EuroKrypto-ETP-Sparpläne nur teilweise
Filialbank oder SparkasseXetra, FrankfurtOft höher, plus BörsenentgelteSelten
Kryptobörse oder Krypto-AppKein ETP, sondern XRP direktHandelsgebühr oder AufschlagKrypto-Sparplan auf XRP möglich

Wie es bei einzelnen Banken konkret aussieht, beschreiben unsere Ratgeber zu den Krypto-ETNs bei ING und bei der Consorsbank. Bei Neobrokern, die auch echte Kryptowerte anbieten, steht dir zusätzlich der Direktkauf von XRP offen. Dort handelst du allerdings kein ETP, sondern bekommst einen Anspruch auf XRP, die der Broker oder sein Partner verwahrt. Das ist steuerlich vergleichbar, rechtlich aber etwas anderes. Achte beim Kauf darauf, dass du wirklich das gewünschte Produkt erwischst: In der Suche tauchen neben XRP-ETPs auch gehebelte Zertifikate, Short-Produkte und Indexprodukte auf, die XRP nur als einen Bestandteil enthalten.

Schritt für Schritt: ein XRP-ETP kaufen

So kaufst du ein XRP-ETP im Depot

  1. Wähle das Produkt anhand von Gebühr, Größe und Emittent aus und notiere die ISIN, zum Beispiel aus der Vergleichstabelle oben. Lies auf der Emittentenseite das Basisinformationsblatt und das Factsheet.
  2. Prüfe im Prospekt oder in den Emissionsbedingungen, ob das Produkt physisch mit XRP besichert ist, wer verwahrt und ob ein Lieferanspruch auf die Token besteht. Das ist für Sicherheit und Steuer entscheidend.
  3. Gib die ISIN in der Suche deines Brokers ein. Erscheint das Produkt nicht oder ist es gesperrt, frag beim Broker nach der Freischaltung oder ergänze dein Wertpapierprofil, falls Kenntnisse für komplexe Produkte fehlen.
  4. Wähle einen Handelsplatz mit Volumen, in der Regel Xetra oder die Börse Frankfurt zu deren Handelszeiten, oder den Handelsplatz des Neobrokers. Vermeide sehr frühe und späte Stunden, wenn wenige Market Maker aktiv sind.
  5. Setze eine Limit-Order knapp über dem aktuellen Briefkurs statt einer Market-Order. So schützt du dich vor einem Ausreißer, wenn XRP gerade stark schwankt.
  6. Bewahre die Kaufabrechnung auf. Kaufdatum und Kaufpreis brauchst du für die Haltefrist und eine mögliche Steuererklärung.

Ein Detail, das Einsteiger überrascht: XRP wird rund um die Uhr gehandelt, die deutschen Börsen aber nicht. Am Wochenende und nachts bewegt sich XRP weiter, das ETP steht still. Am Montagmorgen springt der Kurs des ETPs dann auf das neue Niveau. In ruhigen Phasen ist das unproblematisch, in Phasen mit starken Bewegungen kannst du auf eine Nachricht am Samstag erst am Montag reagieren. Einige außerbörsliche Handelsplätze bieten längere Handelszeiten, der Spread ist dann aber oft breiter, weil die Market Maker das Risiko einpreisen.

Wie sicher sind XRP-ETPs?

Gegen Kursverluste schützt kein ETP: Fällt XRP um die Hälfte, fällt das ETP ebenfalls um die Hälfte. Die Frage nach der Sicherheit betrifft deshalb vor allem das, was neben dem Kurs schiefgehen kann. Das erste Risiko ist der Emittent. Weil du eine Schuldverschreibung hältst, bist du Gläubiger. Bei den physisch besicherten Produkten der großen Anbieter ist dieses Risiko durch die hinterlegten Token und die Treuhandstruktur stark reduziert, aber nicht null. Im Ernstfall musst du dich auf die Durchsetzung der Sicherheiten verlassen, und die kann Zeit kosten.

Das zweite Risiko ist die Verwahrung der XRP-Token. Die Emittenten nutzen spezialisierte Verwahrer, deren Namen im Prospekt stehen. Bei einem Hack oder einem schweren Fehler beim Verwahrer kann ein Teil der Sicherheiten verloren gehen. Das dritte Risiko liegt im XRP selbst: Ripple Labs hält einen großen Teil der XRP-Gesamtmenge, teils in Treuhandkonten mit zeitlicher Freigabe, und Entscheidungen des Unternehmens wirken auf den Markt. Der Rechtsstreit zwischen Ripple und der SEC hat den Kurs über Jahre geprägt; seit seinem Ende 2025 ist dieses Thema weniger präsent, Regulierungsfragen bleiben aber ein Faktor.

Fünf Prüfpunkte im Prospekt oder Factsheet

  1. Besicherung: Steht dort physisch besichert mit XRP und eine Besicherungsquote von mindestens 100 Prozent? Produkte, die mit Derivaten oder anderen Coins besichert sind, tragen ein anderes Risiko.
  2. Verwahrer: Welche Firma hält die Token, in welchem Land, und gibt es eine Versicherung oder Cold Storage? Ein regulierter Verwahrer ist ein Mindeststandard.
  3. Treuhänder: Gibt es einen unabhängigen Sicherheitentreuhänder, der im Ernstfall im Namen der Anleger handelt?
  4. Lieferanspruch: Kannst du dir grundsätzlich XRP statt Geld ausliefern lassen? Das ist rechtlich und steuerlich wichtig, auch wenn du es nie nutzt.
  5. Gebühr: Gilt die genannte Gebühr dauerhaft oder nur als befristeter Einführungsrabatt? Mehrere Krypto-Emittenten haben zeitlich begrenzte Rabatte.

Steuer: Wie Gewinne mit XRP-ETPs besteuert werden

XRP selbst ist steuerlich ein anderes Wirtschaftsgut im Sinne des Paragrafen 23 Einkommensteuergesetz, das hat der Bundesfinanzhof im Februar 2023 für Kryptowährungen bestätigt. Gewinne beim Verkauf sind steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt; nach Ablauf der Jahresfrist sind sie steuerfrei. Innerhalb der Frist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen. Liegt dein Gewinn darüber, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der Teil über 1.000 Euro.

Für physisch besicherte ETPs mit Lieferanspruch hat das Bundesfinanzministerium diese Linie übernommen. Im Schreiben zur ertragsteuerlichen Behandlung von Kryptowerten vom 6. März 2025 heißt es nach der Darstellung von Emittenten und Steuerberatern, dass solche Schuldverschreibungen keine Kapitalforderung begründen, sondern einen Anspruch auf Lieferung der Kryptowerte, und deshalb wie die Kryptowerte selbst behandelt werden. Vorbild ist die Rechtsprechung zu Xetra-Gold. Für ein XRP-ETP mit Lieferanspruch heißt das: Verkauf nach mehr als einem Jahr steuerfrei, innerhalb eines Jahres persönlicher Steuersatz. Fehlt der Lieferanspruch, fällt das Produkt unter die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, unabhängig von der Haltedauer.

Steuer bei XRP und XRP-ETPs (Privatvermögen, Rechtslage November 2026)
RechtsgrundlageVerkauf innerhalb eines JahresVerkauf nach mehr als einem Jahr
XRP direkt§ 23 EStGPersönlicher Steuersatz, Freigrenze 1.000 EuroSteuerfrei
XRP-ETP mit Lieferanspruch§ 23 EStG laut BMF vom 6.3.2025Persönlicher Steuersatz, Freigrenze 1.000 EuroSteuerfrei
XRP-Produkt ohne Lieferanspruch§ 20 EStGAbgeltungsteuer 25 Prozent plus SoliAbgeltungsteuer 25 Prozent plus Soli
US-Spot-XRP-ETF (nur Profikunden)Investmentsteuergesetz, EinzelfallAbgeltungsteuerAbgeltungsteuer

Ein Rechenbeispiel: Du kaufst im März für 3.000 Euro ein XRP-ETP mit Lieferanspruch und verkaufst es nach acht Monaten für 4.200 Euro. Der Gewinn von 1.200 Euro liegt über der Freigrenze und ist komplett mit deinem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent sind das 360 Euro, gegebenenfalls zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Wartest du bis nach dem Jahrestag des Kaufs, ist derselbe Gewinn nach heutiger Rechtslage steuerfrei. In der Praxis behalten deutsche Banken bei solchen ETPs meist keine Abgeltungsteuer ein. Gewinne innerhalb der Jahresfrist trägst du dann selbst in der Anlage SO ein; wie das geht, steht in unserem Ratgeber zur Anlage SO.

Ein politischer Vorbehalt gehört dazu: Das Bundesfinanzministerium hat 2026 einen Referentenentwurf vorgelegt, nach dem für Kryptowerte, die ab dem 1. Januar 2027 angeschafft werden, die einjährige Haltefrist entfallen und eine pauschale Abgeltungsteuer gelten soll, mit Bestandsschutz für ältere Käufe. Beschlossen ist das nach den vorliegenden Berichten nicht, und wie ETPs mit Lieferanspruch darin behandelt würden, ist offen. Für größere Beträge und Sonderfälle, etwa einen Umstieg zwischen Produkten mit hohen Buchgewinnen, lohnt das Gespräch mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.

XRP-ETP oder XRP direkt kaufen?

Beide Wege bilden denselben Kurs ab und werden bei Lieferanspruch steuerlich gleich behandelt. Der Unterschied liegt in Kosten, Bequemlichkeit und Kontrolle. Das ETP lohnt sich vor allem, wenn du kein Konto bei einer Kryptoplattform eröffnen willst, alles in einem Depot bei deiner Bank sehen möchtest oder Vorgaben hast, nur Wertpapiere zu halten, etwa bei Vermögensverwaltung oder bestimmten Firmendepots. Der Direktkauf lohnt sich, wenn du lange hältst und Kosten sparen willst, XRP auch nutzen möchtest oder an Wochenenden handeln willst.

XRP-ETP und XRP direkt im Vergleich
XRP-ETP im DepotXRP direkt an einer Börse
Laufende Kosten0,5 bis 2,5 Prozent pro JahrKeine, nur Handelsgebühr
HandelszeitenBörsenzeiten, teils bis 22 oder 23 UhrRund um die Uhr
VerwahrungEmittent und Verwahrer, im WertpapierdepotPlattform oder eigene Wallet
Nutzung von XRPNicht möglichÜberweisen, eigene Wallet, XRP Ledger
Einlagen- oder AnlegerschutzDepot als Sondervermögen, Emittentenrisiko bleibtAbhängig von Plattform und MiCA-Lizenz
SteuerbescheinigungTeil der Jahressteuerbescheinigung der BankEigene Aufstellung aus den Transaktionsdaten
Steuer bei Lieferanspruch§ 23 EStG, Haltefrist ein Jahr§ 23 EStG, Haltefrist ein Jahr

Eine Faustregel für die Kosten: Wer XRP länger als ein bis zwei Jahre halten will und mit einer Kryptobörse umgehen kann, fährt direkt meist günstiger, sofern die Plattform nach der europäischen MiCA-Verordnung zugelassen ist. Wer lieber alles im Depot hat, wählt ein ETP mit niedriger Gebühr und ausreichendem Handelsvolumen. Ein Altprodukt mit 2,5 Prozent pro Jahr ist für Neuanleger schwer zu begründen, wenn dieselbe Abbildung für einen Bruchteil zu haben ist.

Häufige Fehler beim Kauf von XRP-ETPs

Erstens: das falsche Produkt. In der Suche nach XRP tauchen Faktor-Zertifikate, Turbos und Short-ETPs auf. Ein Produkt mit dem Zusatz 2x, Long oder Short bildet nicht den Kurs ab, sondern einen gehebelten oder umgekehrten Tagesverlauf und verliert in Seitwärtsphasen an Wert. Prüfe die ISIN, bevor du die Order abschickst. Zweitens: Market-Orders außerhalb der Hauptzeiten. Wenn nur ein Market Maker quotiert, kann der Spread mehrere Prozent betragen, und eine Market-Order wird zu diesem Preis ausgeführt.

Drittens: die Gebühr ignorieren, weil sie nicht auf der Abrechnung steht. Bei 2,5 Prozent pro Jahr geht über zehn Jahre fast ein Viertel der hinterlegten XRP an den Emittenten. Viertens: Bei einem Wechsel zwischen Produkten die Haltefrist vergessen. Der Verkauf des alten ETPs ist ein Veräußerungsgeschäft, und mit dem Kauf des neuen beginnt die Jahresfrist neu. Liegt der alte Kauf weniger als ein Jahr zurück und hast du Gewinne, kann sich Warten lohnen. Fünftens: XRP-ETPs mit XRP-Aktien verwechseln. Eine Aktie von Ripple Labs kannst du an deutschen Börsen nicht kaufen; das Unternehmen ist nicht börsennotiert.

Den Markt rund um XRP verfolgst du am besten über neutrale Daten statt über Kursprognosen. Auf unseren Marktdaten-Seiten findest du unter /marktdaten/maerkte die Entwicklung der großen Coins und unter /marktdaten/etf-fluesse die Zuflüsse der Spot-ETFs. Die Stimmung am Gesamtmarkt zeigt der Angst-und-Gier-Index unter /marktdaten/angst-und-gier. Keine dieser Zahlen sagt dir, ob XRP steigt, aber sie helfen dir, Schlagzeilen einzuordnen.

Häufige Fragen zum XRP-ETF in Deutschland

Kann ich in Deutschland einen XRP-ETF kaufen?

Nicht im rechtlichen Sinn. Die US-Spot-XRP-ETFs von Canary, Bitwise, Grayscale oder Franklin Templeton sind für Privatanleger in der EU gesperrt, weil kein PRIIPs-Basisinformationsblatt vorliegt. EU-Fonds dürfen nicht nur XRP halten. Was du kaufen kannst, sind XRP-ETPs, also mit XRP besicherte Schuldverschreibungen.

Welches XRP-ETP ist am günstigsten?

Nach den Fondsdatenbanken im Herbst 2026 das WisdomTree Physical XRP mit 0,50 Prozent laufenden Kosten pro Jahr, ISIN GB00BRXHQ425. Die übrigen Produkte liegen zwischen etwa 1,5 und 2,5 Prozent. Gebühren ändern sich, prüfe daher das aktuelle Factsheet des Emittenten.

Kann ich einen XRP-Sparplan auf ein ETP anlegen?

Bei einigen Brokern ja, aber nicht für jedes Produkt. Neobroker bieten Sparpläne meist für eine Auswahl von Krypto-ETPs an, Direktbanken teilweise. Alternativ bieten viele Krypto-Apps einen Sparplan direkt auf XRP an.

Sind Gewinne aus XRP-ETPs nach einem Jahr steuerfrei?

Nach dem BMF-Schreiben vom 6. März 2025 werden ETPs mit Anspruch auf Lieferung der Kryptowerte wie die Kryptowerte selbst behandelt. Gewinne sind dann nach mehr als einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Ob ein Produkt den Lieferanspruch hat, steht in den Emissionsbedingungen.

Was passiert mit meinem XRP-ETP, wenn der Emittent pleitegeht?

Bei physisch besicherten Produkten hält ein Treuhänder Sicherungsrechte an den hinterlegten XRP. Im Insolvenzfall sollen diese verwertet und der Erlös an die Anleger verteilt werden. Das kann dauern, und es bleibt ein Restrisiko, etwa wenn beim Verwahrer Token fehlen.

Warum steigt mein XRP-ETP am Montag stärker als XRP?

Weil XRP am Wochenende weiter gehandelt wird, die Börse aber geschlossen ist. Am Montag holt das ETP die Bewegung des Wochenendes auf einen Schlag nach. Über die Woche gerechnet folgt es dem XRP-Kurs abzüglich der Gebühr.

Ist ein XRP-ETP sicherer als XRP auf einer Börse?

Es ist anders sicher. Du brauchst keine Wallet und kein Börsenkonto, trägst aber das Risiko von Emittent und Verwahrer. Auf einer MiCA-lizenzierten Plattform trägst du das Risiko der Plattform, in einer eigenen Wallet das Risiko eigener Fehler. Gegen Kursverluste hilft keine der Varianten.

Unterm Strich: Einen echten XRP-ETF gibt es für deutsche Privatanleger nicht, und das muss kein Nachteil sein. Physisch besicherte XRP-ETPs bilden den Kurs ab, liegen im normalen Depot und werden bei Lieferanspruch steuerlich wie XRP selbst behandelt. Der wichtigste Unterschied zwischen den Produkten ist die Gebühr, und die reicht vom Fünffachen bis zum Bruchteil. Wer sich für ein ETP entscheidet, prüft ISIN, Besicherung und Kosten im Factsheet. Dieser Text ist keine Anlage- oder Steuerberatung; XRP ist ein schwankungsstarker Kryptowert, und ein Totalverlust ist nicht ausgeschlossen.

Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Kryptowerte sind hochvolatil; ein Totalverlust ist möglich.

Quellen

  1. justETF: 21Shares XRP ETP (CH0454664043)
  2. Finanzfluss: WisdomTree Physical XRP (GB00BRXHQ425)
  3. etf.at: CoinShares Physical XRP (GB00BLD4ZN31)
  4. etf.capital: Virtune XRP ETP (SE0021486156)
  5. finanzen.net: Bitwise Physical XRP ETC (DE000A3GYNB0)
  6. WisdomTree: WisdomTree launches Physical XRP ETP
  7. Deutsche Börse: Virtune als neuer Krypto-ETN-Emittent auf Xetra
  8. The Block: Bitwise spot XRP ETF launches
  9. Finance Magnates: Canary Capital debuts first U.S. spot XRP fund
  10. 21Shares: German Tax Treatment (Deutsch, PDF)
  11. PwC: BMF-Schreiben zur ertragsteuerrechtlichen Behandlung von Kryptowerten
  12. Interactive Brokers: PRIIPs Regulation

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